Corona-Impfung: EMA entscheidet über angepasste Omikron-Impfstoffe  (Foto: IMAGO, IMAGO / blickwinkel)

Angepasster Impfstoff verfügbar

Corona-Impfungen gegen Omikron-Variante in RLP gestartet

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Seit Mittwoch sind auch in Rheinland-Pfalz Corona-Impfungen mit den an die Omikron-Variante angepassten Wirkstoffen möglich. Die Vorbereitungen dazu waren landesweit aber unterschiedlich.

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Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch sind die ersten Dosen für Corona-Auffrischungsimpfungen mit dem angepassten Wirkstoff der Hersteller BioNTech/Pfizer an die Impfzentren ausgeliefert worden. Das Land habe in einer ersten Zuteilung 2.880 BioNTech-Impfdosen erhalten. Eine zweite Lieferung von 5.760 Dosen solle noch in dieser Woche eintreffen. Für Samstag sei zudem die Lieferung von 8.400 Impfdosen des angepassten Impfstoffes von Moderna angekündigt.

Die Zahlen beziehen sich laut Ministerium auf Lieferungen für die Impfzentren. Wie viel Impfstoff die verschiedenen Pharmagroßhändler im Land für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte erhalten, konnte eine Sprecherin nicht sagen.

Ins Impfzentrum Alzey wurden etwa 240 Dosen mit dem neuen Wirkstoff geliefert. Diese werden seit dem frühen Nachmittag verimpft.

Bund hat 14 Millionen Impfdosen bestellt

Der Bund hat etwa 14 Millionen Dosen des BA.1-Präparats von BioNTech/Pfizer und Moderna geordert. Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium geht davon aus, dass rund fünf Prozent der vom Bund angekündigten Gesamtmenge an Impfdosen auf das Land entfallen - das sind etwa 250.000 BA.1-Impfdosen von BioNTech/Pfizer und 120.000 von Moderna.

Der angepasste Impfstoff sei allerdings nur für Auffrischungsimpfungen, nicht aber für eine Grundimmunisierung zugelassen, hieß es. Die neuen Vakzine sollen vor dem ursprünglichen Virus Sars-CoV-2 und vor der Omikron-Sublinie BA.1 schützen. In Deutschland spielen diese Virusvarianten mittlerweile keine Rolle mehr. Experten gehen aber davon aus, dass die neuen Impfstoffe auch einen Vorteil gegen den derzeit dominierenden Subtyp BA.5 bringen.

Für wen ist der angepasste Booster sinnvoll?

Alle, die bereits einen Impftermin haben, können nun wählen, ob sie sich mit dem Impfstoff der ersten Generation oder dem neuen Vakzin impfen lassen wollen, sofern sie die Voraussetzungen erfüllen. Eine spezielle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für die angepassten Vakzine gibt es noch nicht. Die Stiko empfiehlt eine zweite Auffrischung aber grundsätzlich allen Personen über 60 und solchen, mit Vorerkrankungen. Diese Auffrischung sei sechs Monate nach dem ersten Boostern oder nach Ablauf der gleichen Zeit nach einer Corona-Infektion möglich.

Einen großen Ansturm auf die angepassten Impfstoffe erwarten die Länder - nach einer Umfrage der Deutschen Presseagentur - zwar nicht. Gut vorbereitet sehen sich die rheinland-pfälzischen Impfstellen trotzdem. Bei Bedarf könnten die Kapazitäten aufgestockt werden.

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Wo kann man sich in Rheinland-Pfalz impfen lassen?

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern hat Rheinland-Pfalz an stationären Impfzentren und kommunalen Impfstellen, etwa an Krankenhaus-Standorten, festgehalten, 26 davon gibt es landesweit noch. Hinzu kommen sechs Impfbusse, die im Land unterwegs sind. Damit wären monatlich rund 200.000 Impfungen möglich, so das Gesundheitsministerium. Darüber hinaus kann das Deutsche Rote Kreuz mit mobilen Teams rund 35.000 Menschen pro Monat impfen - vor allem in Alten- und Pflegeheimen.

"Wir haben die Infrastruktur für unsere ergänzenden staatlichen Impfangebote bewusst und zurecht aufrechterhalten. Wir appellieren an alle: Nutzen Sie diese Angebote und lassen Sie sich impfen", so Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) in einer Mitteilung.

Wie sind die Impfzentren in RLP vorbereitet?

Das Impfzentrum im Kreis Kaiserslautern hat nach Angaben der Kreisverwaltung jeweils 600 Dosen der angepassten Impfstoffe von BioNTech und Moderna bestellt. "Sobald der Impfstoff da ist, wird er auch verimpft", hieß es. Es könne aber jederzeit nachbestellt werden. Das Landesimpfzentrum KL ist seit August in Landstuhl ansässig. Dort können wöchentlich mehr als 400 Termine vergeben werden - davon wurden den Angaben zufolge im September bislang aber nur 14 Prozent gebucht. Daher habe man die Kapazität zunächst nicht erhöht. Die Entwicklung der Buchungen werde aber genau beobachtet, um nachzusteuern, so die Kreisverwaltung am Dienstag.

