An der Westerwälder Seenplatte starten die Kraniche zu ihrem Zug in den Süden.  (Foto: SWR)

Geflügeltes Schauspiel am Himmel

Tausende Kraniche fliegen über Rheinhessen in den Süden

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Über Rheinhessen ziehen zurzeit tausende Kraniche auf ihrem Weg in den Süden hinweg. Weil die Vögel wegen des nebligen Wetters tief fliegen müssen, sind ihre trompetenartigen Rufe besonders laut zu hören.

Nach Angaben des Naturschutzbundes (NABU) brechen die Tiere jedes Jahr von ihrer Heimat in Skandinavien, Norddeutschland und Osteuropa zu ihrer wärmeren Übergangsheimat in Frankreich und Spanien auf. Aktuell würden sie das windstille Wetter nutzen und seien auch in der Nacht unterwegs, so Rainer Michalski von der NABU Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. In der Nacht zum Freitag waren die Tiere zum Beispiel über Mainz und Bad Kreuznach zu hören.

Große V-Formationen am Himmel

Die Kraniche orientieren sich laut Michalski an Gebirgsketten oder Flussläufen, zum Beispiel dem Rhein, dem Main oder der Nahe. Aufgrund des nebligen Wetters müssten die Tiere aktuell recht tief fliegen. Deshalb stünden die Chancen gut, eine der großen V-Formationen am Himmel zu beobachten. Nach Angaben des NABU sind die Kraniche noch mindestens bis Mitte November über Rheinhessen unterwegs. Zwischenstopps würden die Vögel hier aber nicht einlegen.

Kraniche ziehen auf ihrem Weg in den Süden über Rheinhessen hinweg. Die Vögel fliegen dabei in großen V-Formationen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sina Schuldt)
Die Kraniche sind in großen V-Formationen Richtung Süden unterwegs. picture alliance/dpa | Sina Schuldt

Vögel machen jede Menge Lärm

Einer V-Formation gehören in der Regel 20 bis 200 Vögel an. An der Spitze finden sich für gewöhnlich erfahrene Tiere im Wechsel ein. Im Flug erreichen die Vögel Geschwindigkeiten von über 65 Stundenkilometern. Auf ihrer Durchreise in Richtung wärmerer Temperaturen kann man die Vögel an ihren lautstarken und trompetenartigen Rufen erkennen. Jungvögel, die noch ein braunes Gefieder haben, machten aber auch piepsende Geräusche, so Michalski vom NABU Rheinhessen.

Kraniche werden oft verwechselt

Immer wieder würden der Regionalstelle Rheinhessen-Nahe große Gruppen von "Schneegens" - also Schneegänsen - über Rheinhessen gemeldet, erzählt Michalski. In der Region gebe es aber keine Wildgänse. In der Regel würde es sich dabei um Kraniche handeln, die schlicht und einfach verwechselt würden. Im Gegensatz zu Wildgänsen hätten Kraniche sehr lange Beine. Daran könne man die Tiere gut unterscheiden.

Den aktuellen Flug der Vögel kann man im Kranich-Ticker des NABU verfolgen.

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