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Ein Autofahrer hat am Donnerstag bei Mainz ein Tier überfahren, bei dem es sich wahrscheinlich um einen Wolf handelt. Das teilte das Umweltministerium mit. Klarheit soll ein Zentrum in Berlin bringen.

Der Unfall habe sich auf der A60 an der Anschlussstelle Mainz-Finthen ereignet, berichtete das Ministerium. Nach Angaben der Autobahnpolizei Heidesheim meldete ein 60-jähriger Autofahrer gegen 6 Uhr morgens, dass er ein Tier - vermutlich einen Wolf - angefahren habe.

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Die Polizisten suchten anschließend nach dem Tier, fanden es aber nicht. Erst gegen 9 Uhr entdeckten Mitarbeiter der Autobahnmeisterei das tote Tier und informierten das Umweltministerium. Der 60-jährige Fahrer blieb bei dem Unfall unverletzt. An seinem Wagen entstand allerdings Sachschaden.

Totes Tier wird in Gelnhausen untersucht

Nach Angaben des Umweltministeriums wird der Kadaver nun zur weiteren Untersuchung in das Internationale Wildtierzentrum nach Berlin gebracht. Außerdem seien von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz Genproben entnommen worden. Falls es wirklich ein Wolf sei, gehe man davon aus, dass es sich um ein einzelnes, wanderndes Tier gehandelt habe, so das Ministerium weiter.

Die Genproben werden nun in der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Gelnhausen erforscht, so Herman Ansorge von Senckenberg von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf.

26 Wolfsvorkommen in Rheinland-Pfalz

Die Wolfsvorkommen in Rheinland-Pfalz hat Michael Back von der Forschungsanstalt für Wildökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt im Blick. "Anhand der genetischen Probe wird versucht herauszufinden, wo das Tier herstammt", sagte er dem SWR. Außerdem könne man herausfinden, ob es schon in der Datenbank sei und ob man Rückschlüsse auf Region und Elterntiere ziehen könne. Das könne bis zu vier Wochen dauern.

Landesweit sind laut Umweltministerium 26 Wolfsvorkommen nachgewiesen. Dabei handele es sich vermutlich um zehn bis 14 Einzeltiere. Mit hoher Wahrscheinlichkeit seien zwei Wölfinnen in Rheinland-Pfalz sesshaft. Eine lebe am Stegskopf (Westerwald), die andere in der Nähe von Bad Hönningen (Kreis Neuwied).

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