Abgeholzte Bäume liegen in einem Wald. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)

Kranker Baumbestand

Bäume in Rheinhessen lechzen noch immer nach Wasser

STAND

In der Region Rheinhessen-Nahe sind in diesem Sommer Hitze und Trockenheit bisher ausgeblieben. Gefühlt hat es viel geregnet und es war oft frisch. Den Bäumen reicht der Regen aber offenbar nicht aus.

Nach drei trockenen Sommern könnte einem das Gefühl beschleichen: In diesem Jahr hat es doch ordentlich geregnet. Den Bäumen in Rheinhessen und im Kreis Bad Kreuznach müsste es doch jetzt besser gehen. Doch dem ist nicht so. Nach Angaben des Forstamtes Rheinhessen konnte der Regen die entstandenen Trockenschäden nicht beseitigen.

Wassernot der Bäume etwas gelindert

Der Regen habe zwar geholfen, die Krankheiten und die Wassernot der Bäume etwas zu lindern, sagt Josha Erbes vom Forstamt in Alzey. Das Regenwasser sei auch in tiefere Lagen eingedrungen, es sei aber dennoch zu wenig gewesen, um die Folgen von drei Trockenjahren zu beseitigen. Das mache sich beispielsweise im Waldgebiet Alzeyer Vorholz bemerkbar.

Weißtannen im Forstrevier Alzeyer Vorholz haben braune Äste. Das sind Trockenschäden. (Foto: Forstamt Rheinhessen)
Weißtannen im Forstrevier Alzeyer Vorholz haben braune Äste. Das sind Trockenschäden. Forstamt Rheinhessen

Dort würden über 100 Jahre alte Weißtannen absterben, so Josha Erbes weiter. Ähnlich sehe es im Lennebergwald bei Mainz aus. Hier habe das Regenwasser der vergangenen Wochen dem sandigen Boden und damit den Bäumen zwar gut getan, doch sei im Lennebergwald inzwischen 25 Prozent des Baumbestandes tot und mehr als 35 Prozent der Bäume - überwiegend Kiefern - stark geschädigt.

Prämien für mehr Nachhaltigkeit

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte im Juni Waldbesitzern in der Verbandsgemeinde Nahe-Glan (Kreis Bad Kreuznach) eine Nachhaltigkeitsprämie für ihren Wald von etwa 344.000 Euro überreicht. Kommunen und private Waldbesitzer sollen je Quadratmeter Wald 100 Euro Prämie bekommen, wenn sie ihre Flächen nachhaltig bewirtschaften. So sollen die Waldschäden der vergangenen Jahre durch Stürme, Trockenheit und Borkenkäferbefall ausgeglichen werden.

Neuer Wald für Rheinhessen

Auch in Rheinhessen wird etwas getan. Die Region ist besiedelt und wird von Weinbergen dominiert. Nach Angaben des Forstamtes sind nur fünf Prozent Waldgebiete. Das soll sich aber ändern mit der neuen Konzeption "Neuer Wald für Rheinhessen". Das Land Rheinland-Pfalz kauft hierfür landwirtschaftlich und obstbaulich genutzte Flächen gezielt an, um aus ihnen Waldgebiete zu machen. Mittelfristig sollen 32 Hektar Wald neu entstehen.

Klimawandel und Trockenheit Was wird aus unserem Wald - Naturwald oder Savanne?

Die Wälder im Südwesten sind seit Jahren schwer unter Druck: Der Klimawandel und lange Trockenzeiten haben zu massiven Waldschäden geführt. Welche Maßnahmen können dem Wald helfen?  mehr...

Natur erleben und schützen Was wird aus unserem Wald?

Wandern, Klettern oder Vögeln lauschen - unser Wald ist ein einzigartiger Erholungs- und Lebensraum. Hier gibt's Infos über den Wald und wie wir die Natur schützen können.  mehr...

STAND
AUTOR/IN
SWR