Badegäste aus dem Rhein-Main-Gebiet kommen an den Gimbsheimer Badesee. (Foto: SWR, Karin Pezold)

Bürgermeister bittet um Hilfe

Gimbsheimer verärgert über Badegäste

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Der Sommer ist da, Menschen kühlen sich in Freibädern oder Badeseen ab. In Gimbsheim im Kreis Alzey-Worms sorgt das allerdings für Ärger. Bürger sind von den vielen Badegästen genervt.

Der Ortsbürgermeister von Gimbsheim, Matthias Klös (FWG), findet, dass das Chaos nicht mehr zu ertragen ist. Etwa 3.000 Menschen leben in Gimbsheim - zum Baggersee würden täglich 1.000 Menschen kommen. Einige würden zwar mit dem Rad kommen, viele andere aber auch mit ihrem Auto anfahren, erzählt Klös. Die Badegäste kommen aus einem Umkreis von etwa 120 Kilometern - aus Frankfurt, Wiesbaden, Limburg sowie aus Bad Kreuznach, Heidelberg und Kaiserslautern. Das sei ihm an den Nummernschildern der Autos aufgefallen, erzählt Klös.

"Ich bin nicht der Bademeister von Rheinhessen, ich bin zuerst mal Bürgermeister der Gimbsheimer und ihnen verpflichtet, nicht den Badegästen."

Wegen der Corona-Beschränkungen sind nur 300 Autos auf dem Parkplatz des Baggersees erlaubt. Die Autofahrer müssen zehn Euro pro Tag bezahlen.

Parkende Autos auf dem Parkplatz Badesee Gimbsheim (Foto: SWR, Karin Pezold)
Wenn der Parkplatz am Badesee voll ist, stellen viele im Ort ihr Auto ab. Karin Pezold

"Es kommen aber viel mehr und die parken alle im Ort", so Ortsbürgermeister Klös. Außerdem staue sich der Verkehr in den engen Straßen von Gimbsheim. Vor allem an heißen Tagen und am Wochenende sei es unerträglich. Die Gimbsheimer seien genervt von den vielen Badegästen. Das will der Ortsbürgermeister nicht mehr hinnehmen.

Deshalb hat er sich an den Landrat des Kreises Alzey-Worms, Heiko Sippel (SPD), gewandt, der übrigens selbst aus Gimbsheim kommt. Der Gimbsheimer Bürgermeister fordert vom Kreis Unterstützung. Vor allem an heißen Tagen und am Wochenende müssten mehr Ordnungskräfte den Verkehr in Gimbsheim regeln. Bisher gibt es täglich eine Polizeistreife der Polizei Worms, die reiche aber insbesondere am Wochenende nicht aus, um den Verkehr in den Griff zu bekommen. Denn wenn sich die Verkehrssituation nicht verbessere, müsse er als letzte Konsequenz den Badesee schließen.

Lösung des Verkehrsproblems in Sicht

Um das zu verhindern und Raser auszubremsen, hat die Gemeinde nun Temposchwellen bestellt. Sie sollen für langsames Tempo bei den Autofahrern sorgen und werden nach Angaben des Bürgermeisters an drei kritischen Stellen im Ort angebracht - unter anderem vor einem Kindergarten.

Bürgermeister Klös zeigt sich zuversichtlich, dass der Verkehr im Ort weiter entlastet werden kann. Man habe zudem eine Ausweichroute für Badebesucher, die nach Hause fahren, ausgearbeitet und warte auf die Zustimmung der zuständigen Behörden. Die Route führt nicht durch Gimbsheim, sondern vom Ort weg. Sie soll alle Badegäste, die mit ihrem Auto nach Hause fahren, umleiten. Dabei handelt es sich um einen Feldweg, der am Badesee beginnt und in die Landesstraße 437 mündet.

Dieser Weg könnte Abhilfe schaffen (Foto: SWR, Karin Pezold)
Dieser Weg könnte Abhilfe schaffen. Karin Pezold

Mittlerweile hat der Landrat des Kreises Alzey-Worms Heiko Sippel mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) Kontakt aufgenommen. Der LBM ist zuständig für die Landesstraße 437. Außerdem hat Landrat Sippel mit der Polizei gesprochen. Es geht um mehr Polizeipräsenz gerade auch am kommenden Wochenende, wenn in Gimbsheim bei bestem Sommerwetter an die eintausend Badegäste erwartet werden.

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