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Wirtschaftsunternehmen und Gewerkschaften in Rheinland-Pfalz haben die neuen Bund-Länder-Beschlüsse zu den Corona-Maßnahmen unterschiedlich bewertet.

Der Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz, Arne Rössel, kritisierte, die Verlängerung des Corona-Lockdowns werde die existenzbedrohende Lage der Betriebe dramatisch verschärfen. Die zugesagten Entschädigungen für die Betriebe seien daher dringend überfällig und müssten nun schnell und einfach ausgezahlt werden, mahnte Rössel.

IHK vermisst "klare Öffnungsperspektive"

Die Entscheidung für eine Verlängerung der Maßnahmen sei angesichts sinkender Infektionszahlen schwer vermittelbar, eine klare Öffnungsperspektive fehle. Die Beschlüsse zum Homeoffice bezeichnete der IHK-Hauptgeschäftsführer als "absurd". Alle Unternehmen hätten klare Hygienekonzepte, Homeoffice würde als wesentlicher Bestandteil konsequent genutzt.

Auch bei der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU) sieht man die Beschlüsse zum Homeoffice kritisch. Hauptgeschäftsführer Karsten Tacke sagte, die angekündigte Verordnung müsse den privaten und betrieblichen Erfordernissen Rechnung tragen. "Ohne flächendeckend schnelles Internet sind die Herausforderungen am heimischen Arbeitsplatz eine Belastung für die Beschäftigten und deren Arbeitgeber." Tacke zeigte sich am Mittwoch aber erleichtert, dass "der große Shutdown" ausgeblieben sei.

DGB sieht beim Homeoffice "Luft nach oben"

Anders sieht es der DGB in Rheinland-Pfalz. Landeschef Dietmar Muscheid sagte: Beim Thema Homeoffice sei aktuell noch viel Luft nach oben. Im vergangenen April hätten fast doppelt so viele Beschäftigte von zu Hause gearbeitet. Muscheid forderte, Menschen die von Berufs wegen nicht von zu Hause aus arbeiten können, besser zu schützen. Ihre Arbeitgeber sollten ihnen ausreichend FFP2-Masken zur Verfügung stellten.

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Mittelstand: Wirtschaftliche Existenzen retten

Der Landesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Rheinland-Pfalz, Gereon Haumann, hat die Landesregierung aufgefordert, die Corona-Pandemie in Rheinland-Pfalz härter und konsequenter zu bekämpfen, um tausende wirtschaftliche Existenzen zu retten. Anstatt an den Beschlüssen von Bundesregierung und Ministerpräsidenten zu mäkeln, müsse die Landesregierung endlich ihre ureigenen Aufgaben in der Krise erfüllen.

Es gelte jetzt, alles zu tun, um Betriebe und Arbeitsplätze zu retten. Dafür ist eine zeitweise Schließung von Schulen und Kitas nötig und möglich. Haumann sagte: „Erwerbslose Eltern sind für Kinder und Jugendlichen eine weit schlimmere Last als fehlender Präsenzunterricht.“

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