Im Seniorenheim in Osthofen werden auch die Besucher und Besucherinnen täglich auf Corona getestet. (Foto: SWR)

Tägliche Corona-Tests in Altenheimen

Testpflicht für ungeimpfte Pflegekräfte in Osthofen schon Routine

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Nach der neuen Corona-Verordnung müssen seit Montag alle ungeimpften Mitarbeitenden in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern täglich Corona-Tests machen. Im Seniorenheim in Osthofen (Kreis Alzey-Worms) ist das tägliche Testen bereits Routine – dort sind nach einem Corona-Ausbruch im Oktober 13 Menschen gestorben.

Seit Anfang Oktober hatten sich im Alten-und Pflegeheim Jacobus in Osthofen mehr als 100 Menschen mit dem Corona-Virus angesteckt. Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, hatte das Altenheim nach dem Ausbruch sofort damit begonnen, alle Mitarbeitenden täglich auf Corona zu testen – sowohl die Ungeimpften als auch die Geimpften und Getesteten.

Getestet wird vor Arbeitsbeginn

Bevor die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Dienst beginnen, kommen sie in einen speziellen Bereich. Dort machen sie dann einen Corona-Test. Erst wenn dieser negativ ist, können sie mit der Arbeit loslegen.

Mona Schniering von der Pflegedienstleitung sagt, dass alle Pflegekräfte sofort bereit gewesen wären, sich täglich zu testen: "Die Pflegekräfte haben es auf jeden Fall angenommen, weil sie wussten, dass sie es für die Bewohner, für ihre Familien und für sich selbst tun."

Über 80 Prozent der Mitarbeitenden sind geimpft

Mehr als 80 Prozent der rund 170 Mitarbeitenden sind nach Angaben der Heimleiterin Manuel Haller geimpft. Von den Bewohnerinnen und Bewohnern seien alle vollständig geimpft. Auch mit den Booster-Impfungen habe das Altenheim bereits begonnen.

Wie es trotz der hohen Impfquote zu einem Corona-Ausbruch im Heim kommen konnte, das wird - so das zuständige Gesundheitsamt - nicht mehr zu klären sein. Auch für Heimleiterin Manuela Haller und ihre Mitarbeitenden ist die Situation sehr belastend.

"Das, was wir uns als Einrichtung vornehmen, für Menschen zu sorgen, für sie da zu sein, sie zu schützen, das ist uns in diesem Fall nicht gelungen."

13 Menschen durch Corona-Virus gestorben

13 Menschen sind inzwischen in Zusammenhang mit dem Corona-Virus gestorben, die letzte Bewohnerin erst am vergangenen Freitag. Eine Situation, die nicht nur für die Angehörigen schwer ist. Auch für die Pflegekräfte sei es nicht einfach, wenn eine Bewohnerin oder ein Bewohner sterbe, betont Schniering: "Wenn jemand von heute auf morgen Corona-positiv getestet wird und innerhalb weniger Tage dann nicht mehr bei uns ist, das macht mit den Mitarbeitern unheimlich was."

Gedenken an die Corona-Toten

Am 21. November gibt es nach Angaben der Heimleiterin einen Gedenkgottesdienst für alle Bewohnerinnen und Bewohner, die in diesem Jahr gestorben sind. Bei dem Gottesdienst werden auch die Namen aller Verstorbenen vorgelesen.

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