Die Verbandsgemeinde Rüdesheim will einen Solidarfonds für Windkraft gründen. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)

Gemeinden sollen von Solidarfonds profitieren

Rüdesheim setzt auf Zusammenhalt bei Windkraft

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Die Verbandsgemeinde Rüdesheim hofft, dass sich alle Ortsgemeinden an einem “Solidarfonds Erneuerbare Energien“ beteiligen. Damit sollen alle Gemeinden von Windrädern profitieren.

Noch gibt es in der Verbandsgemeinde Rüdesheim kein einziges Windrad. Die Bundesregierung aber fordert: Zwei Prozent ihrer Flächen muss sie für die Windkraft ausweisen. Das Thema "Windrad in unverbauter Landschaft" spaltet aber die Bürgerschaft. Viel Ärger gab es auch schon, wenn eine Gemeinde auf ihre Grenzen große Rotoren stellen lässt und es kräftig in ihren Kassen klimpert, während die Nachbargemeinde leer ausgeht und die Windräder vor der Nase hat.

Die Verbandsgemeinde Rüdesheim setzt jetzt darauf, dass es mit ihrem Solidarfonds in Sachen Windkraft etwas gerechter zugeht. Mitte September will der Verbandsgemeinderat darüber entscheiden, welche Gebiete im Flächennutzungsplan als Standorte für Windräder angeboten werden. Bis dahin sollen möglichst alle 32 Ortsgemeinden dem Solidarfonds beitreten.

Gemeinden teilen Geld aus der Windkraft

Drehen sich beispielsweise auf dem Gauchsberg über Sponheim künftig Windräder, gibt die Gemeinde 25 Prozent ihrer Pachteinnahmen in den Solidarfonds. Dieses Geld kommt dann allen Gemeinden zugute, die sich am Fonds beteiligen: der Gemeinde Gebroth zum Beispiel, die keine Flächen hat, auf denen Windräder sinnvoll wären. “Es kann doch nicht sein, dass eine Gemeinde mit vielleicht fünf Windrädern über Nacht reich wird und die anderen nichts haben“, sagt Markus Lüttger (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rüdesheim. Er setze darauf, dass mit dem Solidarfonds bei allen Gemeinden die Akzeptanz für die Windenergie steige.

"Ich war bisher selbst kein großer Freund der Windkraft.“

Auch er habe die Windkraft bisher eher skeptisch gesehen, so der Bürgermeister. Sie sei derzeit aber alternativlos, gerade angesichts der drohenden Energieengpässe. Außerdem ist sie nun gesetzlich vorgegeben. Damit ist abzusehen, dass sich künftig auch in der Verbandsgemeinde Rüdesheim Rotoren drehen.

Auch das Land will in Solidarfonds einzahlen

Und nicht nur die Ortsgemeinden seien mit im Boot, so Lüttger. Auch vom Land sehe er sich auf diesem Weg bekräftigt. Denn das zahle ebenfalls in ihren Solidarfonds, sollten in der Verbandsgemeinde Rüdesheim Windräder im Staatswald aufgebaut werden. Für diese Waldgebiete ist Landesforsten zuständig. Von dort habe er die Auskunft, dass es eine neue Richtlinie gebe. Sie besage, dass nur die Kommunen an den Pachteinnahmen der Windräder im Staatswald beteiligt würden, die einen Solidarfonds haben.

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