Verbraucherpreise in Rheinland-Pfalz steigen sprunghaft. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON)

Sprit, Strom, Lebensmittel im September

Leben in Rheinland-Pfalz wird sprunghaft teurer

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Heizöl, Benzin, Strom, Lebensmittel, alles ist spürbar teurer geworden. Die Verbraucherpreise in Rheinland-Pfalz sind im September um fast zehn Prozent gestiegen.

Vor allem die steigenden Energiepreise treiben die Inflation in Zeiten des Krieges in der Ukraine weiter nach oben. Energie war im September in Rheinland-Pfalz laut Statistischem Landesamt um 41,8 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Die Preise für Gas steigerten sich dabei um 64,5 Prozent, für Heizöl sogar um 92 Prozent und für Kraftstoffe um 27,2 Prozent. Die Preise für Strom legten um 21,3 Prozent zu.

Lebensmittel kosten viel mehr als vor einem Jahr

Nahrungsmittel kosteten im September in Rheinland-Pfalz 18 Prozent mehr als im September 2021. "Besonders kräftig fiel der Preisanstieg bei Sonnenblumenöl, Rapsöl oder Ähnlichem aus", teilte das Statistische Landesamt mit, "diese Produkte waren im September mehr als doppelt so teuer (plus 117,3 Prozent) wie vor einem Jahr". Milchprodukte und Eier kosten rund 30 Prozent mehr. Nur beim Obst kommen Verbraucher noch relativ günstig davon. Hier stiegen die Preise nur um 4,9 Prozent.

Nur Internet und Telefonieren sind günstiger geworden

Gesunken sind die Preise in kaum einem Bereich. Nur in der "Abteilung Post und Telekommunikation" registrierten sie etwas günstigere Preise als vor einem Jahr (minus 0,4 Prozent).

Der Krieg in der Ukraine und die Kosten für die Energiewende sind die Hauptgründe für die Preissteigerungen. Denn entweder sind die Produkte knapp geworden oder sie müssen unter hohem Energieaufwand produziert werden. In den letzten Monaten hat sich das in der Inflationsrate, also der Teuerungsrate, noch nicht so bemerkbar gemacht, weil es den Tankrabatt und das Neun-Euro-Ticket gab. Die Vergünstigungen waren aber im September weggefallen.

Bundesregierung einigt sich auf Gaspreisbremse

Unterdessen einigte sich die Bundesregierung am Donnerstag darauf, mit einem über Kredite finanzierten 200-Milliarden-Euro-Paket die hohen Energiekosten für die Verbraucherinnen und Verbraucher abzufedern. Das kündigte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Berlin an. Auf die bislang geplante Gasumlage will die Regierung verzichten und Unternehmen stattdessen direkt unterstützen.

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Höchster Stand seit 70 Jahren möglich

Bundesweit schnellt die Inflation im Jahresvergleich im September voraussichtlich auf zehn Prozent in die Höhe. Das wäre der höchste Stand seit 70 Jahren. Das teilte das Statistische Bundesamt auf der Grundlage erster Schätzungen mit. Allein die Energiepreise dürften demnach im September 43,9 Prozent höher liegen als im Vorjahresmonat.

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