Menschen, die vor der russischen Invasion fliehen, besteigen am Hauptbahnhof in Lwiw (Ukraine) einen Zug nach Polen. Der Flüchtlingsexodus ist der größte in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. (Foto: dpa Bildfunk, Carol Guzy)

Tausende sind auf der Flucht

Kommunen suchen Wohnungen für Ukraine-Flüchtlinge

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Tausende Menschen fliehen vor dem Krieg in der Ukraine. Gesucht werden nun Wohnungen oder Häuser in Mainz, Worms, Bad Kreuznach und den Kreisen.

Stadt Mainz
Stadt Bad Kreuznach
Kreis Bad Kreuznach
Kreis Mainz-Bingen
Kreis Alzey-Worms
Stadt Bingen
Stadt Ingelheim
Stadt Worms

Die Stadt Mainz rechnet weiterhin mit einem großen Zustrom von geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern in den kommenden Tagen. Unterkünfte für die Menschen würden an verschiedenen Stellen in der Stadt vorbereitet, etwa in der ehemaligen Housing Area in Mainz-Gonsenheim, aber auch an anderen Orten.

So steht ab sofort die Sporthalle in Mainz-Mombach als Unterkunft für ukrainische Geflüchtete bereit. Die Feuerwehr hat die Halle gemeinsam mit Hilfsorganisationen bezugsfertig gemacht. Dort stehen Feldbetten, außerdem gibt es eine Essensausgabe und einen abgetrennten Familienbereich. 100 Menschen könnten nach Angaben der Stadt in der Halle in Mombach unterkommen. Auch in Drais gibt es eine bezugsfertige Sporthalle, auch dort können 100 Geflüchtete zur Not unterkommen. Seit Beginn des Kriegs sind 665 ukrainische Menschen (Stand 21.03.) nach Mainz geflüchtet.

Ferienwohnungen oder ähnliches in Mainz gesucht

Darüber hinaus ruft die Stadt aber auch Bürgerinnen und Bürger auf, Ferienwohnungen, leerstehende Wohnungen oder ähnliches zur Verfügung zu stellen. Wer das kurzfristig könne, solle sich bitte bei der Stadt Mainz melden: unter 06131-12 31 79 oder der E-Mail-Adresse fluechtlingskoordination@stadt.mainz.de.

Eine weitere Möglichkeit, privaten Wohnraum anzubieten, gebe es über das ukrainische Generalkonsulat in Frankfurt unter folgender Mailadresse: 61224calendar@gmail.com.

"Wir wollen den Menschen Schutz und Sicherheit bieten, wo wir können. Das ist unsere Verpflichtung. Bitte helfen Sie, wo Sie nur können."

Sozialdezernent Eckart Lensch bekräftigt: "Der Krieg in der Ukraine berührt uns als einzelne Menschen und als Stadt. Unser Ziel ist es, den Menschen zu helfen und Ihnen das zu bieten, was Sie in Ihrer Heimat auf der Flucht vor dem Krieg aufgeben mussten: eine Unterkunft, Sicherheit und die Möglichkeit sich ohne Angst in Ihrem Umfeld zu bewegen."

Bad Kreuznacher haben schon private Transporte organisiert

Um die vielen privaten Hilfen und Angebote zu koordinieren, hat die Stadt Bad Kreuznach nach eigenen Angaben eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet. Unter der E-Mail-Adresse ukrainehilfe@bad-kreuznach.de können sich Bad Kreuznacherinnen und Bad Kreuznacher melden, die Unterkünfte für Geflüchtete zur Verfügung stellen oder Fahrzeuge und Transporte anbieten können, um Geflüchtete nach Bad Kreuznach zu bringen. Die eingereichten Angebote würden durch Mitarbeiter der Stadtverwaltung koordiniert. Sachspenden werden laut Stadtverwaltung nicht angenommen.

In Bad Kreuznach sind ebenfalls Geflüchtete aus der Ukraine angekommen. Nach Angaben der Stadt haben engagierte Bürger und Bürgerinnen auch schon Frauen und Kinder an der polnisch-ukrainischen Grenze abgeholt.

Wer wissen möchte, welche Regeln in Rheinland-Pfalz gelten, wenn man Menschen aus der Ukraine helfen möchte, kann sich beim Ministerium für Integration informieren.

Auch Kreis Bad Kreuznach auf weitere Flüchtlinge vorbereitet

Auch die Kreisverwaltung Bad Kreuznach rechnet damit, dass täglich immer mehr Menschen aus der Ukraine in der Region Schutz suchen werden. Deshalb sammelt die Kreisverwaltung bereits Wohnraumangebote. Diese können per E-Mail an das Büro der Landrätin unter sandra.bollenbach@kreis-badkreuznach.de gemeldet werden. Großen Bedarf gebe es außerdem an ehrenamtlichen Dolmetschern, die ukrainisch oder russisch sprechen.

Damit die Geflüchteten nach ihrer Ankunft eine erste Anlaufstelle haben, gibt es in Bad Kreuznach in der Theodor-Fliedner-Halle eine Notunterkunft. Das Deutsche Rote Kreuz und der Arbeiter-Samariter-Bund werden sich in den nächsten drei Wochen darum kümmern. Das hatte der Kreisausschuss Anfang der Woche beschlossen. In der Halle der Stiftung kreuznacher diakonie sollen die Menschen aus der Ukraine allerdings nur vorübergehend untergebracht werden. Die Stadt Bad Kreuznach und die Verbandsgemeinden im Landkreis kümmern sich nach Angaben eines Kreissprechers um Wohnungen und Gebäude, in denen die Geflüchteten dann für längere Zeit unterkommen können.

