Trauerflor (Foto: SWR)

Trauerbeflaggung angeordnet

Tödliche Schüsse auf Polizistin und Polizist in Kusel - Politiker und Kollegen bestürzt

STAND

Die tödlichen Schüsse auf eine junge Polizistin und einen Polizisten in Kusel haben Bestürzung und Trauer auch in der rheinland-pfälzischen Landespolitik ausgelöst. Ministerpräsidentin Dreyer ordnete Trauerbeflaggung im Land an.

Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz (beide SPD) zeigten sich schockiert über die Tat. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin sei "zutiefst erschüttert" über die tödlichen Schüsse auf zwei Polizisten. "Ich trauere mit der Familie, den Freunden und der ganzen Polizeifamilie um zwei Polizeibeamte, die heute Nacht bei einer Routinekontrolle getötet wurden", teilte die SPD-Politikerin mit. "Wer die Polizei angreift, greift uns alle an."

Lewentz: Gewalt gegen Polizei nimmt seit Jahren zu

"Als zuständiger Innenminister und oberster Dienstherr unserer Polizei und als Vater von vier Kindern im Alter der mit größter Brutalität ermordeten zwei jungen Polizeibeamten bin ich sehr erschüttert", sagte Lewentz. Widerstand, Bedrohung und tätliche Angriffe gegen Polizisten hätten in Rheinland-Pfalz seit Jahren zugenommen.

2019 seien 1.582 solcher Gewaltdelikte registriert worden, 2020 seien es bereits 1.715 gewesen, sagte der Innenminister. Zum letzten Mal sei am 17. März 2010 ein 42 Jahre alter rheinland-pfälzischer Polizist ermordet worden. Der Angehörige einer Spezialeinheit war von einem Rocker der Hells Angels in Anhausen im Kreis Neuwied erschossen worden.

Scholz spricht Angehörigen sein Beileid aus

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sprach den Angehörigen der beiden erschossenen Polizisten sein Beileid aus. Was in Kusel passiert sei, bedrücke ihn sehr, schrieb Scholz am Montagabend auf Twitter. "Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der beiden jungen Opfer." Er denke auch an die vielen Polizistinnen und Polizisten, die jeden Tag ihr Leben riskieren, um Bürger zu schützen. "Wir müssen die Hintergründe der Tat schnell aufklären", schrieb Scholz weiter.

Was in #Kusel passiert ist, bedrückt mich sehr. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der beiden jungen Opfer. Und ich denke an die vielen Polizist*innen, die jeden Tag ihr Leben riskieren, um uns Bürger*innen zu schützen. Wir müssen die Hintergründe der Tat schnell aufklären.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) erklärte, "unabhängig davon, welches Motiv der Tat zugrunde liegt: Diese Tat erinnert an eine Hinrichtung, und sie zeigt, dass Polizistinnen und Polizisten jeden Tag ihr Leben für unsere Sicherheit riskieren". Ihre Gedanken seien bei den Familien, Freunden und Kollegen der Opfer.

Hering: "Bin in Gedanken bei Familien"

Der rheinland-pfälzische Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD) äußerte sich ebenfalls: "Ich bin in Gedanken bei den Familien der beiden im Kreis Kusel getöteten Polizeibeamten", twitterte Hering am Montag. "Sie haben ihr Leben für unsere Sicherheit gegeben", ergänzte er. "Wir schulden ihnen unsere Dankbarkeit und unseren Respekt sowie die Aufklärung dieser unvorstellbaren und erschütternden Tat", betonte der Parlamentspräsident.

Auch der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) zeigte sich "zutiefst erschüttert" und "absolut fassungslos". Die saarländische Polizei unterstütze ihre Kollegen in Rheinland-Pfalz "mit allen Mitteln bei der Aufklärung dieses furchtbaren Verbrechens".

Die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner sicherte allen Polizistinnen und Polizisten Solidarität und Unterstützung zu. Klöckner sagte: Die Polizisten seien für die Sicherheit der Bürger da und nun selbst Opfer unfassbarer Gewalt geworden.

Ulmet

Beamte sterben bei Kontrolle nahe Kusel Blog zu tödlichen Schüssen auf Polizisten: Familien erhalten Kondolenzbuch

Bei einer Verkehrskontrolle sind am 31. Januar zwei Polizeibeamte der Polizeiinspektion Kusel getötet worden. Die aktuellen Entwicklungen in unserem Blog:  mehr...

