Headset auf Tastatur (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Oliver Berg/dpa)

Stimmungsbild in Rheinland-Pfalz

FAQ: So entsteht der Politrend

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Vier Mal im Jahr fragen wir nach der politischen Stimmung in Rheinland-Pfalz. Wie die Daten dabei erhoben und ausgewertet werden, fassen wir hier zusammen.

Woher kommen die Daten für den Politrend?

Zur Sache! Rheinland-Pfalz, das landespolitische Magazin für Rheinland-Pfalz im SWR Fernsehen, beauftragt für den Politrend das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap aus Berlin. Das Institut hat sich auf Politik-, Trend- und Wahlforschung in Deutschland spezialisiert und liefert zum Beispiel die 18-Uhr-Prognosen und Hochrechnungen für die Wahlberichterstattung der ARD. Für den „Zur Sache! PoliTrend“ ist Infratest Dimap seit 20 Jahren im Einsatz. Die dort erhobenen Daten sind das Ergebnis von Befragungen unter den Wahlberechtigten in Rheinland-Pfalz.

Wer wird für den Politrend befragt?

Neues Verfahren ab dem 4. März 2021: Infratest dimap befragt für den Politrend jeweils in einem festgelegten Zeitraum etwa 1.100 bis 1.300 zufällig ausgewählte wahlberechtigte Rheinland-Pfälzer ab 18 Jahren. Die Mehrheit der Personen wird dabei in computergestützten Telefoninterviews befragt. Ein Computer greift dafür auf eine Liste mit allen theoretisch existierenden Telefonnummern zurück und wählt daraus zufällig Telefonnummern für die Befragung aus. Im angerufenen Haushalt gibt es ebenfalls eine Zufallsauswahl unter den dort lebenden Wahlberechtigten. Weil immer mehr Menschen, vor allem Jüngere, online aktiv sind, hat Infratest dimap das Stichprobendesign um ein Internet- bzw. Onlinegestütztes Verfahren in einem sogenannten Mixed Mode-Design ergänzt.

Für alle älteren Politrends in unserem Archiv gilt: Der Politrend beruht auf telefonischen Befragungen. Die Telefonnummern werden von einem Computer ausgewählt. Ein Computer greift auf eine Liste mit allen theoretisch existierenden Telefonnummern zurück und wählt daraus zufällig Telefonnummern für die Befragung aus. Im angerufenen Haushalt gibt es ebenfalls eine Zufallsauswahl unter den dort lebenden Wahlberechtigten. Insgesamt werden so rund 1.000 Wahlberechtigte interviewt

Warum ist es keine reine Online-Befragung?

Online-Befragungen allein können in Deutschland nach wie vor keinen Anspruch erheben, alle Menschen zu erreichen. Der Anteil der Bevölkerung, der nicht online ist, die sogenannten Offliner, nimmt zwar kontinuierlich ab, unterscheidet sich aber in verschiedener Hinsicht von der Grundgesamtheit der Trendbefragungen, den Wahlberechtigten. So sind vor allem ältere Menschen unter Offlinern überdurchschnittlich häufig vertreten. Unter älteren Menschen ist aber auch die Wahlbeteiligung höher, das Wahlverhalten unterscheidet sich zudem von Jüngeren. Dies gilt auch für Wertorientierungen, Einstellungen und Meinungen zu aktuellen Themen.

Können die Ergebnisse bei so wenigen Befragten stimmen?

Die vorgenommene Zufallsauswahl ermöglicht, dass jeder Wahlberechtigte mit einer vergleichbaren Wahrscheinlichkeit von Infratest Dimap angerufen und anschließend auch befragt werden kann. Dieses Vorgehen stellt sicher, dass die Stichprobe in ihrer Zusammensetzung repräsentativ ist, das heißt nicht nur nach Alter, Geschlecht und Bildung für alle Wahlberechtigten vergleichbar ist, sondern auch hinsichtlich politischer Einstellungen, Urteile und Wahlabsichten.

Wie präzise ist die Umfrage?

Die Fehlertoleranz beträgt 2* bis 3** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von zehn Prozent
** bei einem Anteilswert von 50 Prozent

Bei einer Befragung einer Zufallsstichprobe mit 1.000 Wahlberechtigten besteht eine statistische Unsicherheit von bis zu drei Prozentpunkten. Bei einem Befragungswert von 50 Prozent, zum Beispiel für die gemessene Zufriedenheit mit der Landesregierung, liegt der wahre Wert für alle Wahlberechtigte mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent zwischen 47 und 53 Prozent.

Rheinland-Pfalz hat rund drei Millionen Wahlberechtigte. Wie sicher sind die Ergebnisse für die Gesamtbevölkerung?

Bei einer Befragung einer Zufallsstichprobe mit 1.000 Wahlberechtigten besteht eine statistische Unsicherheit von bis zu drei Prozentpunkten. Bei einem Befragungswert von 50 Prozent, zum Beispiel für die gemessene Zufriedenheit mit der Landesregierung, liegt der wahre Wert für alle Wahlberechtigten mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent zwischen 47 und 53 Prozent.

Welche Parteien werden bei der Sonntagsfrage zur Auswahl gestellt?

Die Sonntagsfrage ("Wen würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag in Rheinland-Pfalz Landtagswahl wäre?") ist offen formuliert. Den Befragten werden keine Parteien vorgelesen und zur Auswahl vorgegeben. Sie sind stattdessen aufgefordert, unbeeinflusst von einer vorgegebenen Parteiliste einen Parteinamen zu nennen. Jede im Interview genannte Partei wird vom Interviewer erfasst und steht für die spätere Auswertung zur Verfügung.  

Wie wird sichergestellt, dass die Befragten ehrlich antworten? Was ist mit dem Datenschutz?

Die telefonischen Befragungen finden anonym statt. Der Telefoninterviewer hat keine Informationen zum Namen oder zur Adresse der angerufenen Person. Die im Interview aufgenommenen Antworten des Befragten werden anschließend von der kontaktierten Telefonnummer getrennt abgespeichert und weiterverarbeitet. Die Telefonnummer wird innerhalb der gesetzlichen Frist gelöscht.

Für den Online-Teil der Befragung liegen die personenbezogenen Daten und die während der Erhebung gesammelten Daten auf getrennten Plattformen. Infratest dimap liegen für jedes Interview nur anonyme IDs vor, also keine personenbezogenen Informationen zu den Teilnehmern. Die Befragung wird ausschließlich auf Servern von infratest dimap in Deutschland gehostet.

Ich möchte auch befragt werden: Wie kann ich teilnehmen?

Ein entscheidendes Merkmal qualitativ hochwertiger Stichproben ist, dass die Selbstrekrutierung ausgeschlossen ist. Ihr liegt in aller Regel ein spezielles Motiv zugrunde, zum Beispiel ein besonders starkes Interesse an einem Thema. Dies führt zu nicht korrigierbaren Verzerrungen der Ergebnisse. Daher werden die für die Umfragen zu befragenden Zielpersonen per Zufall ausgewählt. Sie können sich nicht selbst in die Stichproben rekrutieren.

Wer liegt vorn in der Wählergunst? Der Politrend für Rheinland-Pfalz

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Logo von "Zur Sache Rheinland-Pfalz" (Foto: SWR)

Alle Beiträge aus "Zur Sache Rheinland-Pfalz" Das landespolitische Magazin im SWR

Wir erklären politische Entwicklungen auf verständliche Weise und haken bei den Verantwortlichen nach. Alle Beiträge aus den vergangenen Sendungen finden Sie hier.

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