In Pirmasens rechnet die Stadt derzeit nicht mit einer erhöhten Nachfrage. Die Zentrale Impfstelle, die vom Städtischen Krankenhaus betrieben wird, hat nach Angaben der Stadtverwaltung zunächst 200 Impfdosen bestellt. Aktuell werden dort 40 bis 50 Impfungen pro Woche durchgeführt. Die Einrichtung ist jeden Donnerstag durchgehend von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

In Zweibrücken gebe es nach Informationen der Stadt 1.200 potenzielle Kandidaten für eine Omikron-Boosterimpfung - also Über-60-Jährige und Vorerkrankte. Man gehe aber davon aus, dass viele davon bereits beim Hausarzt eine Auffrischung erhalten haben. Daher sei es derzeit nicht nötig, das Impfzentrum Zweibrücken wieder zu öffnen.

Auch im Kreis Kusel ist das Impfzentrum nicht in Betrieb. Laut Kreisverwaltung gibt es dezentrale Impfaktionen mit Ärzten. Für die kommende Woche habe man 50 Impfdosen bestellt.

Die Stadt Ludwigshafen geht bislang davon aus, dass der Impfstoff schon an diesem Mittwoch im Impfzentrum verfügbar sein könnte, für Auffrischimpfungen ab dem 60. Lebensjahr und bei Risikopatienten. Auch die Kommunale Impfstelle Landau/Südliche Weinstraße will das Vakzin zeitnah verimpfen. Das Landesimpfzentrum in Germersheim will den neuen Impfstoff ab der kommenden Woche anbieten und dafür die Öffnungszeiten ausweiten, sollte es eine große Nachfrage geben. Momentan wird dort nur an einem Tag in der Woche geimpft.

Auch im Kreis Alzey-Worms ist man für die angepasste Impfung gerüstet. Der Koordinator des dortigen Impfzentrums, Norbert Günther, sagte dem SWR, im Impfzentrum Alzey könnten aktuell 300 Menschen pro Tag geimpft werden. Wenn es nötig sein sollte, könnten die Kapazitäten aber auch hochgefahren werden.

Auch im Impfzentrum der Stadt Mainz in Gonsenheim werden die angepassten Vakzine ab dem Nachmittag einsatzbereit sein, so Günther. Für die Anlaufstellen Alzey und Mainz habe man 4.700 Impfdosen von BioNTech und 1.000 Dosen von Moderna bestellt.

Im Kreis Bad Kreuznach gibt es kein Impfzentrum mehr, aber es werden mobile Impftermine angeboten, die der DRK-Kreisverband durchführt. Ein Sprecher sagte, diese Termine seien sehr flexibel, so dass keine gesonderte Vorbereitung auf den Einsatz der neuen Impfstoffe nötig sei.

In Trier bleibt das Impfzentrum nach Auskunft des Gesundheitsministeriums vorerst im Stand-by-Modus. Es könne aber binnen weniger Tage reaktiviert werden, so Pressesprecher David Freichel. In der Region Trier soll es demnach im Herbst und Winter stationäre Impfangebote geben. Monatlich sollen am Standort Trier 12.500 Impfdosen zur Verfügung stehen. Weitere Angebote wird es in Hillesheim, Bitburg, Idar-Oberstein und Wittlich geben.

Im Norden von Rheinland-Pfalz gibt es insgesamt drei große Impfzentren - in Koblenz, Hachenburg im Westerwaldkreis und Lollschied im Rhein-Lahn-Kreis. In Lollschied und Hachenburg wurden eigenen Angaben zufolge bereits 2.200 Impfdosen bestellt. In Koblenz sei das Zentrum auf 500 Impfungen pro Woche vorbereitet, heißt es.

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Weiterer angepasster Impfstoff im Oktober?

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hatte am 1. September die Genehmigung für die beiden Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna erteilt, die an den Subtyp BA.1 der Omikron-Variante des Coronavirus angepasst sind. Die EU-Kommission ließ beide Vakzine anschließend zu.

Die EMA prüft derzeit einen auf die aktuell vorherrschenden Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 angepassten Corona-Impfstoff von BioNTech/Pfizer. Dies erfolge im Rahmen eines sogenannten Rolling-Review-Verfahrens, teilte ein Sprecher der Behörde auf Anfrage mit. Dabei werden Ergebnisse bereits bewertet, wenn noch keine vollständigen Studiendaten vorliegen und noch keine Zulassung des Vakzins beantragt wurde. Das Mainzer Unternehmen BioNTech hatte diesen neuen Impfstoff für Oktober angekündigt.

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