Umweltministerin Anne Spiegel (Grüne) steht am Rednerpult im Landtag (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Andreas Arnold)

Werbung an grüne Zielgruppe ausgespielt

Spiegel-Ministerium ändert Werbepraxis nach Böhmermann-Kritik

STAND

Das grün-geführte Umweltministerium in Rheinland-Pfalz ist von Satiriker Jan Böhmermann für seine Werbepraxis bei Facebook kritisiert worden. Jetzt ändert es sein Vorgehen.

Werbeanzeigen auf Facebook will das Ministerium künftig nicht mehr an die Zielgruppe richten, die sich für die Grünen interessiert. Böhmermann hatte das in seiner Sendung am Freitagabend kritisiert.

Das rheinland-pfälzische Klimaschutzministerium habe in mindestens einem Fall Facebook-Werbung auf Steuerzahlerkosten so geschaltet, dass diese unter anderem vermehrt einer grünen Zielgruppe angezeigt wurde - also Nutzern von denen Facebook annimmt, dass sie sich für die Grünen interessieren.

Die Vorwürfe von Jan Böhmermann an das Klimaschutzministerium

Ministerium hält Kritik für berechtigt

Das Ministerium räumte auf SWR-Anfrage ein: Die Kritik an dieser Praxis sei berechtigt. Daher habe das Ministerium diese sofort abgestellt und sichergestellt, dass eine solche Zielgruppenauswahl nicht mehr erfolge. In der Werbeanzeige war es um Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Rheinland-Pfalz gegangen.

Die von Böhmermann kritisierte Anzeige des rheinland-pfälzischen Umwelt- und Klimaschutzminsteriums Rheinland-Pfalz (Foto: Screenshot Facebook Werbebibliothek)
Die von Böhmermann kritisierte Facebook-Anzeige des rheinland-pfälzischen Klimaschutzminsteriums Screenshot Facebook Werbebibliothek

Böhmermann: "Parteiwerbung aus Steuergeldern"

Grundsätzlich - so das Ministerium - sei das Microtargeting ein gängiges Marketinginstrument - also das Adressieren von Werbung bei Facebook an bestimmte Zielgruppen. Böhmermann warf dem Klimaschutzministerium "Parteiwerbung bezahlt aus Steuergeldern" vor.

Die Anzeige war laut Facebook im Juli für einige Tage geschaltet. Welche genauen "targets" ausgewählt wurden, sind in der öffentlich zugänglichen "Werbebibliothek" von Facebook nicht nachzuvollziehen. Die Redaktion des "ZDF Magazin Royale" will diese Informationen allerdings gesammelt und analysiert haben.

Kritik an anderen Parteien und Behörden

Böhmermann kritisierte auch die FDP, einen Bundestagsabgeordneten der Linken, die CDU Mecklenburg-Vorpommern und das SPD-geführte Bundesarbeitsministerium für ihre Werbepraxis bei Facebook. Dem amerikanischen Unternehmen wirft er vor, trotz Kritik weiterhin intransparent bei politischen Werbekampagnen zu sein.

Rheinland-Pfalz

Nach OVG-Rüge und Höfken-Rücktritt Umweltministerium in Rheinland-Pfalz mit neuen Beförderungsstandards

Nach der Beförderungsaffäre und dem Rücktritt von Ministerin Ulrike Höfken und Staatssekretär Thomas Griese (beide Grüne) gelten im rheinland-pfälzischen Umweltministerium neue Beförderungsstandards.  mehr...

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

Ausnahmen wurden in Rheinland-Pfalz zur Regel Rechtswidrige Beförderungen mit System im Umweltministerium

Das rheinland-pfälzische Umweltministerium hat wesentlich mehr Personal rechtswidrig befördert als bekannt. Das haben SWR-Recherchen ergeben.  mehr...

STAND
AUTOR/IN