Schulbus-Chaos: Kaum Platz für alle Kinder in den Schulbussen der KRN. (Foto: SWR)

Geänderter Fahrplan kommt im neuen Jahr

Ab Januar fahren in Oppenheim und Bad Kreuznach wieder mehr Busse

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Vanessa Siemers

Nach massiven Beschwerden von Eltern, Schülern und anderen Fahrgästen haben die kommunalen Verkehrsunternehmen RNN und KRN die Busfahrpläne jetzt überarbeitet. Sie sollen ab dem 3. Januar gelten.

Mit den neuen Fahrplänen soll die Situation in den Landkreisen Mainz-Bingen und Bad Kreuznach sowie in der Stadt Bad Kreuznach verbessert werden. Davon profitiert nach Angaben der KRN auch der Schulstandort Oppenheim im Kreis Mainz-Bingen. Dort war der Protest gegen die derzeit noch geltenden Busfahrzeiten von Seiten der Schulleitung und der Elternschaft am heftigsten.

Ab dem 3. Januar sollen in Oppenheim auch wieder Busse zu den Schulstunden, zwei, fünf und neun fahren. Mit der Einführung der neuen kommunalen Verkehrsgesellschaft kamen viele Schülerinnen und Schüler nur noch zur ersten Stunde in die Schule und auch erst nach der sechsten Stunde wieder nach Hause. Das soll sich mit dem neuen Fahrplan jetzt ändern.

Mehr Busfahrten an Samstagen

Außerdem wird es nach Angaben des Kreises Mainz-Bingen ab Januar auf der Linie 652 auch eine frühe Fahrt zum Mainzer Hauptbahnhof geben. Dadurch sollen Pendlerinnen und Pendler zukünftig früher die Universitätsklinik erreichen können. Und auch an Samstagen werden, vor allem in den Morgen- und Abendstunden, im neuen Jahr mehr Fahrten angeboten. Gleiches gilt für den Kreis Bad Kreuznach. Auch hier sollen ab Januar Samstagmorgens und -abends wieder mehr Busse fahren.

Neben den ausgeweiteten Samstagsfahrten werden im Kreis Bad Kreuznach laut KRN ab dem neuen Jahr vor allem morgens mehr Fahrten angeboten. Davon würde beispielsweise die Linie 253 profitieren, die zwischen Odernheim (Kreis Bad Kreuznach) und Bad Kreuznach fährt.

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Immer noch fallen täglich 30 bis 80 Fahrten aus

In drei Workshops hatten die beiden Verkehrsunternehmen KRN und RNN die Kritik von Pendlern und Eltern aufgearbeitet und in die neuen Pläne umgesetzt. Damit soll das Vertrauen in der Kundschaft wieder aufgebaut werden. Wie der Geschäftsführer der KRN, Uwe Hiltmann, zudem mitteilt, arbeitet das Unternehmen weiterhin daran, die Anzahl der Busausfälle weiter zu reduzieren. In den beiden Kreisen Bad Kreuznach und Mainz-Bingen sowie der Stadt Bad Kreuznach fallen von etwa 3.500 Fahrten derzeit täglich immer noch 30 bis 80 Busfahrten aus.

"Achtzig ausgefallene Fahrten am Tag sind noch immer deutlich zu viel."

Hiltmann geht allerdings davon aus, dass sich die Situation bis Weihnachten deutlich verbessere, denn dann sollen die noch fehlenden Busse geliefert werden. Die noch ausstehende Lieferung von 18 Neufahrzeugen sei vom Hersteller für kurz vor Weihnachten zugesagt. Und der Hersteller habe inzwischen auch ein Verschulden eingeräumt. Die KRN wolle dafür Regress fordern. Er gehe von etwa 300.000 Euro Schadensersatz aus, so Hiltmann.

Neuer Fahrplan gilt bis zum Ende der Sommerferien

Der ab 3. Januar gültige Fahrplan gilt nach Angaben des Kreises Mainz-Bingen bis zum Ende der Sommerferien 2023. Die neuen Fahrpläne mit den geänderten Abfahrtszeiten würden an den Haltestellen nach und nach ausgehängt. Außerdem könnten sich Fahrgäste auf den Internetseiten des RNN-Verbundes informieren. Dort könnten die Fahrpläne ab Mitte Dezember eingesehen werden.

Ver.di und DGB kritisieren KRN scharf

Die Gewerkschaft ver.di und der Gewerkschaftsbund DGB kritisieren die KRN scharf. Nach Angaben der Gewerkschaft ist der missglückte Start der neuen Busgesellschaft für die Fahrgäste untragbar. Nicht jeder Arbeitgeber habe Verständnis, wenn seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wegen Busausfällen oder Verspätungen zu spät kämen. Außerdem seien die Zustände auch für die KRN-Beschäftigen sehr belastend. Die Situation führe bei ihnen zu einer hohen Belastung. Dies zeige sich unter anderem an langen Fahrt- und geringen Pausenzeiten.

Ver.di wirft der KRN zudem vor, sich in die Betriebsratswahlen einzumischen. Der Anwalt der KRN habe die Mitarbeitenden falsch informiert. Nur wer bereits ein halbes Jahr im Unternehmen arbeite, könne sich als Betriebsrat aufstellen lassen, habe dieser erklärt. Das sei falsch, so ein ver.di-Sprecher. Es sei der Versuch, einen Großteil der Busfahrerinnen und Busfahrer für den Betriebsrat auszuschließen.

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Vanessa Siemers