Einkaufen in der Mainzer Innenstadt in Corona-Pandemie (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Belebung der Innenstadt

Mainz will neue Geschäfte willkommen heißen

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Die Stadt Mainz will es Gewerbetreibenden künftig einfacher machen, Geschäfte zu eröffnen. Die Zeiten, in denen Neugründer argwöhnisch beäugt wurden, sollen vorbei sein.

Die Fleischboutique Edelbeef in der Mainzer Altstadt hat sich etabliert. Seit fast sieben Jahre verkauft Petra Raab in ihrem Ladenlokal hinter dem Dom ausgewähltes Fleisch aus aller Herren Länder. Sieben Jahre sind eine recht lange Zeit, manch andere Fleischerei hält nicht so lange durch. Aber der Anfang war schwer, erinnert sich die Geschäftsfrau.

Die Zufahrtsgenehmigung zu ihrem Geschäft habe acht Wochen auf sich warten lassen. In dieser Zeit habe sie pausenlos Knöllchen kassiert. Auf ihre Bitte um Verständnis beim Ordnungsamt habe die zuständige Mitarbeiterin dort geantwortet: "Man muss sich vorher überlegen, ob und wo man ein Geschäft aufmacht."

"Man muss sich vorher überlegen, ob und wann man ein Geschäft aufmacht."

Die Geduld bei Petra Raab war irgendwann zu Ende. Sie suchte den damaligen Citymanager auf und berichtete ihm von den Hürden, die ihr die Stadt in den Weg stellte. Und endlich tat sich etwas. Es wurden beispielsweise Unternehmerfrühstücke initiiert, bei denen sich Einzelhändler und andere Gewerbetreibende austauschen konnten. Der Zusammenhalt unter den Händlern wuchs.

Willkommenskultur für Gewerbetreibende etabliert

Monate später wurde Manuela Matz (CDU) Wirtschaftsdezernentin. Jetzt hat sie gemeinsam mit der Werbegemeinschaft Mainz und dem Citymarketing eine sogenannte Willkommenskultur für neue Gewerbetreibende etabliert. Wer in der Stadt ein neues Geschäft eröffnet, werde jetzt mit offenen Armen empfangen und unterstützt, sagt Matz.

Das City Management werde die Neugründer persönlich begrüßen und ihnen Informationen übergeben, so dass diese wüssten, wo sie wen finden und an wen sie sich im Falle von Fragen wenden können. Durch Corona hätten die Einzelhändler gelitten, dennoch seien in den vergangenen 13 Monaten 30 neue Geschäfte in der Innenstadt gegründet worden.

Die Mainzer Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) mit Geschäftsfrauen aus Mainz (Foto: SWR)
Die Mainzer Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) überreicht gemeinsam mit Petra Raab ein Willkommensset an Antje Schubert

Eines dieser Geschäfte ist der Geschenkladen 's Fachl. Antje Schubert hat ihn im August unweit der Ludwigsstraße eröffnet. Sie bietet dort kleinen, vorwiegend regionalen Produzenten eine Möglichkeit, ihre Produkte zu verkaufen. Das Geschäft laufe gut, sagt die Mainzerin. Darüber hinaus freue sie sich, dass sie und ihre drei Mitarbeiter so gut aufgenommen wurden in die Gemeinschaft der Mainzer Einzelhändler.

Einzelhändler in Mainz bleiben bis zu 30 Jahre

Antje Schubert steht noch ganz am Anfang ihrer Karriere als Geschäftsinhaberin, Petra Raab ist da schon etwas weiter. Bis beide sich irgendwann als Gewerbetreibende aus Mainz verabschieden, kann es noch dauern. Wirtschaftsdezernentin Matz geht davon aus, dass Einzelhändler der Stadt Mainz im Schnitt 20 bis 30 Jahre erhalten bleiben. Und das sei allein schon Grund genug, sich für sie einzusetzen.

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