Ein Schiff fährt auf dem Rhein mit Niedrigwasser. Im Hintergrund ist der Dom zu Speyer in Rheinland-Pfalz zu sehen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | René Priebe/PR-Video)

Trockenheit bringt Flüsse in Gefahr

Niedrigwasser im Rhein: Das sind die Folgen für die Wirtschaft

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SWR-Wirtschaftsredakteur Alexander Winkler (Foto: SWR, Oliver Reuther)

Niedrige Rhein-Pegelstände und kein Regen in Sicht: Die anhaltende Trockenheit wird für Binnenschiffe zum immer größeren Problem. Hinzu kommen Folgen des Ukraine-Krieges.

Das Niedrigwasser des Rheins verursacht gleich eine ganze Kette von Problemen - von der Binnenschifffahrt über die Landwirtschaft bis hin zu Kohlekraftwerken. Denn wegen des niedrigen Wasserstands können die bisherigen Schiffe aktuell oft nicht voll beladen werden, weil sie sonst auf Grund laufen.

Mehr Fracht, aber weniger Kapazität und weniger Schiffe

Zwar wollen die Schifffahrtsunternehmen zum Ausgleich der gesunkenen Transportkapazitäten mehr Schiffe einsetzen, doch es gibt zu wenige. Zudem ist eine große Zahl von Schiffen über die Donau in Richtung Ukraine gefahren, um dort Weizen zu laden. Auch die fehlen jetzt am Rhein.

Zusätzlich wird die Lage dadurch verschärft, dass wegen der Energiekrise wieder verstärkt auf Kohlekraftwerke gesetzt wird. Für die Stromproduktion brauchen diese aber große Mengen Kohle, für die die Kraftwerks-Betreiber bei der Binnenschifffahrt viel Transportkapazität eingekauft haben. Damit wäre die Branche schon bei Normalwasser voll ausgelastet.

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Getreide kann nicht mit dem Schiff abtransportiert werden

Entlang des Rheins hat das beispielsweise Konsequenzen für den Transport von Getreide. Der Raiffeisenverband klagt, dass gerade jetzt - kurz vor Ende der Ernte - die Lagerplätze in Süddeutschland voll seien und man das Getreide nicht in entsprechenden Mengen abtransportieren könne. Die Lager platzten deshalb aus allen Nähten, so der Raiffeisenverband.

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Auch darüber hinaus trifft der Mangel an Frachtkapazität auf dem Rhein die Wirtschaft. Viele weitere Güter können nicht im geplanten Umfang abtransportiert oder angeliefert werden. Gleichzeitig ist es extrem schwierig, Transporte kurzfristig auf Lkw oder auf die Bahn zu verschieben.

Auch keine Alternative: Bahn und Lkw statt Transport per Schiff

So sind einerseits einige Firmen darauf ausgerichtet, Lieferungen hauptsächlich über das Schiff anzunehmen. Hinzu sind die Transportmengen ein Problem. So können beispielsweise mit einem Binnenschiff auf einen Rutsch 1.000 Tonnen Getreide angeliefert werden, für die gleiche Menge müssten 40 Lkw auf den Hof rollen und entladen werden. Auch das geht nicht überall.

Zudem sind auch die Speditionen bereits jetzt gut ausgelastet. Viele können keine weiteren Aufträge annehmen, weil es aktuell an Lkw-Fahrerinnen und -Fahrern mangelt. Mit Blick auf weitere heiße Sommer hat der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) deswegen einen Ausbau der Infrastruktur und einen Krisenplan für zukünftige Trockenperioden gefordert.

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