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Eigentlich hätte zum Start der Sommerferien ein mobiler Freizeitpark auf dem Hechtsheimer Messegelände eröffnen sollen. Die Schausteller hofften, die Verluste durch die Corona-Krise ein wenig auffangen zu können. Nun wurde das Projekt vorerst abgesagt.

Schweren Herzens habe man sich zu der Absage entschieden, sagte Marco Sottile, Sprecher der Schausteller. Doch einige seiner Kollegen hätten ihre Zusagen zurückgezogen. Auch die, die große Achter- und Geisterbahnen aufbauen sollten.

Die sollten eigentlich die sogenannten "Leuchttürme" des mobilen Freizeitparks werden und viele Kunden auf das abgelegene Messegelände locken. „Auf dem Messeglände hätten wir keine Laufkundschaft gehabt. Ohne diese Leuchttürme hätte das nicht funktioniert“, so Sottile.

Lockerungen im Ausland Grund für die Absagen

Die Schausteller würden mit ihren Fahrgeschäften lieber ins Ausland fahren, zum Beispiel in die Schweiz, nach Südfrankreich oder Italien. Dort seien die Corona-Regelungen für Volksfeste deutlich gelockert worden und so gebe es dort für seine Kollegen mehr zu verdienen, sagt Marco Sottile.

Auf dem Messegelände hätten pro Tag nur 2.000 bis 3.000 Gäste kommen dürfen. Da sei es einfach lukrativer, im Ausland fast unter Normalbedingungen zu arbeiten. Bei den wirtrschaftlichen Einbußen, die die Schausteller durch die Corona-Krise in den letzten Monaten hatten, könne er die Absagen gut nachvollziehen.

Ganz vom Tisch sei der mobile Freizeitpark in Mainz aber noch nicht. Eventuell könnte nach der Rheinland-Pfalz Ausstellung im September ein Freizeitpark auf dem Messegelände entstehen. Derzeit liefen Gespräche mit der Messegesellschaft, so Sottile.

Schaustellerproteste in Berlin

Zusammen mit Schaustellern aus dem ganzen Bundesgebiet hat Sottile am Donnerstag bei einer Großkundgebung in Berlin für Erleichterungen bei den Corona-Einschränkungen demonstriert.

Das Verbot von Großveranstaltungen bis mindestens Ende Oktober komme faktisch einem Berufsausübungsverbot gleich, so der Deutsche Schaustellerverband. Wenn etwa Cafés, Biergärten und Restaurants wieder öffnen dürften, sollte auch das Kirmesgeschäft unter freiem Himmel und an frischer Luft wieder erlaubt sein.

Kerb der besonderen Art "Festplatz to go" in Worms

Eine Kirmes, Kerb oder einen Rummel gibt es derzeit aufgrund der Corona-Pandemie nirgends. Nirgends? Das stimmt so nicht, denn in Worms gibt es jetzt den sogenannten "Festplatz to go".  mehr...

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