NABU Stunde der Wintervögel - in Rheinland-Pfalz werden vom 6. bis 9. Januar Wintervögel von Hobby-Vogelexperten gezählt. Die Amsel gehört zu der noch immer am häufigsten vorkommenden Vogelart. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Amsel, Drossel, Fink und Star

NABU ruft Rheinland-Pfälzer zu großer Vogelzählung auf

STAND

Amsel, Star oder Fink - welche Vogelarten entdecken Sie bei sich im Garten? Der NABU ruft vom 6. Januar an zur Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel" auf.

Vor einem Jahr nahmen allein in Rheinland-Pfalz mehr als 12.500 Menschen Stift, Zettel und Fernglas zur Hand und beobachteten eine Stunde lang den gefiederten Flugverkehr. Durch diese massenhafte Beobachtung sollen wissenschaftliche Erkenntnisse zum Bestand der heimischen Wintervögel gewonnen werden - Experten sprechen von "Crowd Science". Wer also bei der Mitmachaktion des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) 2022 aktiv wird, unterstützt die wissenschaftliche Forschung.

Die Vogelzählung im letzten Winter brach den Mitmachrekord. Mehr als 236.000 Menschen nahmen bundesweit teil - ein Plus von 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Im Coronajahr haben deutlich mehr Menschen ihre Begeisterung für die Natur und die Vogelwelt vor ihrer Haustüre entdeckt", so NABU-Vogelexperte Stefan Bosch damals. Zugleich wurden deutlich weniger Vögel gesichtet - nur durchschnittlich 32 statt 36 im Jahr 2020 pro Garten. Wie können Sie nun dieses Jahr mitmachen? Das sind die Regeln:

Wann und wie lange sollen die Wintervögel in RLP gezählt werden?

Die diesjährige Aktion läuft vom 6. bis zum 9. Januar. Wer mitmacht, soll eine Stunde lang die Vögel zählen. Dafür muss man keinen eigenen Garten haben. So wie im eigenen Garten kann auch auf dem Balkon oder im Stadtpark gezählt werden. Allerdings soll nicht in freier Natur beobachtet werden, denn es geht darum, die Entwicklung der Vogelwelt in Siedlungsräumen festzuhalten.

Wer kann mitmachen?

Jeder, der einfach Spaß daran hat. Ein besonderes Fachwissen ist nach NABU-Angaben nicht erforderlich. Für diejenigen, die sich nicht so gut mit den verschiedenen Vogelarten auskennen,gibt es online beim NABU Informationen zur Vogelbestimmung sowie eine Zählhilfe zum Ausdrucken.

Wie zähle ich die Vögel richtig?

Eine Stunde lang beobachtet man den Vogel-Betrieb. Von jeder Vogelart wird die höchste Anzahl, die in diesem Zeitraum gleichzeitig zu sehen ist, notiert. Auf diese Weise werden laut NABU Doppelzählungen vermieden.

Was mache ich mit den gesammelten Zahlen?

Die Beobachtungen können auf unterschiedlichen Wegen an den NABU gemeldet werden: Online, per App, per Post oder per Telefon. Am 8. und 9. Januar etwas können die Zahlen zwischen 10 und 18 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 1157115 durchgegeben werden.

Welches Wissen wird durch die Vogelzählung gewonnen?

Die Amsel ist noch immer ein weitverbreiteter Singvogel in Rheinland-Pfalz - bei der Stunde der Wintervögel 2021 wurde sie mit Haussperling und Kohlmeise am häufigsten gezählt. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Die Amsel ist der Konzertmeister an lauen Sommerabenden - früher war der Singvogel laut NABU ein scheuer Waldbewohner, doch sie hat sich an den Menschen gewöhnt. Picture Alliance

Die Daten liefern eine detaillierte Momentaufnahme der Vogelwelt in Städten und Dörfern und helfen so dabei, Entwicklungen in der heimischen Vogelwelt in ihrer Vielfalt besser zu verstehen und Vögel besser zu schützen. Die Datenreihen der vergangenen Jahre zur "Stunde der Wintervögel" zeigen, dass in einem milden Winter nicht so viele Vögel am Futterhäuschen zu sehen waren. Zugleich wurde erkannt, dass in Städten die Vogelarten vielfältiger sind als auf dem Land, da dort durch den Ackerbau, Monokulturen und den Einsatz von Pestiziden die Lebensgrundlage für viele Vögel wegfällt. Außerdem hat der NABU festgestellt, dass früher viel mehr Vögel in den Süden gezogen, um dort ihre Nahrung zu finden. Je wärmer die Winter bei uns werden, desto eher bleiben die Vögel tatsächlich auch bei uns.

In Rheinland-Pfalz waren 2021 Haussperling, Kohlmeise und Amsel die drei meist gesehenen Vogelarten.

Der "Vogel des Jahres 2022" ist in diesem Jahr der Wiedehopf - der ist zwar nicht überall in Deutschland heimisch, in Rheinland-Pfalz aber schon. Hier lebt er in Rheinhessen - vielleicht sichten Sie ihn ja bei der Stunde der Wintervögel.

Unverkennbar und gefährdet Vogel des Jahres 2022 ist der Wiedehopf

Der Wiedehopf sieht mit seiner orangefarbenen Federhaube mit schwarz-weißen Spitzen so aus wie ein Irokese zur Karnevalszeit. Seine Wahl zum Vogel des Jahres überrascht nicht.  mehr...

Peter Berthold verrät, wie wir Vögel im Sommer füttern sollten

Wenn Professor Peter Berthold in Billafingen durch seinen Garten streift, ist er glücklich. Er erforscht, wie unsere Vögel mit der Veränderung von Klima und Natur klarkommen. Mehr als 20 verschiedene Vogelarten finden bei ihm Unterschlupf. Wenn er sie nicht sieht, erkennt er sie am Gesang. Im Landesschau-Studio erzählt er, wie wir Vögel auch im Sommer richtig füttern und was wir alle täglich direkt vor unserer Haustür für den Erhalt der Natur tun können.  mehr...

Landesschau Baden-Württemberg SWR Fernsehen BW

Wer zwitschert da? Dem Vogelgesang auf der Spur

Der Vogelgesang: Die akustische Untermalung der Frühlingslandschaft. Im Mai wird es laut in der Natur. Wir zeigen, wie sich Vogelarten durch ihren Gesang unterscheiden lassen.  mehr...

Landesschau Rheinland-Pfalz SWR Fernsehen RP

Fahr mal hin Die rheinhessische Selz – Auenlandschaft mit Vogelparadies

An der renaturierten Selz haben seltene Vogelarten die Flusslandschaft zurückerobert. Ein Paradies für Hobby-Ornithologen.   mehr...

Fahr mal hin SWR Fernsehen

STAND
AUTOR/IN