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Was geht wieder? Was ist weiter verboten? Einen Überblick über die Corona-Beschränkungen in Rheinland-Pfalz zu behalten, ist nicht leicht. Hier eine Übersicht über die wichtigsten Regelungen.

Kontaktbeschränkungen

Angehörige von zwei Haushalten - also zum Beispiel zwei Familien - dürfen sich seit dem 13. Mai wieder treffen. Dies sei sehr lebensnah, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Maskenpflicht

Seit dem 27. April müssen beim Einkaufen oder in Bussen und Bahnen sogenannte Alltagsmasken getragen werden - Mund und Nase müssen bedeckt sein, um die Ansteckungsgefahr für andere zu verringern. Auch Schals dürfen dazu benutzt werden. Die Maskenpflicht dürfte so schnell nicht aufgehoben werden, da die Pandemie noch nicht vorbei ist. Wer dagegen verstößt, dem droht ein Bußgeld.

Kinderbetreuung

Spätestens bis zum 8. Juni soll in Rheinland-Pfalz wieder ein eingeschränkter Regelbetrieb in den Kindertagesstätten stattfinden. Alle Kita-Kinder sollen zumindest phasenweise in die Einrichtungen gehen können. Wie genau das Konzept umgesetzt werde, werde vor Ort entschieden, kündigte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) nach Gesprächen mit Kita-Trägern, Elternvertretern und Gewerkschaften an. Da es zunächst Engpässe geben könnte, sollten Vorschulkinder, Kinder mit besonderen Bedürfnissen sowie Kinder von Alleinerziehenden und Vollzeittätigen Vorrang bekommen.

Schulen

Die Schulen sind seit 25. Mai auch für die dritten, fünften und sechsten Klassen geöffnet. Am 8. Juni folgen die übrigen: die Klassen eins, zwei, sieben, acht und neun. Mitte Juni sollen alle Schüler wieder in der Schule sein und nach einem rollierenden System unterrichtet werden - am 6. Juli beginnen die Sommerferien. Bereits zum 18. Mai kehrten weitere Klassen der Berufsbildenden Schulen zum Präsenzunterricht zurück.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Gastronomie

Restaurants, Cafés und Gaststätten können seit 13. Mai öffnen - drinnen und draußen von 6 bis 22 Uhr, aber nur unter Einhaltung der Hygieneschutz- und Abstandsregeln. Am 27. Mai wurde die Öffnungszeit bis 22.30 Uhr erweitert. Dann soll es auch wieder Speisen und Getränke an Theken in der Gastronomie und an Anreichen in Hotels beim Frühstück geben. Eine Bewirtung war bisher nur an Tischen erlaubt. Die Lockerung gilt auch für die Pfälzerwaldhütten.

Gäste müssen in allen Lokalen vorausbuchen und eine Kontaktnachverfolgung ermöglichen. Die Kontaktdaten aller Gäste muss das Lokal einen Monat aufbewahren, um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können. Bis die zugewiesenen Sitzplätze eingenommen sind, müssen die Gäste einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Tourismus

Dauercamper dürfen seit dem 13. Mai wieder auf ihre Plätze. Ab 10. Juni sollen auch Benutzer ohne eigene Sanitäranlagen wieder auf die Campingplätze dürfen. Hotels können seit dem 18. Mai unter Einhaltung der Hygieneschutz- und Abstandsregeln auch für touristische Beherbergung wieder öffnen. Reisebusfahrten und Schiffsreisen sind laut Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) ab 24. Juni in Rheinland-Pfalz unter Auflagen wieder möglich.

Sport

Ab dem 27. Mai dürfen unter anderem Fitnessstudios und Freibäder unter ganz bestimmten hygienischen Auflagen öffnen. In den Fitnessstudios schreibt die Verordnung einen Abstand von drei Metern zwischen den Geräten vor, wenn sie parallel genutzt werden. Ansonsten liegt die Grenze bei Trainings bei einer Fläche von 10 Quadratmetern je Person. Ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Personen ist jederzeit einzuhalten. Wettkampfsituationen mit direktem Kontakt sind nicht erlaubt.

