STAND

Für die etwa 200.000 Muslime in Rheinland-Pfalz hat am Dienstag der Fastenmonat Ramadan begonnen - zum zweiten Mal unter Corona-Bedingungen.

Viele Muslime essen und trinken tagsüber - vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung - nichts. Auch für die Muslime in Rheinland-Pfalz ist es das zweite Jahr, in dem sie die Fastenzeit unter Pandemie-Bedingungen begehen.

Große Einschränkungen im Ramadan durch Corona

Vieles sei anders als gewohnt stark eingeschränkt, sagt der Vorsitzende des muslimischen Landesverbandes Schura Rheinland-Pfalz, Akif Ünal. Das abendliche Fastenbrechen in größerer Gemeinschaft sei ebenso wenig möglich wie Besuche unter Nachbarn und Freunden. Umso wichtiger werde die spirituelle Einkehr der Gläubigen. Es werde auch verstärkt dazu aufgerufen, für Bedürftige zu spenden - an Bedürftige direkt mit Lebensmittelpaketen oder an die örtlichen Tafeln.

Menschen beten im Gebetsraum der DiTiB-Moschee in Stuttgart. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/ dpa/ Daniel Naupold)
picture alliance/ dpa/ Daniel Naupold

Landesregierung lobt Moscheengemeinden in Rheinland-Pfalz

"Wir wünschen allen muslimischen Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzern einen gesegneten Ramadan", sagte Integrationsministerin Anne Spiegel (Grüne). Der Fastenmonat sei für diese eine Zeit der Besonnenheit und des Gemeinsinns. "Genau diese beiden Tugenden brauchen wir derzeit in der Corona-Pandemie besonders." Die Moscheegemeinden gingen sehr verantwortungsvoll mit den Einschränkungen und Vorgaben um.

Zusammenarbeit mit muslimischen Verbänden steht auf dem Prüfstand

Die Landesregierung überprüft zurzeit, ob die vier islamischen Verbände in Rheinland-Pfalz die 2020 vereinbarten Zielvereinbarungen einhalten. Danach soll entschieden werden, ob ein Grundlagenvertrag erarbeitet wird. Er soll Regelungen zu islamischen Feiertagen, zum islamischen Religionsunterricht und zu neu zu schaffenden Professuren für islamische Religionspädagogik festlegen. Schura-Vorsitzender Ünal sagte, er hoffe auf ein positives Ergebnis der Überprüfung. Zuletzt hatte es massive Kritik gegeben, weil der türkische Moscheeverein Ditib einen umstrittenen Historiker eingeladen hatte. Der Ditib-Landesvorsitzende Yilmaz Yildiz war daraufhin Ende März von seinem Amt zurückgetreten.

Ludwigshafen

Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren Ramadan und Corona: Wie feiert eine Ludwigshafener Familie?

Heute beginnt der muslimische Fastenmonat Ramadan - zum zweiten Mal in der Corona-Pandemie. Die Ludwigshafener Muslimin Dolly El-Ghandour erzählt, wie ihre Familie Ramadan feiert - mit Corona-Regeln.  mehr...

Worms

Worms Ramadan: keine Abendgebete wegen Ausgangssperre?

Der islamische Kulturverein Worms hat eine Sondergenehmigung für sich und andere beantragt – eine grundsätzliche Entscheidung stehe aber noch aus, so der Vorsitzende Magin.  mehr...

Fastenmonat unter Corona-Bedingungen Ramadan im Corona-Lockdown: Gesundheitsminister appelliert an Muslime

Hunderttausende Muslime in Baden-Württemberg begehen ab Dienstag den Fastenmonat Ramadan - wieder unter Corona-Bedingungen. Für größere Feiern sei nicht die richtige Zeit, mahnte Gesundheitsminister Lucha.  mehr...

STAND
AUTOR/IN