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Kreis Mainz-Bingen: Stab koordiniert Flüchtlingshilfe

Der Kreis Mainz-Bingen hat einen eigenen Stab unter der Führung von Landrätin Dorothea Schäfer (CDU) gebildet, der sich um die Koordination der Hilfe kümmern soll. Der Stab kümmert sich unter anderem um Wohnraumsuche, finanzielle Unterstützung und Hilfstransporte. Eine erste Spende von 500 Litern Desinfektionsmitteln und 30.000 FFP2-Masken wurde bereits in Richtung Ukraine geschickt.

Die Landrätin bittet außerdem alle Bürgerinnen und Bürger, kurzfristig zur Verfügung stehenden Wohnraum zu melden: unter der E-Mail-Adresse ukraine-hilfe@mainz-bingen.de oder telefonisch unter 06132/7873338. "Wir müssen davon ausgehen, dass auch bei uns viele Menschen aus dem Kriegsgebiet unterkommen wollen", so Schäfer. Mehrere hundert Flüchtlinge seien bislang registriert, so die Kreisverwaltung.

Kreis Alzey-Worms sammelt Wohnungsangebote

Bei der Kreisverwaltung Alzey-Worms sind in den vergangenen Tagen bereits zahlreiche Angebote von Bürgerinnen und Bürgern eingegangen, die Unterbringungsmöglichkeiten für ukrainische Flüchtlinge aus den Kriegsregionen anbieten. Deshalb sammele die Verwaltung diese Angebote jetzt vorsorglich, heißt es.

Zwar sei derzeit noch nicht klar, wie viele Menschen tatsächlich mit Wohnungen versorgt werden müssten. Bei Bedarf - wenn erste Hilfesuchende in der Region ankommen - könne die Verwaltung so aber schnell reagieren und Angebote und Bedarfe koordinieren. Wohnungsbesitzer können sich unter der Mailadresse ukraine-hilfe@alzey-worms.de melden.

Bingen: erste Flüchtlinge aus der Ukraine bereits angekommen

Die Stadt Bingen hat ebenfalls einen Appell an alle Bürgerinnen und Bürger gerichtet, Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Erste Flüchtlinge aus der Ukraine seien bereits angekommen. Freie beziehungsweise freiwerdende Wohnungen sollten vordringlich zur Unterbringung von Frauen und Kindern bereitgestellt werden. Die Stadtverwaltung prüfe außerdem, welche städtischen Gebäude eventuell für die Unterbringung von Geflüchteten in Frage kommen. Ansprechpartner ist der städtische Beigeordnete Sebastian Hamann unter der E-Mail-Adresse sebastian.hamann@bingen.de.

Ingelheim richtet altes Krankenhaus wieder her

Zur Unterbringung von Flüchtlingen aus der Ukraine richtet die Stadt Ingelheim Räume im alten Krankenhaus wieder her. Insgesamt stehen in der Stadt jetzt Wohnmöglichkeiten für bis zu 150 Personen bereit. Außerdem wolle die Stadtverwaltung Holzhäuser auf dem Boehringer Gelände nutzen, die vor Jahren für Flüchtlinge errichtet worden waren und eigentlich abgebaut werden sollten. Nach Angaben der Landrätin sind dort zunächst 32 Zimmer für 128 Personen geplant. Dort könnten die Geflüchteten dann dauerhaft unterkommen. Die noch leerstehenden Häuser könnten in den nächsten Tagen bezugsfertig sein. Zusätzlich hätten 60 Privatpersonen Wohnraum angeboten.

Worms richtet Hotline ein

In Worms hat die Stadt eine Info-Hotline eingerichtet - für alle Fragen von Bürgern, die Verwandtschaft in der Ukraine haben oder die gerne in Worms ankommenden Ukrainern helfen wollen. Informationen dazu gibt es unter 06241 - 853-1881 oder per E-Mail unter ukraine@worms.de. In Worms sind nach Angaben der Stadt derzeit rund 90 Flüchtlinge aus der Ukraine. Sie sind privat bei Verwandten und Freunden untergekommen, so die Stadtverwaltung. Außerdem hätten sich bereits Bürger und Organisationen gemeldet, die rund 30 Wohnungsangebote in Worms unterbreitet hätten.

Bereits eine Million Menschen auf der Flucht

Wegen des Krieges in der Ukraine sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen bisher rund eine Million Menschen ins Ausland geflüchtet. Das Flüchtlingshilfswerk der UN rechnet mit bis zu vier Millionen Flüchtlingen und warnt vor der möglicherweise größten Vertriebenenkrise in Europa in diesem Jahrhundert.

Die meisten Menschen flüchten aus der Ukraine Richtung Westen in Nachbarländer wie Polen, Ungarn oder die Slowakei. Die EU-Länder nehmen ukrainische Flüchtlinge derzeit unbürokratisch auf. Bislang registrierte die Bundespolizei mehr als 80.000 Menschen aus der Ukraine, die vor dem russischen Angriffskrieg nach Deutschland geflohen sind.

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SWR