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Der Handelsstreit zwischen den USA und der EU wird auch in Rheinhessen zunehmend spürbar. Nun könnten die bereits bestehenden Strafzölle weiter verschärft werden.

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Strafzölle von 100 Prozent - das könnte die US-Handelsbehörde in den kommenden Tagen beschließen. Im Handelsstreit mit der Europäischen Union hatten die Vereinigten Staaten bereits im Oktober Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf einige EU-Waren verhängt, darunter auf Wein.

Hintergrund ist: Am Dienstag reist EU-Handelskommissar Phil Hogan nach Washington, um den seit Monaten andauernden Streit zu entschärfen. In den USA laufen gerade Konsultationen bezüglich einer eventuellen Erhöhung der Strafzölle. In diesem Zusammenhang werde eine eventuelle Erhöhung der Strafzölle auf 100 Prozent erwähnt - und dies sei mehr als beunruhigend, heißt es in einem Brief des Forums der Deutschen Weinwirtschaft an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) zu Beginn des Jahres. Darin bitten die Winzer die Bundesministerin "nachdrücklich, sich für die Interessen der Deutschen Weinwirtschaft einzusetzen."

"Dann ist der US-Markt tot"

Strafzölle von 25 Prozent hätten viele rheinhessische Winzer noch irgendwie abfangen können, sagt Bernd Kern vom Verein Rheinhessenwein. Würden die Strafzölle auf 100 Prozent steigen, sei der US-Markt hingegen tot.

Nach Angaben der Deutschen Weinwirtschaft werden aus Rheinhessen jährlich knapp fünf Millionen Liter Wein in die USA exportiert, von der Mosel fast acht Millionen. Gerade in diesen Anbaugebieten könnten die Folgen des Handelsstreits deshalb für viele Winzer existenzbedrohend werden.

Noch hofft man auf Seiten der Weinwirtschaft, dass es nicht zu dieser Erhöhung kommt.

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