Servicekraft im Restaurant (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

DEHOGA will Billiglohn-Image loswerden

Gehälter und Preise im Gastgewerbe sollen deutlich steigen

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Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) Rheinland-Pfalz plant nach einem Zeitungsbericht deutliche Lohnerhöhungen, um dem Personalmangel zu begegnen. Für die Gäste wird es teurer.

Weil in der Corona-Pandemie viel Personal in andere Branchen gewechselt ist, kämpfen Hotels und Gaststätten derzeit mit einem massiven Mangel an Beschäftigten. Wie die "Rheinpfalz am Sonntag" berichtet, will der DEHOGA mit einem Sieben-Punkte-Plan diesen Trend stoppen. Der Plan sieht unter anderem deutliche Lohnerhöhungen für Auszubildende,  Fach- und Hilfskräfte vor.

Service-Personal im Hotel. Preise und Gehälter im Gastgewerbe sollen laut DEHOGA Rheinland-Pfalz steigen  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Sebastian Kahnert)
Preise und Gehälter im Gastgewerbe sollen laut DEHOGA Rheinland-Pfalz steigen picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Sebastian Kahnert

Dem Bericht zufolge sollen Fachkräfte künftig mindestens 15 Euro pro Stunde verdienen (bislang 11 Euro), Hilfskräfte sollen 12 Euro (bisher 9,60 Euro) erhalten. Auch die Löhne der Auszubildenden sollen steigen: auf 1.000 Euro im ersten Jahr, 1.100 Euro im zweiten und 1.200 Euro im dritten Jahr. Laut DEHOGA entspricht dies Steigerungen von 60, 42, und 30 Prozent gegenüber den aktuellen Vergütungen.

 Präsident Hauman: Gäste sollen Preissteigerungen akzeptieren

Hotels und Gaststätten müssten aus der "Billiglohn-Image-Ecke" herauskommen, wird Verbandspräsident Gereon Haumann zitiert. Durch höhere Löhne, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und bessere Personalführung in den Betrieben solle ein attraktiveres Arbeitsumfeld geschaffen werden.

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Die Lohnerhöhungen für die Beschäftigten sollen durch Preissteigerungen ausgeglichen werden. Haumann appellierte an die Gäste, durchschnittlich 9 bis 15 Prozent höhere Preise zu akzeptieren.    

Wie die Zeitung weiter berichtet, forderte er von der Politik, künftig auf Lockdowns zu verzichten und das Arbeitszeitgesetz flexibler zu gestalten, indem Jahresarbeitszeitkonten eingerichtet werden. Außerdem sollten die Zuwanderungbedingungen erleichtert werden, um 400.000 zusätzliche Arbeitskräfte aus dem Ausland anzulocken.  

Der Branchenverband DEHOGA vertritt etwa 4.500 der rund 12.500 Hotels und Gaststätten in Rheinland-Pfalz.

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SWR