Laboratin beim Testen auf Corona-Virus-Mutationen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/KEYSTONE | Pablo Gianinazzi)

Bioscientia untersucht Corona-Proben

Weitere Corona-Mutationsfälle in Rheinland-Pfalz entdeckt

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Corona-Tests in Rheinland-Pfalz haben weitere Fälle mit mutierten Viren nachgewiesen. Das teilte das Gesundheitsministerium in Mainz mit. Untersucht wurden die Proben vom Labordienstleister Bioscienta in Ingelheim.

Nach acht Nachweisen auf eine der drei Virusvarianten aus Großbritannien, Südafrika oder Brasilien im Kreis Mainz-Bingen und im Kreis Rhein-Hunsrück seien am Samstag weitere zehn Verdachtsfälle auf eine dieser Mutationen bekannt geworden, so das Gesundheitsministerium. Davon waren sieben im Kreis Germersheim und zwei im Kreis Trier-Saarburg. Auch in diesen Fällen wurde die zuerst ihn Großbritannien entdeckte Coronavirus-Variante B.1.1.7 entdeckt. Auch bei einem Mitarbeiter einer Firma aus Adenau wurde diese Variante nachgewiesen, wie die Kreisverwaltung Ahrweiler am Sonntag mitteilte.

Bioscientia untersucht Proben seit Montag

Allen Betroffenen gehe es soweit gut, teilte das Ministerium mit. Die zuständigen Gesundheitsämter stünden mit den Betroffenen in Kontakt. Die infektionshygienischen Maßnahmen wie eine Absonderung der Betroffenen und ihrer Kontaktpersonen seien verschärft worden.

"Nun kommt es darauf an, das Infektionsgeschehen weiter einzudämmen, damit sich neue Varianten möglichst wenig verbreiten können", sagte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD).

Woher genau die "Patienten" stammten, werde aus Datenschutzgründen nicht öffentlich kommuniziert, hieß es von Bioscientia. Die Meldebehörden würden aber selbstverständlich informiert. Seit Montag wertet Bioscientia in Ingelheim die Proben aus, die in den vergangenen Tagen sequenziert, also zerlegt wurden.

Das rheinland-pfälzische Unternehmen untersucht nach eigenen Angaben fünf Prozent der positiven Corona-Tests aus seinem bundesweiten Laborverbund Sonic Healthcare. Einem Sprecher des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums zufolge befindet sich die Sequenzierung beim Medizinischen Versorgungszentrum Koblenz-Mittelrhein noch im Aufbau, der Umfang möglicher Tests stehe noch nicht fest. Am Dritten Sequenzierungsstandort in Rheinland-Pfalz, der Universitätsmedizin Mainz, "läuft noch der Abstimmungsprozess unter den Partnern für die Sequenzierung", so der Sprecher.

Bioscientia rechnet mit 1.500 Ergebnissen pro Woche

Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte in Mainz, die Untersuchung von positiven Corona-PCR-Tests auf Mutanten werde in Rheinland-Pfalz ausgeweitet. "Wir haben eines der größten Labore in ganz Deutschland in Ingelheim, und die haben ihren Bereich in der Sequenzierung stark nach vorne gebracht."

Bioscientia rechnet zunächst mit rund 1.500 Ergebnissen pro Woche. Nach der Sequenzierung werden die Daten ausgewertet und mit einer Datenbank abgeglichen, in der alle bekannten Mutationen aufgelistet sind. Die Ergebnisse werden dann an das Robert Koch-Institut gemeldet.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums wurden in Deutschland bisher 150 Fälle nachgewiesen, bei denen sich ein Infizierter mit einer Mutante angesteckt hatte.

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Durch die Sequenzierung soll festgestellt werden, wo mutierte Coronaviren in Deutschland bereits verbreitet sind. Virus-Mutationen aus England oder Südafrika bereiten Wissenschaft und Politik Sorgen, weil sie deutlich ansteckender sein sollen.

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