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Die Storchennester auf den Hochspannungsmasten im Laubenheimer Ried sorgen immer wieder für Störungen im Stromnetz. Die Mainzer Netz GmbH montiert deswegen nun Kleinstwindräder auf die Masten.

Nach Angaben der Mainzer Netze GmbH wurden allein in diesem Jahr insgesamt 47 Störungen im Hochspannungsnetz erfasst, die durch mehr als 40 Storchennester verursacht wurden. Dabei kamen die meisten Störungen von der Stromtrasse im Laubenheimer Ried

Äste leiten Strom

Die Störungen werden laut Mainzer Netze GmbH durch herabhängendes Nistmaterial verursacht. Lange Zweige verursachen durch eine leitende Verbindung einen sogenannten elektrischen Überschlag - mit lautem Knall und Lichtblitz.

Dadurch sei es in den vergangenen Jahren immer wieder zu großräumigen Stromausfällen in der Region gekommen. In Industriebetrieben wie dem Glashersteller Schott kam es zu Produktionsausfällen.

Gleichzeitig bringen die sogenannten Störlichtbogen auch die nistenden Störche und deren Brut in große Gefahr.

In Südeuropa erprobt

Aus diesem Grund habe die Mainzer Netze GmbH zusammen mit den zuständigen Naturschutzbehörden und den Umweltverbänden nach einer Möglichkeit gesucht, um die Störche vor den elektrischen Gefahren zu schützen und die Stromversorgungssicherheit wieder deutlich verbessern zu können.

Dabei ist man auf das Verfahren mit den Kleinstwindrädern gestoßen, dieses werde bereits in Südeuropa getestet. Die Kleinstwindräder werden auf dem unteren Querbalken des Mastes montiert. Dadurch soll dort der Nestbau verhindert werden. Die beiden oberen der drei Balken bleiben für Storchennester frei, denn nur an den unteren kommt es laut Mainzer Netzte GmbH zu Störungen.

Test wird begleitet

Für das Vorgehen hat die Mainzer Netz GmbH eine Ausnahmegenehmigung der zuständigen Behörden. Da es hierzulande noch nicht erprobt sei, werde die Maßnahme sowohl technisch als auch artenbiologisch begleitet.

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