Besucher schwimmen im großen Becken des Alzeyer Wartbergbades. (Foto: SWR, Ilona Hartmann)

Sonne, Abkühlung und Pommes

Wartbergbad Alzey freut sich über viele Besucher

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Ilona Hartmann

Sommerferien und durchgehend hohe Temperaturen: für die Schwimmbäder in Rheinhessen die perfekte Mischung. Im Wartbergbad in Alzey wurde Anfang der Woche sogar schon die Marke von 70.000 Besuchern geknackt.

Verglichen mit den Besucherzahlen in den Jahren vor Corona, sei das eine beachtliche Zahl. 2019 kamen über die gesamte Freibad-Saison 71.000 Menschen, 2018 waren es 88.000. "Das ist sehr gut und ich muss sagen, dass die Besucher eigentlich seit Mai durchgehend kommen", erzählt Betriebsleiter Willi Ehret. Selbst zu Beginn der Sommerferien, wo es manchmal einen kleinen Einbruch gebe, sei das Besucheraufkommen im Wartbergbad dieses Jahr stabil geblieben.

Während andere Bäder händeringend Mitarbeiter suchen, läuft der Betrieb im Alzeyer Wartbergbad bislang noch rund. Zwar hätten sich gerade am Dienstagmorgen zwei Leute krank gemeldet, aber die Kollegen könnten es noch stemmen. Zum Glück verfüge das Bad über ein stabiles Team mit sechs Festangestellten, so Ehret.

Betriebsleiter Willi Ehret vom Wartbergbad in Alzey.  (Foto: SWR, Hartmann, Ilona)
Betriebsleiter Willi Ehret vom Wartbergbad in Alzey. Hartmann, Ilona

Schwimmbad ist nahezu unabhängig von Gas

Auch die Energiekrise bereitet dem Betriebsleiter noch keine allzu großen Sorgen. Schon vor vielen Jahren habe man eine Solaranlage installiert, mit der die Schwimmbecken beheizt werden. Beckenabdeckungen sorgten zusätzlich dafür, dass die Temperatur des Wassers nachts um maximal ein halbes Grad absinke.

Seit diesem Jahr steht auf dem Dach des Hauptgebäudes außerdem eine Solarthermie-Anlage, mit der das Wasser in den Duschen erwärmt wird.

"Bei der Energieversorgung haben wir glücklicherweise schon sehr früh etwas weitergedacht."

Früher habe man an kühlen Tagen mehr als 1.000 Kubikmeter Gas verbraucht. Dank der Solarnutzung sei das Bad von Gas heute fast ganz unabhängig. "Das war schon die richtige Entscheidung", so Ehret.

Auf einem Dach des Alzeyer Wartbergbades ist eine Solarthermie-Anlage installiert. (Foto: SWR, Ilona Hartmann)
Auf einem Dach des Alzeyer Wartbergbades ist eine Solarthermie-Anlage installiert. Ilona Hartmann

Schwimmbad-Saisonkarte statt Urlaubsreise

Eine, die man hier fast jeden Tag treffen kann, ist Michaela Dogan. Die Alzeyerin ist Mutter von sieben Kindern. Alle haben eine Dauerkarte und gemeinsam verbringt die Großfamilie die Sommerferien im Bad: "Wir haben gesagt, wir fahren nicht in Urlaub, sondern bleiben vor Ort und gehen mit den Kindern ununterbrochen ins Schwimmbad. Sie genießen es und wir werden auch braun - also haben wir die gleichen Effekte, als wenn wir irgendwohin geflogen wären."

Dass das Wasser in den Becken nur mit Sonnenkraft geheizt wird, findet Michaela Dogan übrigens überhaupt nicht schlimm. Am Anfang sei es zwar etwas frisch, aber man gewöhne sich schnell daran. Das wäre bei einer Urlaubsreise das Gleiche gewesen: "Das Meer wird schließlich auch nicht geheizt."

Unterschiedlicher Besucherandrang in den anderen Freibädern

Auch andere Freibäder in Rheinhessen sind mit der Saison bisher sehr zufrieden. In Nieder-Olm musste wegen des großen Besucherandrangs sogar zeitweise ein Einlasstopp verhängt werden.

Verhalten zufrieden ist man bei der Regionalbad Bingen-Ingelheim GmbH. Sie betreibt die Rheinwelle in Gau-Algesheim, das Freibad Ingelheim und das Naturerlebnisbad in Bingerbrück. Die Zahlen seien nicht ganz so hoch wie vor Corona. So habe man in Ingelheim normalerweise in dieser Zeit 3.000 bis 3.500 Besucher am Tag. Derzeit seien es 200 bis 300 weniger. Aber man hoffe noch auf die zweite Hälfte der Sommerferien.

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