Eine Fastnachtssitzung (Foto: SWR)

Vereine skeptisch

Wird Mainzer Fastnacht wegen Corona wieder abgesagt?

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Kostüme sind fertig, Nummern geprobt, Termine stehen und Tickets werden verkauft. Aber lässt Corona die Saalfastnacht in Mainz wirklich zu? Erste Absagen gibt es bereits.

So verschiebt die Prinzengarde aufgrund der explodierenden Corona-Infektionszahlen drei für dieses Jahr geplante Veranstaltungen. So werde das traditionelle Herbstmanöver der Garde, das eigentlich diesen Samstag stattgefunden hätte, ins nächste Jahr verschoben, so Präsident Karl-Otto Armbrüster. Auch der Herrenabend und die Jahreshauptversammlung werden in diesem Jahr nicht mehr stattfinden. Armbrüster hofft, dass im nächsten Jahr genügend Menschen geimpft seien, damit die Veranstaltungen noch in der aktuellen Kampagne nachgeholt werden können.

Bei der Füsilier-Garde steht nach Angaben von Präsident Oliver Kohl das große Ordensfest Anfang Januar auf der Kippe. 450 Gäste in der kleinen TGM-Halle in Mainz-Gonsenheim - das sei zum jetzigen Zeitpunkt schwer vorstellbar. Man überlege derzeit, die Veranstaltung in den Februar zu verschieben.

Der Mainzer Fastnachtsverein "LSG - Die Chaote" haben auf ihrer Facebook-Seite mitgeteilt, dass sie alle vereinseigen Veranstaltungen in Innenräumen absagen. Das sei in einer außerordentlichen Vorstandssitzung einstimmig beschlossen worden. "Wir haben bei den nunmehr immer weiter steigenden Infektionszahlen in der Pandemie keinerlei Planungssicherheit!", begründet Präsident Jeremy D. Frei die Absage. Allerdings soll es im Ferbuar 2022 wieder eine Fastnachtsstreamung geben.

Verunsicherung und Skepsis

Die Verunsicherung sei groß, sagt auch der Präsident des Mainzer Carneval Clubs (MCC), Florian Sitte. Weil die Politik - anders als im vergangenen Jahr - noch keine Verbote ausgesprochen hat, plane der Verein zwar reguläre Sitzungen. Aber auch an digitalen Formaten werde bereits gebastelt. Wie auch immer die Kampagne verlaufen wird, für Sitte ist schon jetzt klar, dass sie ein finanzielles Verlustgeschäft wird.

Auch beim Gonsenheimer Carneval Verein (GCV) kann man sich eine Neuauflage der digitalen Vorträge wie in der vergangenen Kampagne vorstellen. Präsident Martin Krawietz sagte, dass die Aktiven im Dezember eine Entscheidung treffen müssten, ob sie in Präsenz oder nur per Stream auftreten. Der Verein habe für alle Fälle noch Plan B und C in der Schublade, so Krawietz. Fastnacht werde stattfinden, die Frage sei nur, wie.

"Fastnacht findet statt, die Frage ist nur, wie."

Fastnachtsvereine eher skeptisch

Generell blicken die Mainzer Fastnachtsvereine der Kampagne kritisch entgegen. Das belegt eine Stimmungsumfrage der Mainzer Fastnacht eG. Bisher habe sich gut die Hälfte der dort organisierten 26 Mainzer Vereine und Garden zu ihrer Stimmungslage geäußert, so Vorstandssprecher Markus Perabo. Dabei überwiege eindeutig die Skepsis.

Dies bedeute aber nicht, dass Fastnacht abgesagt werde. Für eine solche Entscheidung sei es noch zu früh. Allerdings ließe sich an der Umfrage ablesen, dass die Veranstalter mit viel Aufwand rechnen müssten, um die Gesundheit der Gäste zu gewährleisten.

Gespräche sollen Klarheit bringen

Am Donnerstag (25.11.) werde die Mainzer Fastnacht eG darüber beraten, ob und wie die Kampagne durchgeführt werden kann. Es ist ein Treffen geplant mit der Stadt Mainz und dem mainzplus Citymarketing, dem Vermieter der großen Säle wie beispielsweise in der Rheingoldhalle oder im Kurfürstlichen Schloss. Dabei werde man besprechen, unter welchen Hygienebedingungen Sitzungen stattfinden könnten.

Zwei original Mainzer Schwellköpp warten vor dem Impfbus auf ihre Impfung (Foto: SWR, Daniel Brusch)
Die Mainzer Schwellköpp sind geimpft, aber viele noch nicht. Deswegen steht auch der Rosenmontagszug auf der Kippe. Daniel Brusch

Entscheidung über Rosenmontagszug im Dezember

Auch beim Mainzer Carneval-Verein (MCV) ist man unsicher, ob alle geplanten Sitzungen stattfinden können. Unklar ist auch, was mit dem Rosenmontagszug in Mainz passieren wird. Nach Angaben von Präsident Reinhard Urban soll im Dezember entschieden werden, ob der Zug stattfindet. Derzeit könne er sich eine solche Veranstaltung mit bis zu 500.000 Menschen, die man nicht kontrollieren könne, nicht vorstellen, so Urban.

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