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Die Ausschreitungen in Washington in der Nacht zum Donnerstag sind in Rheinland-Pfalz auf breite Kritik und Ablehnung gestoßen. Ministerpräsidentin Dreyer zeigte sich entsetzt. Die CDU-Spitzen Julia Klöckner und Christian Baldauf sprachen von einem "Putschversuch".

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sprach von "unfassbaren Bildern" und einem "Angriff auf die Demokratie". Frieden, Freiheit und Demokratie müssten weltweit immer wieder aufs Neue verteidigt werden, erklärte sie auf facebook.

Auch Innenminister Roger Lewentz (SPD) äußerte sich ähnlich: "Ich war selbst oft im US-Parlament. Gefährliche Antidemokraten und radikale Waffennarren haben da nichts zu suchen. Verantwortlich ist der, der diese Irren aufhetzte. Ich zähle jeden Tag bis zur Amtsübernahme vom künftigen Präsidenten Joe Biden. Hoffentlich in einer friedlicheren politischen Atmosphäre".

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Klöckner und Baldauf: Verstörende Bilder

In einer gemeinsamen Presseerklärung der CDU-Landesvorsitzenden Julia Klöckner und des Landtagsfraktionschefs Christian Baldauf heißt es: "Die Bilder aus Washington sind erschütternd, unwirklich für diese alt-ehrwürdige Demokratie, die von aufgehetzten Trump-Fans und Wahlergebnis-Leugnern verhöhnt wird". Die verstörenden Bilder verdeutlichten, dass (der amtierende US-Präsident) Donald Trump dieser Attacke auf die Herzkammer des Parlamentarismus mit seiner Kampagne gegen die rechtmäßige Präsidentenwahl den Boden bereitet habe. Sein verbales Anstacheln und Verharmlosen gewalttätiger Übergriffe schlage jetzt in tatsächliche Gewalt seiner Anhänger um.

"Vergiftete politische Stimmung"

Für den Amerika-Experten David Sirakov zeigt der Sturm auf das Kapitol, wie vergiftet die politische Stimmung in den USA ist. Solange in den USA nicht konsequent gegen "inländische Terroristen und ihre Anstifter" vorgegangen werde, stehe zu befürchten, dass das Land auch unter dem künftigen Präsident Joe Biden nicht zu einer neuen Einheit finde, sagte der Direktor der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz.

Auch protestantische Kirche zeigt sich geschockt

Auch der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad zeigte sich geschockt. "In guter Freundschaft und verbunden im Glauben beten wir mit den amerikanischen Protestanten um Frieden." Die Landeskirche ist seit 1957 mit der amerikanischen United Church of Christ (UCC) verbunden.

Politiker machen Trump verantwortlich für Gewalt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Ausschreitungen in Washington verurteilt. Dass Trump seine Niederlage bis heute nicht eingestanden habe, habe die Ereignisse erst möglich gemacht.

Washington

Ausschreitungen in den USA Deutsche Politiker machen Trump für Sturm auf Kapitol verantwortlich

Nach den Ausschreitungen in Washington warnt das Auswärtige Amt deutsche Touristen vor weiteren Gewaltausbrüchen. Führende deutsche Politiker verurteilen die Krawalle und machen Noch-Präsident Trump verantwortlich.  mehr...

Teils gewaltbereite Anhänger von Donald Trump hatten am Vortag den Kongress gestürmt. Senat und Repräsentantenhaus waren zusammengekommen, um die Wahl des designierten Präsidenten Joe Biden formal zu bestätigen. Die Sitzung wurde unterbrochen, der Capitol Hill zeitweise geräumt und die Parlamentarier in Sicherheit gebracht. Im Zusammenhang mit den Ausschreitungen starben vier Menschen.

Demo vor der Airbase Ramstein unterbunden

Etliche deutsche Trump-Anhänger hatten am Mittwochabend versucht, vor der US-Airbase in Ramstein zu demonstrieren. Die Polizei löste die Versammlung auf, die Teilnehmer hielten sich nicht an Corona-Auflagen wie Maskentragen und Abstand.

Ralf Hechler (CDU), der Bürgermeister der Stadt Ramstein-Miesenbach, kritisierte die Aktion vor der Airbase als "ziemlich dämlich".

Bidens Wahlsieg bestätigt

Erst Stunden nach der Stürmung nahm der Kongress seine Beratungen demonstrativ wieder auf und bestätigte die Wahl des Demokraten Joe Biden zum nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten formell. Bei der Abstimmung erreichte Biden die erforderlichen 270 Wahlleute.

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Washington

Erschütternde Bilder aus der US-Hauptstadt Sturm aufs US-Kapitol – das geschah in der Krawallnacht von Washington

In der amerikanischen Hauptstadt Washington haben Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Trump das Kapitol gestürmt. Die Polizei brauchte Stunden, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Fünf Menschen starben. Videos aus der Nacht zeigen kaum vorstellbare Szenen.  mehr...

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Ramstein

Verstoß gegen das Ansammlungsverbot Polizei löst Treffen von Trump-Anhängern an Airbase Ramstein auf

Der Widerstand von US-Präsident Trump, seine Wahlniederlage einzugestehen, hat Auswirkungen bis in die Pfalz: Dort wollten seine Anhänger vor die Airbase ziehen. Die Polizei ist eingeschritten.  mehr...

Am Mittag SWR4 Radio Kaiserslautern

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