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Wer sich mit Corona infiziert oder Kontakt mit einer infizierten Person hatte, muss in Quarantäne. Doch was genau bedeutet das und welche Ausnahmen gibt es in Rheinland-Pfalz?

Generell gilt: Wer positiv auf das Coronavirus getestet wird, muss in Isolation. Doch auch für Kontaktpersonen des Infizierten gibt es Regelungen. Die Menschen werden in verschiedene Kategorien eingeteilt. Auf der Grundlage dieser Kategorien entsteht die Risikobewertung und weitere Maßnahmen, wie die Quarantäne, folgen.

Infizierte müssen sich selbstständig isolieren

Seit dem 9. Dezember müssen sich Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, sofort und ohne weitere Anordnung selbstständig zuhause isolieren. Die Pflicht zu Isolierung gilt auch für Krankheitsverdächtige, positiv getestete Personen und deren Haushaltsangehörige sowie die jeweiligen Kontaktpersonen der Kategorie I. Ein Bescheid des Gesundheitsamtes, der eine Absonderung anordnet, ergeht nicht.

Folgende Personengruppen sind betroffen

  • Krankheitsverdächtig ist eine Person, die typische Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus, wie Fieber, trockener Husten und/oder eine Störung des Geschmacks- und Geruchssinnes aufweist und bei der ein PCR-Test durchgeführt oder angeordnet wurde.
  • Positiv getestete Person ist, wer vom Gesundheitsamt oder einer anderen Stelle, die den Test durchführt, über ein positives Ergebnis eines PCR-Tests oder PoC-Antigentests informiert wurde.
  • Hausstandsangehöriger ist jede Person, die mit einer positiv getesteten Person in einer Wohngemeinschaft zusammenlebt.
  • Kontaktperson der Kategorie I ist jede Person, die nach den geltenden Kriterien des Robert Koch-Institutes (RKI) vom zuständigen Gesundheitsamt als solche eingestuft wurde.

Personen der Kategorie Schul- oder Kita-Cluster sind Schülerinnen und Schüler, in einer Kindertageseinrichtung betreute Kinder, Lehrinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher. Sie müssen vorher vom zuständigen Gesundheitsamt in diese Kategorie eingestuft werden.

Wo wird die Quarantäne verbracht?

Die Absonderung hat in der Regel in einer Wohnung zu erfolgen. Die Betroffenen dürfen während der Quarantäne keinen Besuch von Personen empfangen, die nicht dem eigenen Hausstand angehören, und sie dürfen ohne ausdrückliche Zustimmung des zuständigen Gesundheitsamtes die Wohnung nicht verlassen.

Wie lange dauert die Quarantäne?

Seit dem 12. Februar gelten, auch angesichts sich ausbreitender Virus-Mutationen, neue Regeln. Die Absonderungsverordnung sieht nun vor, dass die Quarantäne stets mindestens 14 Tage dauert. Ebenfalls neu ist, dass Kontaktpersonen der Kategorie I sowie Angehörige des Hausstands einen PCR-Test machen müssen, sobald sie von der Infektion der Kontaktperson erfahren. Bei einer Ansteckung mit einer Virus-Mutation gilt: Um die Quarantäne zu beenden, ist ein zweiter PCR-Test nötig. Dieser darf frühestens am elften Tag der Quarantäne vorgenommen werden. Ist er positiv, muss der Infizierte nochmal eine Woche in Quarantäne. Verstöße gegen die Quarantänepflicht können mit bis zu 25.000 Euro Geldbuße belegt werden.

Quarantäne kann im Einzelfall verkürzt werden

Die Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz halten sich an die Vorgaben des RKI bei Quarantäneanordnungen und Kontaktermittlungen, wie sie dem SWR bestätigen. "Dennoch findet bei jeder Beurteilung und Entscheidung über die Quarantäne einer positiv getesteten Person eine Einzelfall-Entscheidung des Gesundheitsamtes unter Berücksichtigung der individuellen Hintergründe und des Umfeldes statt", so das Gesundheitsamt in Bernkastel-Wittlich.    

Die Quarantäne kann im Einzelfall verkürzt werden. "Unersetzbares Schlüsselpersonal kann unter strengeren Auflagen bei Symptomfreiheit und negativem Test weiterarbeiten, wenn dies die Arbeitsplatzbedingungen zulassen", so das Gesundheitsamt Mainz-Bingen. Die Ausnahme würde allerdings nur für den Arbeitsplatz gelten und die Quarantäne in der Freizeit weiter bestehen.

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