CDU sagt Pressekonferenz ab

Auch das Team um den Kandidaten für den CDU-Landesvorsitz, Christian Baldauf, hat "zutiefst erschüttert" auf die tödlichen Schüsse reagiert. "Unsere Gedanken sind bei den getöteten Polizisten, ihren Angehörigen sowie Kolleginnen und Kollegen", heißt es in einer Mitteilung. Eine für Montag in Mainz geplante Pressekonferenz zur Vorstellung von Baldaufs Team wurde abgesagt. An einem solchen Tag und unter diesen Eindrücken sei nicht der Zeitpunkt, um über Parteipolitik zu sprechen, hieß es.

Grüne: Im Dienst der Gesellschaft das Leben verloren

Die Grünen im rheinland-pfälzischen Landtag zeigten sich ebenfalls tief erschüttert. Fraktionschef Bernhard Braun sprach von einer grausamen Tat. "Zwei junge Menschen haben in der vergangenen Nacht auf tragische Art und Weise ihr Leben verloren, während sie im Dienst der Gesellschaft, im Dienst für uns alle, ihren Beruf ausgeübt haben", teilte er in Mainz mit. Die Fraktion trauere mit Angehörigen, Freunden und Kollegen der beiden Getöteten.

FDP: Unfassbare und grausame Tat

Bundesverkehrsminister Volker Wissing und seine Mainzer Amtskollegin Daniela Schmitt (beide FDP) äußerten sich ebenfalls schockiert. Die Tat erschüttere und mache fassungslos, so Wissing, der auch rheinland-pfälzischer FDP-Chef ist. "Mit meinen Gedanken, meiner Trauer und meinem Mitgefühl bin ich bei den Opfern, deren Angehörigen und Freunden sowie ihren Kolleginnen und Kollegen ...". Schmitt äußerte sich ähnlich und sprach von einer "unfassbaren und grausamen Tat".

AfD: Zwei junge Menschen auf niederträchtige Art aus dem Leben gerissen

Der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Jan Bollinger verurteilte die Tat "aufs schärfste". Er erklärte schriftlich: "Hier wurden zwei junge Menschen bei der Ausführung ihrer Dienstpflicht in einer niederträchtigen Art und Weise aus dem Leben gerissen. Wir möchten den Familien, Freunden und Kollegen unsere Anteilnahme aussprechen und sind in den schweren Stunden in Gedanken bei ihnen!"

"Realer Alptraum aller Polizistinnen und Polizisten"

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat sich tiefbestürzt über den gewaltsamen Tod einer Kollegin und eines Kollegen aus dem Polizeipräsidium Westpfalz geäußert. Die Tat und das skrupellose Vorgehen machten fassungslos, sagte die Landesvorsitzende Sabrina Kunz. "Wir durchleben gerade den realen Alptraum aller Polizistinnen und Polizisten". Sie hoffe, dass der oder die Täter zeitnah festgenommen würden und damit mögliche Gefahren für die Bevölkerung abgewendet werden könnten. In Gedanken sei man bei den Angehörigen der beiden Getöteten.

Die tödlichen Schüsse sind laut der Beauftragten für die Landespolizei ein "Angriff auf den Staat als Ganzes". Barbara Schleicher-Rothmund teilte mit: "Dass zwei junge Menschen, die ihren Dienst für die Sicherheit von uns allen verrichtet haben, getötet wurden, macht mich unfassbar traurig." Sie sei fassungslos, sprachlos und auch wütend. "Mein Mitgefühl und mein Beileid gelten den Angehörigen, Freunden sowie den Kolleginnen und Kollegen der beiden Polizeibeamten", ergänzte Schleicher-Rothmund, die auch Bürgerbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz ist.

Die 24-Jährige und ihr 29 Jahre alter Kollege waren in der vergangenen Nacht bei einer Verkehrskontrolle im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz durch Schüsse tödlich verletzt worden. Die Polizei hat am späten Nachmittag einen polizeibekannten 38-Jährigen im saarländischen Sulzbach festgenommen. Später wurde noch ein 32-Jähriger gefasst.

Kreis Kusel / Region Trier

Nach tödlichen Schüssen auf Polizisten im Kreis Kusel Trauer an Hochschule der Polizei

An der Hochschule der Polizei in Büchenbeuren haben Studierende und Lehrkräfte am Montagabend der beiden bei Kusel getöteten Polizisten gedacht.  mehr...

Ulmet, Kreis Kusel

Bei Verkehrskontrolle getötet Was am Tattag geschah: Polizistin und Polizist im Kreis Kusel erschossen

Nach den tödlichen Schüssen auf eine Polizistin und ihren Kollegen bei Ulmet im Kreis Kusel hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN
SWR