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Auch in Rheinland-Pfalz steigt die Zahl der Corona-Erkrankten stark an. Die Krankenhäuser im Land sehen sich vorbereitet, ermahnen die Menschen aber dennoch.

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"Wir beobachten alle, dass in Deutschland die Covid-Zahlen steigen, das gilt auch für Rheinland-Pfalz", so Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Man habe jedoch das Glück, dass die Situation eine andere sei, als im Frühjahr. Man habe die Zeit genutzt, die Kapazitäten aufzustocken.

6.000 Intensivpatienten erwartet

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, unterstützte ausdrücklich den in der vergangenen Woche beschlossenen Teil-Lockdown zur Eindämmung der Pandemie. Man könne aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens schon jetzt davon ausgehen, dass es Ende November deutschlandweit rund 6.000 Intensivpatienten mit einer Covid-19-Erkrankung geben werde.

Um die Corona-Patienten versorgen zu können, sei der Regelbetrieb langsam schon wieder zurückgefahren worden. "Das gibt uns die Luft und die Möglichkeit, mit den zuständig geschulten Mitarbeitern die Intensivstationen zu besetzen", so Gaß.

Bätzing-Lichtenthäler verspricht Hilfen

"Wir brauchen Intensivkapazitäten, wir brauchen Beatmungsgeräte und wir brauchen Fachpersonal", beschrieb Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler die Lage in rheinland-pfälzischen Krankenhäusern.

1.631 Intensivbetten stünden im Land zur Verfügung, davon seien 501 Betten nicht belegt. 2.100 Pflegefachkräfte seien bereits für die Versorgung von Corona-Patienten nachgeschult worden - 1.500 weitere sollen folgen. Dafür stünden 2,5 Millionen Euro bereit.

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Pfeiffer: "Pandemie wird nicht in Krankenhäusern besiegt"

Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, lobte die regionale und deutschlandweite Zusammenarbeit der Krankenhäuser in Netzwerken, die eine Überlastung einzelner Kliniken verhindere.

"Eine Pandemie wird nicht in Krankenhäusern besiegt. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", betonte er. Deshalb zähle das Verhalten jedes Einzelnen. "Verkehrsunfälle können auch nicht in den Krankenhäusern verhindert werden."

Ein Mensch liegt auf einer Liege und wird beatmet. (Foto: SWR)
Die Ausstattung mit Material und Personal wurde seit dem Frühjahr verbessert

Landesregierung fordert Hilfe vom Bund

In diesem Zusammenhang forderte die rheinland-pfälzische Landesregierung am Mittwoch, dass der Bund den Krankenhäusern Geld zahlt, wenn diese Betten für Covid-19-Patienten freihielten, wenn also planbare Eingriffe verschoben würden. Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) sagte, der Bund müsse die "Freihaltepauschale" für die Kliniken aus dem Frühjahr wieder einführen.

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