Wassersport auf dem Rhein erfreut sich vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie großer Beliebtheit (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Geisler-Fotopress | Robert Schmiegelt/Geisler-Fotopr)

Immer mehr Menschen nutzen Freizeitangebote

Wassersport: Trubel auf Rhein und Main bringt auch Ärger

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Seit Beginn der Pandemie ist es auf Rhein und Main immer voller geworden. Doch die Wassersportler verstehen sich untereinander nicht immer: Dem einen ist das Tempo zu schnell, dem anderen zu langsam.

Auf Rhein und Main herrscht diesen Sommer reger Trubel: Neben Frachtern und Passagierschiffen tummeln sich vor allem an den Wochenenden die Hobbykapitäne mit ihren Motorbooten, Jetski-Fahrer rasen über das Wasser, Ruderer ziehen an etlichen Stehpaddlern vorbei. "Die Angebotspalette wassersportlicher Aktivitäten hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen", heißt es von der hessischen Wasserschutzpolizei.

Paddelboot, Kanu, SUP - Großes Wassersportangebot

Vor allem Sportboot-, Jetskifahren und Stand-Up-Paddling (SUP) werden schon seit Jahren immer beliebter. Seitdem Corona das Reisen erschwert, ist die Zahl der Wassersportler noch einmal deutlich gestiegen. Und das nicht nur auf Rhein und Main, sondern auch auf den anderen Flüssen. So erfreut sich etwa der Bootsverleih an der Lahn steigender Beliebtheit. Auf dem Eder- und dem Diemelsee geht es ebenfalls lebhaft zu: Paddelboote, Tretboote, Schlauchboote, Sportboote, Kanus, SUP, Wasserski und Jetski tummeln sich allesamt im Wasser.

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Unfälle sind trotz des Trubels zwar sehr selten, so verzeichnete die hessische Wasserschutzpolizei für ihren Dienstbereich bis Mitte dieses Jahres zehn Sportbootunfälle. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 37 Unfälle gewesen. Doch Ärger gibt es trotzdem. Bei der Polizei gehen seit Wochen immer wieder Beschwerden über rücksichtsloses Verhalten von Sportboot- und Jetskifahrern ein. Nun werde kontrolliert, ob diese die in den Schifffahrtsverordnungen vorgeschriebenen Verkehrspflichten einhielten, so die Wasserschutzpolizei. Bei Kontrollen Ende Juli seien bereits mehrere Verstöße festgestellt worden. 

Wenn es zu langsam geht, gibt es Beschwerden

"Es ist viel mehr los als früher, und es gibt immer wieder Trouble", ist auch die Erfahrung von Dimitri Schischkin vom Sportverein Frankfurt Stand-Up-Paddling. Sein Sport boomt, jeden Tag werden im Hochsommer von seinem Verein Kurse auf dem Main angeboten. Meist sind bis zu zehn Teilnehmer gemeinsam unterwegs, manchmal paddeln aber auch 20 Leute im Pulk. Diese vergleichsweise langsame Art der Fortbewegung nervt so manch einen anderen Wassersportler auf dem Fluss. "Da motzen schon mal die Ruderer und rufen, wenn wir planschen wollten, sollten wir doch ins Planschbecken gehen", so Schischkin. 

Kanufahrt auf der Lahn (Foto: Imago, Imago Images)
Auf der Lahn sind überall Kanu oder Kayak Fahrten möglich. Beispielsweise ab Bad Ems, Fachbach und Obernhof. Hier werden verschiedene Touren angeboten. Imago Imago Images Bild in Detailansicht öffnen
Im Kletterwald Sayn oder im Vulkanpark können sich Kinder und Erwachsene seit dem 13. Mai wieder austoben und ihre Balance testen. dpa/Matthias Bein Bild in Detailansicht öffnen
Stand-Up Paddling wird seit ein paar Jahren immer beliebter. Dafür brauchen Sie auch keine eigene Ausrüstung. Ausleihen und direkt losfahren kann man unter anderem in Koblenz am Statt Strand auf der Mosel, auf dem Rhein in Kaub und auf der Lahn ab Bad Ems. picture alliance/dpa/Julian Stratenschulte Bild in Detailansicht öffnen
Wasserski fahren auf der Mosel, dass ist zum Beispiel in Koblenz möglich. Der Wasserski Club Koblenz bietet auch Fahrten für Gäste an. Aber auch Fahrten mit bis zu sechs Personen auf einem sogenannten Bananen-Boot sind möglich. Dort sitzen Sie hintereinander auf einem Schlauchboot, dass aussieht wie eine Banane und werden von einem Motorboot gezogen. dpa/Thomas Frey Bild in Detailansicht öffnen
Im Mittelrheintal können Sie eine Rafting-Tour starten. Hier werden verschiedene Touren zwischen elf und 21 Kilometer angeboten. Beispielsweise an der Loreley oder der Rheinschleife vorbei. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen

Sophia von Habsburg von der Wassersport-Schule Onwater in Mainz berichtet ebenfalls von einer manchmal etwas aufgeladenen Stimmung auf dem Rhein, wo es auch in den Seitenarmen deutlich voller geworden ist. Vor allem mit den Jetski-Fahrern sei es schwierig, erzählt sie. "Sie sind laut, schnell, fahren nicht sonderlich nett an anderen vorbei und machen sehr viele Wellen." Mit ihren SUP-Kursen bleibt die Wassersport-Schule im geschützten Zollhafen, dort kommen die Teilnehmer anderen Wassersportlern nicht in die Quere. 

Bootsführerschein erfreut sich großer Beliebtheit

Auch bei Onwater ist die Nachfrage nach Wassersport-Kursen derzeit enorm. "Die Leute bleiben eben eher zu Hause und geben nicht Geld für den Urlaub aus", erklärt von Habsburg. So ging die Zahl der Anwärter auf den Bootsführerschein schon im vergangenen Sommer sprunghaft nach oben, dieses Jahr hat sie sich noch einmal verdoppelt. SUP boomt sowieso, und sogar das Angebot von Yoga auf einem speziellen Board im Wasser kommt bestens an.

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