Tower auf der Air Base Ramstein (Foto: SWR)

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Nato-Space-Center kommt nach Ramstein

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Auf dem Nato-Stützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein wird ein Space Center zur Abwehr von Gefahren im All entstehen. Das hat Generalsekretär Jens Stoltenberg am Donnerstag nach einer Videokonferenz der Verteidigungsminister der 30 Mitgliedsstaaten mitgeteilt.

Das Space Center soll an das Luftwaffenoberkommando der Nato in Ramstein angegliedert werden und vor allem als Koordinationsstelle für die Weltraumüberwachung dienen. Denkbar ist auch, dass das Zentrum später zu einem Kommandozentrum für Abwehrmaßnahmen ausgebaut wird. Die Koordination von Weltraum-Aktivitäten werde die Nato stärken, sei aber nur ein erster Schritt, kommentierte Stoltenberg.

Vorerst sollen im Space Center in erster Linie Informationen zusammenfließen - etwa über mögliche Bedrohungen gegen Satelliten. "Unser Ziel ist nicht, den Weltraum zu militarisieren", so Stoltenberg. "Wir möchten das Bewusstsein für Bedrohungen aus dem All schärfen und auch unsere Fähigkeiten, mit diesen umzugehen."

Die Planungen der Nato sind Folge der im vergangenen Jahr getroffenen Grundsatzentscheidung, das All zu einem eigenständigen Operationsgebiet zu erklären. Der Beschluss ermöglicht es der Nato zum Beispiel, bei Alliierten für Einsätze die Bereitstellung von Kapazitäten für Satellitenkommunikation oder Bilddatentransfers anzufordern. Zudem hat er dazu geführt, dass in der Allianz noch intensiver darüber diskutiert wird, in welchem Fall mögliche Angriffe aus dem oder im Weltraum künftig als Bündnisfall behandelt werden sollten.

Keine Waffen im All - aber Frühwarnsysteme

Die Nato habe nicht die Absicht, Waffen im Weltraum zu stationieren, "aber wir müssen sicherstellen, dass unsere Missionen und Operationen die passende Unterstützung haben", hatte Stoltenberg bereits im vergangenen Jahr erklärt. Das All sei zum Beispiel für Frühwarnsysteme, Kommunikation und Navigation von entscheidender Bedeutung.

Abhängigkeit von Satelliten

Der Norweger spielte damit darauf an, dass die Nato immer mehr von Technik im All abhängig ist. Bei Militäreinsätzen läuft die Kommunikation über Satelliten, sie werden zur Aufklärung und Spionage sowie für Navigationssysteme genutzt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass ein Angriff auf Satelliten der Nato-Staaten deren Verteidigungsfähigkeit erheblich einschränken könnte. Hinzu kommt, dass Angriffe auf Satelliten im Fall eines Krieges genutzt werden könnten, um Teile des öffentlichen Lebens lahmzulegen. So könnten zum Beispiel die Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs oder Navigationssysteme für den Straßen-, See- und Luftverkehr schwer beeinträchtigt werden.

Trump: "Amerikanische Vorherrschaft im Weltall"

Neben dem Nato-Land USA haben zuletzt vor allem Staaten wie Russland, China und Indien ihre Fähigkeiten im Weltraum erheblich ausgebaut. So sorgte Russland in diesem Jahr mit mehreren Tests von Anti-Satelliten-Waffen für Aufsehen, nachdem Indien bereits im vergangenen Jahr durch das Abschießen eines eigenen Satelliten erfolgreich eine Anti-Satelliten-Rakete getestet hatte. Ebenfalls 2019 hatten die US-Streitkräfte ihr neues Führungskommando für Einsätze im Weltraum in Betrieb genommen. "Wenn es darum geht, Amerika zu verteidigen, reicht es nicht, nur eine amerikanische Präsenz im Weltraum zu haben", sagte US-Präsident Donald Trump damals. "Wir müssen amerikanische Vorherrschaft im Weltall haben."

Wie sich die Bundeswehr in das Projekt einbringen wird, ist noch unklar. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) bekräftigte am Rande der Beratungen lediglich, dass Deutschland trotz den Herausforderungen durch die Corona-Pandemie dazu stehe, künftig zehn Prozent der Fähigkeiten innerhalb der Nato zu stellen.

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