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Bei dem Biotechnologieunternehmen Aesku in Wendelsheim (Kreis Alzey-Worms) läuft die Produktion auf Hochtouren. 2 Millionen von insgesamt 7 Millionen Corona-Schnelltests sind nach Angaben des Unternehmens bereits versandt.

Die sogenannten Selbsttests müssen nicht von medizinischem Personal durchgeführt werden. Jeder kann sich mit einem Abstrich im vorderen Nasenbereich selbst auf eine Corona-Infektion testen. Nach Angaben von Aesku-Berater Marcus Ewald gibt ein solcher Test bis zu 6 Stunden lang Sicherheit, dass man nicht ansteckend ist.

Das Land hatte insgesamt 7 Millionen Testkits bei der Firma bestellt. Davon sind 5 Millionen Selbsttests. Diese werden nach Angaben des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung auch an Kitas und Schulen eingesetzt. Ab dem 7. April soll allen Schülerinnen und Schülern sowie allen Beschäftigten in Schulen und Einrichtungen der Kinderbetreuung pro Woche ein Selbsttest zur Verfügung gestellt werden. Damit könnten sich das Personal sowie Schülerinnen und Schüler, neben dem Test für alle Bürgerinnen und Bürger, einmal pro Woche zusätzlich freiwillig kostenlos selbst testen.

Das Logo des Wendelsheimer Schnelltest-Herstellers Aesku. (Foto: SWR)
Das Logo des Wendelsheimer Schnelltest-Herstellers Aesku.

Selbsttest vor dem Restaurantbesuch

Die Tests könnten aber auch in anderen Bereichen wichtig werden, beispielsweise beim Restaurant- oder Café-Besuch. Seit dieser Woche dürfen Kommunen in Rheinland-Pfalz bei einer Inzidenz unter 100 die Außengastronomie wieder öffnen. Wenn man einen Biergarten oder eine Café-Terrasse besuchen will, muss man allerdings einen negativen Corona-Test vorzeigen. Dies kann auch ein solcher Selbsttest sein.

Aesku hat jetzt vorgeschlagen, dass eine Internetplattform geschaffen werden soll, von der man sich nach dem Selbsttest ein Zertifikat mit dem Ergebnis herunterladen kann. Am besten wäre laut Aesku-Berater Ewald eine bundesweit einheitliche Plattform, die für alle Anbieter von diesen Schnelltests funktioniert. Wenn das Ergebnis des Corona-Tests negativ ist, könnte man das dann ganz einfach übers Handy beim Restaurantbesuch vorzeigen.

Modellprojekte in Rheinland-Pfalz geplant

Darüber hinaus möchte die Aesku Gruppe konkrete Pilotprojekte zum Einsatz von Schnelltests in Unternehmen und Kommunen umsetzen. Diese sollen bald auch in Rheinland-Pfalz anlaufen, sagte Ewald.

Auch im Handel gebe es verschiedene Überlegungen dazu. Zum Beispiel wolle eine große Möbelhauskette Schleusen vor dem Geschäft testen, in denen Schnelltests durchgeführt werden sollen. „Das wäre ein Testzentrum direkt vor dem Gebäude, um auch bei hohen Inzidenzen Flächen zu schaffen, auf denen dann niedrige Inzidenzen sind,“ so Ewald.

Das Unternehmen mit Sitz in Wendelsheim hatte Anfang März eine Sonderzulassung für seinen Corona-Test erhalten. Seitdem gibt es die Tests auch beim Dicounter zu kaufen. Nach eigenen Angaben hat die Aesku Gruppe aktuell mehr als 200 Mitarbeiter.

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