Biontech-Schriftzug mit Spritze (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Sven Simon)

Ärger für Mainzer Unternehmen

Neue Patentklage gegen Mainzer Impfstoffhersteller BioNTech

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Gegen das Mainzer Unternehmen BioNTech gibt es eine neue Klage wegen der Verletzung des Patentrechts. Eingereicht hat sie laut Medienberichten das US-Unternehmen Alnylam.

Gut zehn Tage nach den Vorwürfen des deutschen Konkurrenten CureVac wegen angeblicher Patentrechtsverletzungen droht BioNTech ein weiterer Rechtstreit in den USA. Wie aus der Klageschrift hervorgeht, die vor dem US-Bezirksgericht Delaware eingereicht wurde, sieht das amerikanische Pharma-Unternehmen Alnylam ein Patent auf die so genannte Lipid-Nanopartikel-Technologie verletzt.

Diese Technologie wird in den mRNA-Impfstoffen von BioNTech/Pfizer, aber auch in dem von Moderna verwendet. Sie bildet so zusagen die "Verpackung" der mRNA und sorgt dafür, dass diese in die Körperzellen transportiert werden kann. Diese Technologie sei die Grundlage für den Erfolg der mRNA-Covid19-Impfstoffe, heißt es von Alnylam in der Klage.

Alnylam will Geld, aber keinen Vetriebsstopp

Das Unternehmen, eine Biotechnologiefirma mit rund 1.500 Mitarbeitern, hat dabei sowohl gegen BioNTech und seinen US- Partner Pfizer sowie gegen den US-Konkurrenten Moderna geklagt. Eine ähnliche Klage auf ein anderes Patent hatte Alnylam bereits im März eingereicht. Die Pharmafirma, die auf so genannte RNA-Therapien spezialisiert ist, möchte finanziell entschädigt werden. Eine einstweilige Verfügung, etwa mit dem Ziel den Vertrieb des Impfstoffs zu stoppen, strebt das Unternehmen eigenen Aussagen zufolge nicht an.

BioNTech schweigt bislang

Eine Stellungnahme von BioNTech steht noch aus. Im Zusammenhang mit der CureVac-Patentklage hatte BioNTech mitgeteilt, es sei nicht ungewöhnlich, dass andere Pharmafirmen nach dem Erfolg des BioNTech-Impfstoffs behaupteten, der Impfstoff verletze möglicherweise ihre geistigen Eigentumsrechte.  

Mainz/Tübingen

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SWR