Die Angeklagte und ihr Verteidiger in der Revision um den tödlichen Waldmeistersirup im Landgericht Bad Kreuznach. (Foto: SWR)

Fahndung nach der angeklagten Frau

Prozess in Bad Kreuznach um tödlichen Stoff in Waldmeistersirup-Flasche geplatzt

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Der Prozess um den Tod eines Jugendlichen bei einer Party in Heimbach (Kreis Birkenfeld) wurde nach Angaben des Landgerichts Bad Kreuznach vorläufig eingestellt. Die Angeklagte ist noch nicht wieder aufgetaucht.

Seit Anfang Oktober ist die 56-jährige Angeklagte spurlos verschwunden. Die ehemals heroinabhängige Frau stand seit August in einem Revisionsverfahren wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht. Ein 16-Jähriger war gestorben, nachdem er auf einer Party in ihrer Wohnung aus einer Flasche mit vermeintlichem Waldmeister-Sirup getrunken hatte. Tatsächlich war in der Flasche ein Drogenersatzstoff der 56-Jährigen.

Nach Angaben der Polizei in Trier hatte die Frau am 5. Oktober ihre Wohnung in Heimbach zu Fuß in unbekannter Richtung verlassen. Seitdem fehlt von ihr jede Spur. Auch eine groß angelegte Suche der Polizei war erfolglos. Nach Angaben der Polizei könnte sich die Frau in einer hilflosen Lage befinden oder verunglückt sein.

Diese Frau aus Heimbach an der Nahe wird vermisst - sie soll für den Tod eines Jungen verantwortlich sein. (Foto: Polizei Trier)
Diese Frau aus Heimbach an der Nahe wird vermisst - sie soll für den Tod eines Jungen verantwortlich sein. Polizei Trier

Angeklagte hatte Drogenersatzstoff in falsche Flasche gefüllt

Die Angeklagte hatte in dem Revisions-Prozess vor dem Landgericht Bad Kreuznach Ende August ein Geständnis abgelegt. Die ehemalige Drogenabhängige hatte in die Flasche mit der Aufschrift "Waldmeistersirup" ihren Drogenersatzstoff Polamidon abgefüllt und für Notfälle in den Kühlschrank gestellt. Vor Gericht hatte sie ausgesagt, dass sie die Flasche vergessen habe.

Die angeklagte Frau hatte einem Freund ihres Sohnes im Januar 2017 erlaubt, seinen Geburtstag in ihrer Wohnung zu feiern. Drei Gäste sollen laut Gericht von dem vermeintlichen Waldmeistersirup getrunken haben. Ein 16-Jähriger war in der Nacht gestorben.

Prozess um tödlichen Waldmeistersirup müsste neu aufgerollt werden

Das Landgericht Bad Kreuznach hatte die Frau aus dem Kreis Birkenfeld in erster Instanz für schuldig befunden, für die tödliche Verwechslung verantwortlich zu sein und sie zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und elf Monaten verurteilt. Auf ihren Antrag hin hatte der Bundesgerichtshof das Urteil in Teilen aufgehoben und die Revision zugelassen.

Die Polizei fahndet weiter nach der Angeklagten. Sollte sie gefunden werden, müsste der Prozess gegen sie nochmal neu aufgerollt werden.

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