In Freibädern muss auch im Becken ein Mindestabstand von anderthalb Metern eingehalten werden. Schwimmerbecken sind mit Bahnmarkierungen auszustatten und es muss ein Konzept zum geordneten Schwimmbetrieb vorliegen. Eine Gruppenbildung der Badegäste soll vermieden werden. Alle Funktionsbereiche einschließlich Umkleiden, Sanitäranlagen und Kiosk müssen durch Markierungen und ein geeignetes Wegekonzept von den Liegebereichen abgegrenzt werden. Duschen und Umkleiden sind nur einzeln bzw. mit Personen aus dem eigenen Haushalt betretbar. Die Kontaktdaten der Badegäste sowie die Verweildauer müssen dokumentiert und einen Monat lang aufbewahrt werden.

In Tanzschulen gilt einen Mindestabstand von 1,5 Metern, im Abstand von 20 Minuten muss für jeweils 15 Minuten gelüftet werden. Paartanz ist nur mit begrenzter Personenanzahl möglich und das Paar muss aus einem Hausstand kommen oder aus festen Tanzpartnern bestehen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Hallenbäder und Saunen sollen am 10. Juni folgen. Vereinssport ist bereits wieder erlaubt, jedoch stellen die Abstandsregeln Vereine teilweise vor Probleme. Bestimmte Individual- und Paarsportarten wie Tennis oder Golf sind schon seit 20. April wieder erlaubt. Trainingseinheiten mit Mannschaftsspielcharakter sind nicht erlaubt. Spiel- und Wettkampfsituationen, in denen ein direkter Kontakt erforderlich oder möglich ist, bleiben untersagt.

Kultur und Freizeit

Theater, Kleinkunstbühnen, Konzertsäle und Kinos können ab 27. Mai unter bestimmten Auflagen wieder öffnen. Bei den Sitzplätzen muss in jede Richtung ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Besuchern eingehalten werden. Die Veranstaltungsräume dürfen nur mit Bestuhlung genutzt werden. Vorreservierung oder Anmeldung ist erforderlich. Empfohlen wird die Einrichtung von Ticketing-Systemen, die flexibel einen automatischen Mindestabstand ermöglichen.

Auch Spielhallen und -banken dürfen ab 27. Mai öffnen. Durch Zutrittsbeschränkungen muss gewährleistet sein, dass sich pro 10 Quadratmetern Spielfläche höchstens eine Person (Gast) in der Spielbank oder Spielhalle aufhält. Gäste müssen untereinander und zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten.

Auch ab dem 27. Mai sind Flohmärkte unter freiem Himmel wieder gestattet, Flohmärkte in Hallen ab dem 10. Juni. Das Gelände muss klar begrenzt und mit einem zentralen Zugang und einem zentralen Ausgang versehen sein. Der Zutritt muss von Bewachungspersonal oder durch feste Absperrungen gesteuert werden. Auf dem Gelände müssen das Abstandsgebot und die Personenbegrenzung eingehalten werden.

Freizeitparks und Innenbereiche von Zoos dürfen ebenfalls ab dem 10. Juni wieder für Besucher öffnen. Zoos, Tierparks und Botanische Gärten durften ihre Außenbereiche seit dem 20. April wieder zugänglich machen. Die Betreiber müssen dafür sorgen, dass es nicht zu Menschenansammlungen kommt. Strenge Zutrittskontrollen sind zu erfüllen. Auch Messen können wieder stattfinden. Autokinos sind weiter erlaubt. Diskotheken und Bordelle müssen vorerst weiter geschlossen bleiben.

Museen, Galerien und Gedenkstätten

Museen, Ausstellungen, Galerien, Gedenkstätten sowie Bau- und Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz dürfen seit 11. Mai wieder aufmachen. Allerdings müssen sie bestimmte Hygienebedingungen gewährleisten und auf das Einhalten der Abstandsregelungen achten.

