Eine Psychotherapeutin im Gespräch mit einer Patientin: Das Psychologiestudium wird reformiert; Psychotherapie wird ein eigener Studiengang (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose)

Nach dem Hochwasser im Ahrtal

Opferbeauftragter fordert mehr Psychotherapieplätze für Flutopfer

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Es gibt zu wenig Psychotherapieplätze für die Opfer des Hochwassers im Ahrtal. Das sagt der rheinland-pfälzische Opferbeauftragte Detlef Placzek. Er fordert eine dringende Aufstockung.

Placzek appellierte an die Kassenärztliche Vereinigung und die Krankenkassen, noch vor dem Winter die stationären Einrichtungen für ambulante Therapieplätze zu öffnen. Etwa 20 Prozent der Menschen, die einen Therapieplatz suchten, fänden derzeit keinen, sagte Placzek der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

"Wenn es regnet, klingeln die Telefone"

Bei der vom Opferbeauftragten eingerichteten Hotline hätten sich inzwischen etwa 100 Menschen gemeldet, weil sie einen Platz für eine klassische Therapie suchten. Bei der psychotherapeutischen Hotline hätten mehr als 1.000 Menschen angerufen. "Wenn es regnet, klingeln da die Telefone", berichtete Placzek. Und jetzt stehe die dunkle, kalte und nasse Jahreszeit vor der Tür.

"Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass wir wesentlich mehr Therapieplätze zur Verfügung stellen, als das jetzt möglich ist", sagte Placzek dem Bayerischen Rundfunk. Was jetzt in den betroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz vorhanden sei, reiche noch nicht aus.

Den Opfern müsse zunächst klar gemacht werden, was ein Trauma sei und woran sie es selbst erkennen könnten. Diese Erkenntnis alleine werde aber nicht ausreichen, so Placzek. Es müsse auch die Antwort auf die Frage geben, an wen sich die Betroffenen wenden können.

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