STAND
AUTOR/IN

Wer sich mit Corona infiziert oder Kontakt mit einer infizierten Person hatte, muss in Quarantäne. Doch was genau bedeutet das und welche Ausnahmen gibt es in Rheinland-Pfalz?

Generell gilt: Wer positiv auf das Coronavirus getestet wird, muss in Isolation. Doch auch für Kontaktpersonen des Infizierten gibt es Regelungen. Die Menschen werden in verschiedene Kategorien eingeteilt. Auf der Grundlage dieser Kategorien entsteht die Risikobewertung und weitere Maßnahmen, wie die Quarantäne, folgen.

Bei Menschen, die in Kategorie I fallen, kommen laut RKI folgende Maßnahmen zum Einsatz: "häusliche Absonderung (Quarantäne) unter Abwägung der Möglichkeiten und nach Risikobewertung des Gesundheitsamtes." Das heißt, dass das Gesundheitsamt beschließt, wer aufgrund seiner Risikoermittlung für 14 Tage in Quarantäne gehen muss. Kontaktpersonen der Kategorien II und III müssen sich erst isolieren und Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufnehmen, wenn sie Symptome entwickeln.

Quarantäne kann im Einzelfall verkürzt werden

Die Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz halten sich an die Vorgaben des RKI bei Quarantäneanordnungen und Kontaktermittlungen, wie sie dem SWR bestätigen. "Dennoch findet bei jeder Beurteilung und Entscheidung über die Quarantäne einer positiv getesteten Person eine Einzelfall-Entscheidung des Gesundheitsamtes unter Berücksichtigung der individuellen Hintergründe und des Umfeldes statt", so das Gesundheitsamt in Bernkastel-Wittlich.    

Dort und in Mainz-Bingen kann die Quarantäne im Einzelfall verkürzt werden. "Unersetzbares Schlüsselpersonal, kann unter strengeren Auflagen bei Symptomfreiheit und negativem Test weiterarbeiten, wenn dies die Arbeitsplatzbedingungen zulassen", so das Gesundheitsamt Mainz-Bingen. Die Ausnahme würde allerdings nur für den Arbeitsplatz gelten und die Quarantäne in der Freizeit weiter bestehen. So handhabt es auch das Gesundheitsamt in Bernkastel-Wittlich.

Kurswechsel bei Kategorisierung von Mitschülern

Oftmals müssen sich die Mitarbeiter der Gesundheitsämter bei der Kategorisierung von Kontaktpersonen auf die Angaben der Betroffenen dazu verlassen, mit wem sie dazu engen Kontakt hatten. Gerade bei größeren Gruppen, wie Schulklassen und Kindergärten, werde deshalb eng mit den Lehrkräften und Erziehern zusammengearbeitet. "Grundsätzlich obliegt die Risikoabschätzung und Beurteilung, wer Kontaktperson der Kategorie I ist, dem Gesundheitsamt", aber gerade bei kleineren Kita-Kindern, die noch keine verwertbaren Angaben zu Kontaktpersonen machen können, geschieht diese Beurteilung in Abstimmung mit der Kita-Leitung und den Erzieherinnen, heißt es aus Bernkastel-Wittlich.

Bei der Frage, wer aus den Gruppen dann in Quarantäne muss und wer nicht, kommen die oben genannten Kategorien wieder zum tragen. Die Gesundheitsämter schicken niemanden vorsorglich in Quarantäne, der nicht in die Kategorie I gehört. Jedoch teilt das Gesundheitsamt Mainz-Bingen mit, dass es beim RKI "allerdings mehrfach einen Strategiewechsel zur Einstufung von Mitschülern eines Infizierten als Kontaktperson der Kategorie I oder II" gab.

Keine Aussagen über Anzahl der Menschen in Quarantäne

Wie viele Menschen durchschnittlich pro Infiziertem in Quarantäne müssen, darüber können die Gesundheitsämter keine Auskunft geben. Aktuell seien die Listen der Kontaktpersonen länger als zu Beginn der Maßnahmen. In Mainz-Bingen geht man aber davon aus, dass sie mit den nun beschlossenen Maßnahmen wieder kürzer werden. Auch wie viele Menschen insgesamt im Wirkungsbereich der Gesundheitsämter in Quarantäne sind, werde nicht erhoben, so die Ämter.

Quarantäne für alle Bewohner Corona-Ausbruch in Trierer Flüchtlingsunterkunft

In einer Flüchtlingsunterkunft in Trier ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. 23 Menschen wurden bisher positiv getestet.  mehr...

Guten Abend Rheinland-Pfalz SWR1 Rheinland-Pfalz

Interview mit Prof. Günter Layer, Klinikum Ludwigshafen Corona-Fälle am Klinikum Ludwigshafen: "Innerhalb einer Woche explodiert"

Die zweite Coronawelle hat das Klinikum in Ludwigshafen erreicht: Im Testzentrum sind zehn Prozent der Abstriche positiv, mehrere Klinik-Mitarbeiter sind in Quarantäne. Die Corona-Station im Haus wird voller. Wie das Klinikum mit der Lage umgeht, erklärt Prof. Günter Layer im Interview.  mehr...

Aktuelle Lage im Land Live-Blog zum Coronavirus in Rheinland-Pfalz - Hunderte Neuinfektionen

Das Coronavirus bestimmt weiter das öffentliche Leben in Rheinland-Pfalz. Die Zahl der Neuinfektionen liegt weiter auf hohem Niveau, Einschränkungen gelten bis in den Dezember hinein. Die aktuellen Entwicklung hier im Blog.  mehr...

Entwicklung der Pandemie in Rheinland-Pfalz 580 Neuinfektionen am Sonntag

In Rheinland-Pfalz sind am Sonntag 580 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich nach Angaben des Landesuntersuchungsamts (LUA) um zwei.  mehr...

STAND
AUTOR/IN