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Bürokratie und Regelwirrwarr - die Auszahlung der "Novemberhilfen" über die Länder hatte erst Mitte Januar begonnen. Das ist für Unternehmerinnen wie Simona Barbin aus Mainz ein großes Problem.

"Ich warte und warte", sagt Simona Barbin - und warten heißt in ihrem Fall, irgendwie über die Runden kommen. Anfang November musste sie ihr Kosmetikstudio in Mainz-Hechtsheim schließen, seitdem hat sie keinen Cent mehr verdient. Seit November hätte sie sich nichts mehr kaufen können, erzählt sie. Lebensmittel kaufe ihr Partner, ihre Ersparnisse habe sie im Januar aufgebraucht.

Keine Rückmeldung auf Antrag

Dabei hatte zunächst alles so einfach ausgesehen. Als der Lockdown kam, hatte die Kosmetikerin sofort online die Novemberhilfen des Bundes beantragt. Außer einer Eingangsbestätigung bekam sie keine Rückmeldung auf ihren Antrag - Serverprobleme hieß es später.

Simona Barbin ist nicht alleine mit ihren Problemen und ihrer Existenznot. In Deutschland hatte es von vielen Unternehmen und Verbänden Kritik daran gegeben, dass die Novemberhilfen zu langsam geflossen seien.

Einfacherer Zugang zu Corona-Hilfen

Die Bundesregierung hat deswegen jetzt nochmal nachgebessert. Die Zugangsvoraussetzungen wurden vereinfacht: Es soll jedes Unternehmen an Hilfen kommen, das in einem Monat mindestens 30 Prozent weniger Umsatz gemacht hat, sagt SWR-Wirtschaftsexpertin Jutta Kaiser.

Kritik gebe es trotzdem: Einige Unternehmen aus dem Mode- und Einzelhandel zum Beispiel stünden schon bei 20 Prozent Umsatzminus vor der Pleite. Dazu komme, dass Unternehmen, die schon im Jahr 2019 einem Verlust gemacht haben, keinen Anspruch auf die erweiterten Hilfen hätten, so Jutta Kaiser. Wer zum Beispiel sein Geschäft renoviert habe und dadurch ins Minus geraten sei, könne nicht mit Geld rechnen.

EU genehmigt deutsche Novemberhilfen

Ein Lichtblick: Die EU-Kommission hat die deutschen Novemberhilfen im Umfang von zwölf Milliarden Euro am Donnerstag genehmigt. Die Unterstützung von Unternehmen in der Corona-Krise sei mit den EU-Regeln vereinbar, hieß es aus der Kommission.

Die jetzt genehmigten Hilfen sehen nach Angaben der Kommission vor, dass bis zu 100 Prozent der nachgewiesenen Verluste erstattet werden oder 75 Prozent des Umsatzes der Vergleichsmonate November und Dezember 2019.

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