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Wochenlang mussten die Museen in Rheinland-Pfalz wegen der Corona-Pandemie geschlossen bleiben. Ab 11. Mai dürfen sie ihre Türen wieder öffnen. Doch die Vorbereitungen sind nicht überall leicht.

Noch sind die Ausstellungsräume im Arp-Museum in Remagen menschenleer. Aktuell wird eigentlich die Ausstellung "Salvador Dalí und Hans Arp" gezeigt - seit 16. März ist die bis dahin erfolgreiche Ausstellung jedoch geschlossen. "Am Anfang war es Dornröschenschlaf", sagt Direkor Oliver Kornhoff dem SWR-Kulturmagazin Landesart. "Und jetzt fangen die Dornen an zu pieken." Manchmal sei er mit dem Wachdienst nun ganz alleine im Museum. "Das fängt an, weh zu tun, weil natürlich die Leute fehlen, für die wir unsere Arbeit machen."

Hans-Arp-Museum in Remagen (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Thomas Frey/dpa)
Arp-Museum: Führungen und Veranstaltungen sind in Museen weiter nicht möglich picture alliance/Thomas Frey/dpa

Jetzt steht fest: Museen dürfen unter Auflagen ab dem kommenden Montag öffnen (Bedingungen siehe Infokasten). Das Arp-Museum plant die Wiedereröffnung am 12. Mai und hat dafür ein umfangreiches Konzept erarbeitet - so sollen Besucher zum Beispiel nur auf festgelegten Wegen durch die Räume gehen dürfen. Gleichzeitig wird geprüft, ob die aktuelle Ausstellung verlängert werden kann.

Finanzielle Konsequenzen befürchtet

Auch in anderen Museen im Land laufen nun die Vorbereitungen. Das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen will ebenfalls am 12. Mai wiedereröffnen. Hier steht bereits fest, dass die Biennale für aktuelle Fotografie bis zum September verlängert wird. Zwei weitere geplante Ausstellungen werden auf 2021 verschoben. Programm und Planungen seien Corona-bedingt durcheinandergewirbelt, sagt Direktor René Zechlin. Ein großer Teil der Einnahmen werde normalerweise mit Führungen und Veranstaltungen generiert, die weiterhin nicht stattfinden können. "Die langfristigen Folgen werden sich erst im Laufe der nächsten Monate zeigen", so Zechlin.

Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance)
Wilhelm-Hack-Museum: Langfristige Folgen noch unklar picture alliance

Ähnlich ist es im Museum Pfalzgalerie in Kaiserslautern: Mehrere Ausstellungen werden verlängert, der Pfalzpreis dafür auf 2021 verschoben. Man setze gerade Hygienemaßnahmen um, auch die Räume des Museums seien ausreichend groß, sagt Direktorin Britta Buhlmann. Wie schwerwiegend die Folgen der Krise für das Museum seien, lasse sich noch nicht sagen. Man rechne jedoch aufgrund der Wirtschaftslage mit einem Sparprogramm.

Noch lange kein "Vor-Corona-Zustand"

Das Gutenberg-Museum in Mainz will ab dem 19. Mai wiedereröffnen. "Wir sind für den Tag X gerüstet", sagt Direktorin Annette Ludwig. Spuckschutzwände seien bereits angebracht, die Abstandsregeln bei der Größe des Museums kein Problem. "Insofern sind wir sehr entspannt, weil wir alle Vorgaben sehr gut einhalten können", so Ludwig. Da das Museum normalerweise von vielen Kinder- und Jugendgruppen sowie internationalen Gästen besucht werde, werde es bis zum "Vor-Corona-Zustand" jedoch noch lange dauern.

Herausforderung für kleine Museen

Karl-Marx-Haus in Trier (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa)
Für das Karl-Marx-Haus steht noch kein Eröffnungstermin fest picture alliance / dpa

Besonders für kleinere Museen sind die Auflagen bei Hygiene und Abstand jedoch schwieriger umzusetzen, zum Beispiel im historischen Karl-Marx-Haus im Trier: "Da wir zwei alte Bürgerhäuser mit unserer Ausstellung bespielen, stellt dies eine besondere Herausforderung dar", so Leiterin Elisabeth Neu. "Sicher werden nicht alle Angebote des Karl-Marx-Hauses gleich wieder zugänglich sein können", so die Leiterin. Ein konkreter Termin zur Eröffnung steht hier noch nicht fest. "Jedenfalls freuen wir uns, wenn wir bald wieder öffnen dürfen!", sagt Neu.

Kulturelle Schlüsselrolle

Für Direkor Oliver Kornhoff vom Arp-Museum in Remagen kommt den Museen jetzt eine Schlüsselrolle für das Bewusstsein von Kunst und Kultur zu. Im Gegensatz zu Konzerthäusern und Theatern könne man schließlich als erste wieder öffnen. "Ich glaube, da haben wir eine große Verpflichtung und eine besondere Verantwortung, Kunst und Kultur erfahrbar zu machen."

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