Ein Obdachloser in Mainz schläft im Winter auf der Straße. (Foto: Privat)

Winterquartiere gegen Eis und Schnee

Wie schützt die Stadt Mainz Obdachlose im Winter?

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Nachts ist es schon eisig und nass, deshalb hat die Stadt Mainz sich Gedanken gemacht, wo Obdachlose im Winter unterkommen können.

In Mainz gibt es verschiedene Einrichtungen für Obdachlose, die das ganze Jahr geöffnet haben - das Thaddäus-Heim und das Egli-Haus. Dazu kommt noch der "Wendepunkt", der nur für obdachlose Frauen ist.

Aber nicht jede und jeder will und kann dort die Nacht verbringen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Um diesen Menschen dennoch im Winter ein Nachtquartier zu bieten, erweitert die Stadt Mainz ihr Übernachtungsangebot in der Housing Area im Stadtteil Gonsenheim.

Ab dem 1.Dezember sollen dort 50 Obdachlose einziehen können. Die Housing Area ist ein ehemaliges Kasernengelände in der Finther Landstraße. In den Gebäuden sind zur Zeit überwiegend Flüchtlinge und einige Obdachlose untergebracht.

Container am Fort Hauptstein werden nicht mehr aufgebaut

Da in der Housing Area mehr Übernachtungsplätze für Obdachlose geschaffen werden, fallen die Container am Fort Hauptstein nahe des Hauptbahnhofs weg. Ein Entschluss, den auch der bekannte Mainzer Obdachlosenarzt Gerhard Trabert begrüßt.

"Lieber in einem festen Haus als in einem Container übernachten."

Mehr als 20 Jahre gab es am Fort Hauptstein Container, in denen Wohnsitzlose im Winter schlafen konnten. Vergangenen Winter waren sieben Container aufgestellt worden, einer davon nur für Frauen.

Jetzt in der Housing-Area sei alles viel angenehmer für die Männer und Frauen. Laut der Stadt Mainz gibt es dort größere Zimmer und feste sanitäre Anlagen. Außerdem könnten dort, wenn nötig, noch mehr Betten aufgestellt werden. Bei den Containern sei das nicht möglich gewesen.

Trabert: Öffnung zu spät

Die Lösung, die Housing Area für Wohnsitzlose zu öffnen, sei zwar gut. Aber sie komme mit dem 1. Dezember zu spät. Diesen Vorwurf macht Gerhard Trabert. Er sagt, es sei bereits nachts eisig und nass, die Menschen bräuchten jetzt eine Bleibe.

Er sorgt sich nach eigenen Angaben um Menschen, die momentan draußen schwer erkranken könnten. Zwischen sechs bis zehn Personen habe er im Sinn, sagt Trabert. Der Öffnungstermin in der Housing Area am 1. Dezember sei willkürlich gewählt und fahrlässig, kritisiert der Obdachlosenarzt die Stadt Mainz. Er könne nicht verstehen, warum man in der Housing Area nicht jetzt schon Obdachlose unterbringen könne, 14 seien wegen schlechter Gesundheit ohnehin schon seit längerem dort.

Wie können Sie Obdachlosen an Weihnachten helfen?

Ein bisschen Weihnachten sollen auch die Männer und Frauen, die auf der Straße leben, spüren. Die Psychosoziale Beratungsstelle der Mission Leben in Mainz ruft dazu auf, Weihnachtspäckchen für Obdachlose in Mainz zu packen. Jeder könne den Menschen eine Freude bereiten.

Weihnachtspakete für Obdachlose  (Foto: Mission Leben )
Päckchen für die Aktion "Ein Päckchen Hilfe" für Obdachlose Mission Leben

"Weihnachten ist für wohnungslose Menschen immer eine besonders schwierige Zeit."

Die wohnungslosen Menschen würden sich immer über ein Päckchen freuen, erzählt die Leiterin der Beratungsstelle Mission Leben Tanja Scherer. Es tue den Obdachlosen einfach gut, an Weihnachten ein Geschenk zu bekommen. Dann würden sie merken, dass man an sie denkt und sie ein Teil der Gesellschaft sind.

Wohnungslose Menschen würden sich zum Beispiel über Gutscheine von Lebensmittelmärkten, Süßigkeiten, Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr, Tabakwaren und Hände-Desinfektionsmittel freuen. Die Päckchen sollen so verpackt sein, dass man den Inhalt sehen kann. Spezielle Pakete für Frauen und Kleiderspenden werden im Moment nicht benötigt, teilt die Mission Leben mit.

Lebensmittel und Geldspenden helfen weiter

Aber auch die Mission Leben selbst nimmt gerne Spenden an. Lebensmittel würden das kostenlose Frühstück für die Obdachlosen bereichern. Sie würden sich über haltbare Wurst, Fischkonserven oder Käse freuen.

Auch Geldspenden kann die Beratungsstelle gut gebrauchen. "Wir verwenden das Geld, um Notlagen bei einzelnen abzumildern, zum Beispiel für Gebühren für einen Personalausweis."

Mission Leben nimmt Weihnachtspäckchen entgegen

Die Psychosoziale Beratungsstelle und der Tagesaufenthalt der Mission Leben sind beide in der Wallstraße 13 in Mainz zu finden. Sie nehmen Weihnachtspäckchen an folgenden Tagen entgegen:

Donnerstag, den 25. November von 10 bis 14 Uhr

Mittwoch, den 1. Dezember von 14 bis 18 Uhr

Donnerstag, 16. Dezember, von 14 bis 18 Uhr

Samstag, den 18. Dezember von 10 bis 13:30 Uhr

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