CUPID-Studie an der Universität Mainz untersucht wie es jungen Paaren ergeht, die zusammenziehen. (Foto: SWR)

Spitzenwissenschaft in Rheinland-Pfalz 

Ist das Zusammenziehen von Paaren ein Muss? 

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AUTOR/IN
Elena Weidt
Vinetta Richter

Wenn man das Wort Forschung hört, denkt man meist an Menschen in weißen Kitteln im Labor. Aber wie erforscht man eigentlich das Zwischenmenschliche? An der Uni Mainz läuft derzeit die CUPID-Studie, die herausfinden will, wie es Paaren ergeht, die gerade frisch zusammengezogen sind. 

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Die meisten Pärchen ziehen irgendwann einmal zusammen, in die erste gemeinsame Wohnung oder das erste gemeinsame Haus. Wie sich dieser Schritt aber auf ihre Beziehung auswirkt, das wurde bislang kaum erforscht. Das will die Juniorprofessorin für Persönlichkeitspsychologie Janina Bühler von der Universität Mainz nun ändern. 

Zufriedenheit von Paaren verändert sich 

Janina Bühler interessiert sich vor allem für Beziehungsereignisse, also Heiraten, Kinderkriegen, Trennung oder auch das Zusammenziehen. Sie sagt, das sei der erste wichtige Schritt in der Biografie einer Beziehung und dies interessiere sie als Wissenschaftlerin sehr. 

Janina Bühler, Juniorprofessorin für Persönlichkeitspsychologie der Universität Mainz leitet die CUPID-Studie. (Foto: SWR)
Janina Bühler, Juniorprofessorin für Persönlichkeitspsychologie der Universität Mainz leitet die CUPID-Studie.

Bei einer Metaanalyse, also einer Untersuchung von verschiedenen Studien mit dem Ziel die jeweiligen Ergebnisse zusammenzuführen, fand sie heraus, dass die Zufriedenheit von Paaren mit der Zeit abnimmt. Die Beziehungszufriedenheit nahm in den ersten 10 Jahren der Beziehung ab und erreichte nach 10 Jahren einen Tiefpunkt. Sie stieg aber auch wieder an, wenn die Beziehung die 20-Jahre Marke erreichte.  

Ob das mit dem Zusammenziehen zusammenhängt, will sie nun in der sogenannten CUPID-Studie untersuchen. Die Studie läuft bereits seit einem Jahr und regelmäßig werden neue Paare rekrutiert und untersucht. Wichtig ist hier, dass sie frisch zusammengezogen sein müssen. 

Neben Kisten auspacken Fragen beantworten 

Dietmar Fricke und Rebecca Kleinort aus Mainz-Bischofsheim machen bei der Studie mit. Sie sind seit zwei Jahren ein Paar und sind vor kurzen in ihr erstes gemeinsames Häuschen gezogen. Mittendrin im Umzugschaos mussten sie zehn Tage lang fünf Mal am Tag zu festen Uhrzeiten einen Fragebogen am Smartphone ausfüllen. 

Bei den Fragen ging es um die aktuelle Situation, in der sich die Person gerade befindet, was sie gerade tut, mit wem sie eventuell unterwegs ist und wie sie die Situation wahrnimmt. So eine Untersuchungsweise nennt man Tagebuchstudie und funktioniert ganz praktisch über eine App auf dem Handy. 

Für die CUPID-Studie müssen Paare, die frisch zusammengezogen sind, mehrmals am Tag Fragebögen beantworten. (Foto: SWR)
Rebecca Kleinort und Dietmar Fricke mussten fünf Mal am Tag zehn Tage lang immer wieder einen Fragebogen ausfüllen.

Rebecca Kleinort meint, dass die Fragen eigentlich relativ klar beantwortbar sind. Man muss sich selbst reflektieren und die Situation, in der man sich befindet, einordnen in Kategorien und Auswahlfelder. Das fällt manchmal nicht leicht und noch dazu kommt, dass der Erinnerungston an den Fragebogen und die Fragen auch ab und zu in unpassenden Situationen kommen. 

Ergebnisse im nächsten Jahr 

Es haben bereits 100 Paare bei der Studie mitgemacht, insgesamt müssen es aber 250 Paare sein. Ein erster Blick auf die Daten der angemeldeten Pärchen zeigt, dass sie im Schnitt 25 Jahre alt sind und etwa 2,5 Jahre lang zusammen sind, wenn sie das erste Mal zusammenziehen.

Laut Janina Bühler geschieht das meist aus wirtschaftlichen Gründen, aber für viele Paare ist das Zusammenziehen auch der nächste logische Schritt ihrer Beziehung. Wie zufrieden das Paare aber tatsächlich macht, das will Janina Bühler jetzt unter anderem mit ihrer Studie zeigen. 

"Es geht nicht darum zu sagen, diese Top-Drei Dinge helfen ihnen dabei, eine besonders glückliche Beziehung zu erleben. Aber natürlich ist der Nutzen der Studie schon der, dass wir herausfinden, was förderlich ist für den Beziehungsalltag.“ 

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