Die "Behaarte Karde" zählt zu den Wildpflanzen, die sich vor allem in Deutschland verbreiten. (Foto: Franziska Hahn, Botanischer Garten Mainz)

Gefährdete Wildpflanzen besser schützen

Wildpflanze "Behaarte Karde" soll im Kreis Bad Kreuznach heimisch werden

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Sibylle Jakobi/Vanessa Siemers

Die "Behaarte Karde" zählt zu den Wildpflanzen, die sich vor allem in Deutschland verbreiten. Stirbt sie hier aus, wäre sie weltweit gefährdet. Um das zu verhindern, soll sie jetzt im Kreis Bad Kreuznach angesiedelt werden.

Am Appelbach bei Pfaffen-Schwabenheim (Kreis Bad Kreuznach) soll die Behaarte Karde wieder heimisch werden. Aus diesem Grund säen dort Wissenschaftler und Naturschützer am späten Montagvormittag mehrere tausend Samen von ihr aus. Die Samen stammen aus der Saatgutbank des Botanischen Gartens in Mainz.

Bestände der Behaarten Karde sind stark zurückgegangen

Nach Angaben einer Sprecherin der Johannes Gutenberg-Universität passt die Behaarte Karde gut in das Ökosystem am renaturierten Appelbach. Zwar komme die Wildpflanze in der Rhein-Nahe-Region noch an einigen Plätzen vor - ihre Bestände seien aber stark zurückgegangen.

"Sie ist keine Pflanze, die ein Gartenmarkt-Schlager wäre. Aber jede wild wachsende Pflanze in unserem heimischen Lebensraum hat auch eine Lebensberechtigung."

Die "Behaarte Karde" zählt zu den Wildpflanzen, die sich vor allem in Deutschland verbreiten. (Foto: Franziska Hahn, Botanischer Garten Mainz)
Die "Behaarte Karde" zählt zu den Wildpflanzen, die sich vor allem in Deutschland verbreiten. Franziska Hahn, Botanischer Garten Mainz

Die Behaarte Karde kann bis zu 120 Zentimeter groß werden und ist auch für Insekten attraktiv. Da es am Appelbach bei Pfaffen-Schwabenheim nicht viele Pflanzen gebe, die blühen würden, komme die Ansiedlung der Wildpflanze dort auch den Insekten zugute.

Johannes Gutenberg-Universität beteiligt sich an Schutzprojekt

Die Behaarte Karde gehört zu gut 90 Wildpflanzen, die sogenannte Verantwortungspflanzen sind. Das heißt, ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in Deutschland. Würde sie hier aussterben, wäre ihre Bestand weltweit gefährdet.

Um das zu verhindern, gibt es seit einigen Jahren ein bundesweites Schutzprojekt, an dem sich seit 2018 auch die Johannes Gutenberg-Universität beteiligt. Ziel des Projektes ist es, die Pflanzenarten zu schützen, die nur in Deutschland vorkommen beziehungsweise, die sich vor allem hier weiter verbreiten.

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