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Diverse Schulen in Rheinland-Pfalz wurden wegen des Coronavirus geschlossen. Dessen Ausbreitung hat möglicherweise auch Auswirkungen auf die mündlichen Abiturprüfungen im Land. Ein Notfallplan sieht vor, Prüfungen zur Not auch außerhalb der Schulen durchzuführen.

Die Prüfungen beginnen kommende Woche. Nun hat die Landesregierung einen Notfallplan ausgearbeitet, falls die Abiturprüfungen an einer Schule nicht stattfinden können. Sollten Schulen geschlossen sein, dann muss laut der zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) das Gesundheitsamt gemeinsam mit der Schulleitung prüfen, ob die mündliche Prüfung auch an einem anderen Ort möglich ist. Falls dies nicht geht, sollen die Prüfungen verschoben werden.

"Alle Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz werden ihr mündliches Abitur antreten können", sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) dem SWR. Eventuell betroffene Schüler sollten keine Nachteile bei der Einschreibung an einer Uni zum Sommersemester haben. Allerdings könnten die Zeugnisse, die eigentlich am 27. März ausgegeben werden sollen, später überreicht werden.

Aufsichtsbehörde rät Schulen zur Vorsicht

Doch nicht nur die Abiturienten sind von der Ausbreitung des Coronavirus betroffen. Schülerinnen und Schüler, die sich in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten haben, sollen künftig vierzehn Tage lang zuhause bleiben - auch wenn sie keine Krankheitssymptome haben. Das hat die Schulaufsichtsbehörde ADD in Trier allen Schulen empfohlen. Südtirol etwa gilt inzwischen auch als Risikogebiet.

In Bitburg wurde eine Schulklasse der Otto-Hahn-Realschule in häusliche Quarantäne gestellt, weil sie Ende Februar bei einer Skifreizeit in Südtirol war. Auch etwa 35 Schüler und Lehrer einer Integrierten Gesamtschule in Kandel sind betroffen. Sie waren am Freitag von einer Skifreizeit aus Südtirol zurückgekehrt.

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Zwei Schulen in Bad Kreuznach geschlossen

Wegen konkreter Corona-Fälle wurden aber auch zahlreiche Schulen im Land komplett geschlossen. In Bad Kreuznach sind am Dienstag das Gymnasium am Römerkastell und die IGS Sophie-Sondhelm geschlossen worden. Das teilte die Kreisverwaltung mit. Bei einem Mann aus Langenlonsheim sei das Coronavirus nachgewiesen worden. Auch seine Ehefrau und sein Sohn weisen Symptome der Krankheit auf. Bei ihnen steht das Ergebnis aber noch aus. Der Sohn besucht das Gymnasium am Römerkastell.

Schulschließung im Kreis Bad Dürkheim

Vom Virus betroffen ist auch die Integrierte Gesamtschule Deidesheim, Standort Wachenheim im Kreis Bad Dürkheim. Auf Anweisung des Gesundheitsamtes Neustadt findet dort seit Montag (9.3.) für eine Woche kein Unterricht statt - auch nicht in der im gleichen Gebäude untergebrachten Grundschule. Ein Lehrer der Gesamtschule hatte sich mit dem Virus infiziert.

Alle, die direkten Kontakt mit dem betroffenen Lehrer gehabt haben, sollen auf Anweisung des Gesundheitsamtes zuhause bleiben. Auch die Kindertagesstätte "Pusteblume" in Wachenheim ist derzeit wegen eines anderen bestätigten Falls geschlossen.

Diverse Schulen in Koblenz vorerst geschlossen

Aufgrund der neuen Corona-Fälle im Stadtgebiet Koblenz haben außerdem die Verwaltungen der Stadt und des Landkreises Mayen-Koblenz auf Empfehlung des Gesundheitsamtes Mayen-Koblenz entschieden, vorsorglich eine Kita und diverse Schulen zu schließen. Dies teilte die Kreisverwaltung am Sonntag mit. Im Koblenzer Stadtteil Ehrenbreitstein bleiben demnach die Grundschule und die Katholische Kindertagesstätte Spiel- und Lernstube Ehrenbreitstein ab Montag (9.3.) für 14 Tage geschlossen.

Darüber hinaus wird der Schulbetrieb am Schulzentrum in Andernach - zu dem das Kurfürst-Salentin-Gymnasium, das Bertha-von-Suttner-Gymnasium, die St.-Thomas-Realschule plus Andernach und die Geschwister-Scholl-Realschule plus Andernach zählen - ebenfalls ab Montag für vier Tage ausgesetzt.

Erste Hochschule betroffen

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, hat am Montag die Wirtschaftshochschule WHU in Vallendar als erste Hochschule in Deutschland den kompletten Campus geschlossen, weil ein dortiger Student infiziert ist. Nach Angaben des Kreises Mayen-Koblenz gilt die Schließung zunächst bis Freitag, den 13. März.

Am Freitag war eine 70-jährige Frau aus Mainz positiv auf das Coronavirus getestet worden. Vorsorglich wurde in der Folge eine Kita in Mainz vorübergehend geschlossen. Die Frau zeigt nach Angaben des Gesundheitsamtes Mainz-Bingen nur milde Symptome.

Grundschule in Wörth wieder offen

Eine wegen des Coronavirus-Risikos vorübergehend geschlossene Grundschule in Wörth hat dagegen am Montag wieder geöffnet. Die Tests bei den Angehörigen eines Vaters, dessen Tochter die Schule besucht, seien negativ gewesen, teilte der Landrat des Kreises Germersheim, Fritz Brechtel (CDU), mit.

Rheinland-Pfalz

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