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Die Kirchen in Rheinland-Pfalz haben in ihren Osterbotschaften zu Mut, Hoffnung, Tatkraft und Solidarität ermuntert. Auch die Probleme der Kirche waren Thema.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, bedauert nach eigenen Worten Skandale und Unbeweglichkeit in der katholischen Kirche. Er leide an der Kirche, "wenn sie durch Skandale gläubige Menschen ins Wanken bringt oder durch erstarrte Strukturen und mangelnde Veränderungsbereitschaft vielen den Zugang zum Glauben blockiert", sagte der Limburger Bischof am Ostersonntag.

Bätzing: Verständnis für Kirchenaustritt

Bätzing zitierte einen jungen Mann, der ihm als Begründung für seinen Kirchenaustritt geschrieben habe: "Was man nicht verändern kann und was selbst nicht in der Lage ist, umzukehren, sollte man verlassen." Er könne das nachvollziehen, so Bätzing. Und er bedaure es, dass die Kirche ein solches Bild abgebe.

Mut und Tatkraft trotz Pandemie nicht verlieren

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann warnte davor, den Mut zu verlieren und nur auf bessere Zeiten zu warten. "Mutlosigkeit und Resignation sind die eigentlichen Steine, die uns blockieren und aus Lebensräumen Grabhöhlen machen", sagte er. Oft ließen sich vernünftig klingende Argumente finden, etwas nicht zu tun. Das verhindere aber, neue, überraschende Erfahrungen zu machen.

Ostern sei trotz Pandemie das Fest des Lebens, sagte die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst in einem aufgezeichneten Gottesdienst in der Speyerer Gedächtniskirche. "An Ostern atmen wir den Geist der Freiheit." Durch die Auferstehung Jesu sei der Knoten des Todes geplatzt. Ostern bringe neues Leben in die Welt und für die Welt.

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung bezeichnete die Osterbotschaft in der Corona-Pandemie als "Kraftquelle für das Hier und Jetzt". Ostern sei die "große Botschaft des christlichen Glaubens vom Sieg des Lebens", erklärte Jung in einem auf der Internetseite der Landeskirche veröffentlichten Video. Dies könne gerade "in der Zeit der Pandemie stärkende und orientierende Kraft" geben.

"Das Dunkel des Todes ist nicht mehr die alles bestimmende Wirklichkeit. Auch wir werden auferstehen, wir haben eine Hoffnung über den Tod hinaus."

Peter Kohlgraf, Bischof von Mainz

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf sagte, so wie am Ende des Winters die Natur im Frühling neu aufblüht und neues Leben schafft, habe die Auferstehung Jesu die ganze Welt zum Leuchten gebracht. "Unsere verwundeten Seelen brauchen gerade in diesen Wochen und Monaten diese Sonne, das Aufblühen, den Glauben an neues Leben und eine Zukunft im Licht."

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Menschen am Rand der Gesellschaft unterstützen

Zu Hilfen für Menschen am Rand der Gesellschaft rief der Speyerer Weihbischof Otto Georgens als Vertretung für den erkrankten Bischof Karl-Heinz Wiesemann auf. So wie Jesus ohne Angst auf alle Menschen zugegangen sei, sollten Christen solidarisch mit "den Gebeugten, mit den Unterdrückten, mit den Fremden, mit den Arbeitslosen, mit den Gefangenen" sein.

Rheinland-Pfalz

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