Veranstaltungen und Feiern

Außenveranstaltungen mit maximal 100 Menschen sind ab dem 27. Mai wieder möglich. Die Hygiene- und Abstandsregeln müssen eingehalten werden. Vom 10. Juni an werde die Personenbegrenzung auf 250 angehoben. Etwas später werden Lockerungen für Innenveranstaltungen greifen. Diese sind den Angaben zufolge ab 10. Juni mit bis zu 75 Menschen wieder möglich, ab dem 24. Juni dürfen es dann drinnen bis zu 150 Menschen sein. Weiterhin untersagt sind allerdings Volks- oder Weinfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern oder auch größere Konzerte. Sie bleiben voraussichtlich bis mindestens 31. August verboten.

Private Feiern will die Landesregierung explizit nicht regeln. "Wir finden es nicht angemessen und möglich, dass die Polizei in private Feiern geht", so die Ministerpräsidentin. Die Regelungen für den öffentlichen Raum solle man auch im privaten Bereich verfolgen.

Hochzeiten und Bestattungen

An standesamtlichen Trauungen dürfen neben dem Brautpaar und dem Standesbeamten weitere "für die Eheschließung notwendige Personen" und zwei Trauzeugen teilnehmen. Dabei sein dürfen auch im ersten Grad mit einem der Eheleute verwandte Menschen sowie Personen eines weiteren Hausstandes. Auch bei Trauungen sieht die neue Rechtsgrundlage vor, dass weitere Menschen erlaubt sind, sofern es pro zehn Quadratmeter Raum nicht mehr als eine Person ist. Bislang waren nur Brautpaar und Trauzeugen erlaubt.

An Trauerfeiern in geschlossenen Räumen dürfen Ehegatten, Lebenspartner und Verlobte des Verstorbenen teilnehmen, außerdem im ersten Grad mit dem Toten verwandte Menschen sowie Personen eines weiteren Hausstandes. Weitere Menschen dürfen teilnehmen, sofern sichergestellt wird, dass pro zehn Quadratmeter Raumfläche nicht mehr als eine Person anwesend ist.

Spielplätze

Kommunen dürfen Spielplätze seit dem vergangenen 3. Mai wieder freigeben, allerdings stehen die Eltern in der Pflicht, Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.

Musik- und Volkshochschulen

Unterricht am Musikschulen ist inzwischen wieder für maximal drei Personen inklusive Lehrkraft erlaubt - ausgenommen ist  Gesangsunterricht. Volkshochschulen und Weiterbildungsträger können seit dem 13. Mai wieder aufmachen, müssen aber Regeln wie die Schulen befolgen.

Fahrschulen

Auch sie können seit 13. Mai für alle Führerscheinklassen ihren Betrieb wieder aufnehmen. Dabei gelten strenge Vorgaben - zum Beispiel ein Mundschutz beim Autofahren.

Alten- und Pflegeheime

Hier wurde das Besuchsverbot aufgehoben. Seit dem 7. Mai ist ein Gast für maximal eine Stunde pro Tag und Bewohner erlaubt. Die Gültigkeit der Verordnung wurde bis zum 30. Juni verlängert.

Friseure, Kosmetik- und Nagelstudios

"Körpernahe Dienstleistungen" können auch seit 13. Mai wieder öffnen - nach Terminvereinbarung und unter Einhaltung von Hygienestandards. Friseure empfangen bereits seit dem 4. Mai wieder Kunden.

Einkaufen

Seit dem 4. Mai dürfen in Rheinland-Pfalz wieder alle Geschäfte unabhängig von der Verkaufsfläche öffnen.

Gottesdienste

Gottesdienste und andere religiösen Versammlungen sind seit dem 3. Mai wieder möglich, wenn auch unter Bedingungen: So muss in Kirchen und anderen Gotteshäusern der Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen den Menschen eingehalten werden, nötig sind zudem weitere Hygienemaßnahmen wie das Aufstellen von Desinfektionsspendern.

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