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Obwohl das kühlere Wetter für etwas Entspannung sorgt, treffen sich immer noch zahlreiche Mainzer zum Feiern im Freien. Ordnungsamt und Polizei wollen weiter kontrollieren, ob die Corona-Regeln eingehalten werden. Dabei haben sie neue Hotspots im Blick.

Die Freiluft-Partys hätten sich zunehmend vom Winterhafen in den Volkspark in der Mainzer Oberstadt verlagert. Das teilten sowohl die Mainzer Polizei als auch Ordnungsdezernentin Manuela Matz (CDU) mit. Vergangenes Wochenende hätte es besonders viele Menschen in den Volkspark gezogen, sagte eine Polizei-Sprecherin. Dort hätten sich bis zu 200 Menschen aufgehalten, hauptsächlich in Kleingruppen.

Die Corona-Regeln seien größtenteils eingehalten worden, die Lage sei entspannt gewesen. Dazu trage auch die Örtlichkeit selbst bei: Weil der Volkspark mehr Platz als das Rheinufer biete, könnten Abstände besser eingehalten werden. Auch Anwohner seien hier nicht so ein Problem wie am Winterhafen, wo es in den vergangenen Monaten massive Beschwerden wegen Lärm und Müll gegeben hatte.

Matz: "Botschaft ist angekommen"

Ordnungsdezernentin Matz begrüßt, dass sich die Menschengruppen inzwischen nicht mehr am Winterhafen ballen, sondern sich zunehmend in der Stadt verteilen. Das führt sie auch auf die verstärkte Präsenz von Polizei und Ordnungsamt zurück. Auch der einmalige Einsatz von Scheinwerfern und Lautsprecherdurchsagen Mitte August habe Wirkung gezeigt: "Die Botschaft ist angekommen", sagte Matz. Deshalb habe man von weiteren Einsätzen der Scheinwerfer abgesehen, bei Bedarf stünden sie aber weiter zur Verfügung.

Gleichzeitig äußerte die Ordnungsdezernentin Verständnis für die Feiernden: Weil die Clubs seit März dicht haben, sei es nur natürlich, dass sich die Menschen draußen treffen. "Die jungen Leute müssen ja irgendwo hin." Dabei müssten sie sich aber an die gängigen Abstandsregeln halten. Das Ordnungsamt werde laut Matz weiter die üblichen "Hotspots" kontrollieren: Winterhafen, Neubrunnenplatz, Malakoff-Terrasse – und jetzt eben auch den Volkspark.

Corona-Kontrollen im Herbst anpassen

Die Stadt setzte außerdem sogenannte Corona-Scouts ein, so Matz. Das sind junge Menschen, die die Feiernden auf Augenhöhe ansprechen und auf die Regeln hinweisen sollen. Ein ähnliches Konzept wird auch schon mit Müll- und Grill-Scouts verfolgt. Auch die Mainzer Polizei habe an den Wochenenden weiterhin zusätzliches Bereitschaftspersonal für Corona-Kontrollen im Einsatz, so eine Polizeisprecherin.

Wenn sich die Feiern im Herbst erwartungsgemäß nach innen verlagern, wird das Ordnungsamt laut Mainz auch seine Kontrollen entsprechend anpassen. Dann liege der Fokus vor allem auf der Gastronomieszene sowie auf Veranstaltungshallen wie in den Stadtteilen Hechtsheim oder Mombach.

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