Kind beim Homeschooling (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild / Stephan Schulz)

Datenschutz

Schulen in Rheinland-Pfalz dürfen Microsoft Teams vorerst weiter benutzen

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In Rheinland-Pfalz darf die Videokonferenzplattform Microsoft Teams vorerst an Schulen weiter benutzt werden. Das Bildungsministerium hat einen Bericht der Mainzer Allgemeinen Zeitung bestätigt.

Bis Sommer 2022 dürfen Schüler und Lehrer die Plattform des US-Unternehmens Microsoft weiter benutzen, bestätigt das rheinland-pfälzische Bildungsministerium. Darauf hätten sich das Bildungsministerium und der Landesdatenschutzbeauftragte Dieter Kugelmann im Grundsatz verständigt.

Datenschutz bei Teams fraglich

Eigentlich sollten die Schulen nach Ende dieses Schuljahres Teams für den Distanzunterricht nicht mehr verwenden dürfen. Nun lenkte der Landesdatenschutzbeauftragte Kugelmann ein. Das Bildungsministerium teilte mit, man habe es Schülern und Lehrern ersparen wollen, sich mitten in der Corona-Pandemie in ein neues Videosystem eingewöhnen zu müssen. Kugelmann habe schließlich dem Kompromiss zugestimmt, die US-Software ein weiteres Schuljahr zu benutzen. Der Datenschutzbeauftragte sehe den Einsatz von Microsoft Teams aber weiter kritisch. Kugelmann warnt seit Wochen, Schülerdaten könnten auf Servern in den USA gespeichert und irgendwann möglicherweise den Schülerinnen und Schülern zum Nachteil werden.

Ministerpräsidentin Dreyer zufrieden mit Kompromiss

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte in einem SWR1-Interview am Morgen, sie sei positiv überrascht. Das sei für alle Beteiligten eine gute Nachricht.

Später teilte Dreyer auf SWR-Anfrage zudem mit, dass der Umstieg für die unter Doppelbelastung arbeitenden Lehrerinnen und Lehrer so vermieden werden könne. "Klar ist, dass wir uns als Landesregierung nicht über den Datenschutz in diesem sensiblen Bereich hinwegsetzen. Wir haben aber die Sorgen sehr ernst genommen und uns erneut mit dem Datenschutzbeauftragten beraten", so Dreyer.

"Da derzeit Anpassungen in der Rechtsprechung auf europäischer Ebene möglich werden, schaffe das Spielraum zumindest für eine Verlängerung."

Eltern und Schüler wollen Teams weiter benutzen

Die rheinland-pfälzische Landesschülervertretung hatte sich dagegen gewehrt, dass Microsoft Teams ab diesem Sommer verboten werden sollte, offenbar erfolgreich. Ihrer Meinung nach ist Teams eine Lernplattform, die funktioniert. Anders als die Lernplattform des Landes, Moodle, mit der es öfter Probleme gebe. Das sehen auch die Eltern so.

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