Der neue Ranger Fabian Emde steht im Lennebergwald zwischen Mainz und Budenheim vor toten Bäumen (Foto: SWR)

Besonderer Blick auf Waldbrandgefahr

Ein junger Ranger passt jetzt auf den Lennebergwald auf

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Bindeglied zwischen Natur und Mensch: Der 21-jährige Fabian Emde ist der erste Stadtwaldranger im Lennebergwald. Ein kniffliger Job in Zeiten von Trockenheit und Waldbrandgefahr.

Fabian Emde ist abseits der Waldwege unterwegs. Dort, wo keine Waldbesucher hin dürfen. Denn es besteht immer die Gefahr, dass einer der unter Trockenheit leidenden Bäume im Lennebergwald umstürzt. Und dennoch entdeckt der Stadtwaldranger mitten im Wald bei Budenheim mal wieder Rampen, die von Mountainbikern aus Baumstämmen gebaut wurden.

Stadtwaldranger Fabian Emde steht im Lennebergwald neben einer illegalen Mountainbike-Rampe (Foto: SWR)
Stadtwaldranger Fabian Emde neben einer illegalen Mountainbike-Rampe

Mountainbike-Rampen müssen abgerissen werden

Was wie eine professionelle Rennstrecke aussieht, wurde in Wahrheit illegal errichtet. Fabian Emde wird diese Rampen wieder abreißen. "Diese Strecken sind ja nicht abgenommen", erklärt er. "Niemand weiß, wie gefährlich es ist, darüberzufahren. Gerade für Kinder oder E-Bike-Fahrer könnte das schlimm ausgehen." Solche illegalen Bauwerke im Wald zu finden und zu entfernen, gehört nun zu den Aufgaben von Fabian Emde.

Vom Hobby Falknerei auf den Beruf gekommen

Mit 21 Jahren dürfte er einer der jüngsten Ranger in Deutschland sein. Nach seiner Ausbildung als Forstwirt absolvierte Fabian Emde eine Weiterbildung zum Natur- und Landschaftspfleger. Dabei war er der jüngste Teilnehmer von allen. Zur Arbeit im Wald hat der 21-jährige über sein Hobby, die Falknerei, gefunden. Er hält einen Habicht, mit dem er auf Krähenjagd geht. An seinem neuen Job als Stadtwaldranger reizt ihn besonders, dass er bald auch sein Wissen über die Natur und den Wald weitergeben kann, denn er soll Führungen für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene anbieten.

Konflikte schlichten im größten Naherholungsgebiet

Den Lennebergwald zwischen Mainz, Budenheim und Ingelheim-Uhlerborn besuchen pro Jahr mehr als eine Million Menschen. Er gilt als größtes Naherholungsgebiet der Region. Die Menschen nutzen ihn zum Wandern, Joggen, Gassigehen oder Reiten. Bei so vielen Waldbesuchern kann es auch immer wieder zu Konflikten kommen. Fabian Emde soll deshalb auch Streitschlichter und Ansprechpartner für alle sein.

Durch Aufklärung Waldbrand verhindern

Seine wichtigste Aufgabe im Moment ist es aber, die Menschen auf die hohe Waldbrandgefahr aufmerksam zu machen, die bei der aktuellen Trockenheit herrscht. Bei seinem Gang durch den Wald entdeckt Fabian Emde an einer Waldhütte zwei Männer, die gerade eine Zigarette rauchen. Der Stadtwaldranger weist sie darauf hin, dass das Rauchen im Wald strengstens verboten ist. Die Männer sind einsichtig und reagieren verständnisvoll.

Stadtwaldranger Fabian Emde steht im Lennebergwald neben einem Rauchen-Verboten-Schild (Foto: SWR)
Im Lennebergwald ist Rauchen immer verboten, nicht nur bei erhöhter Waldbrandgefahr

"Der Lennebergwald ist mit seinem Sandboden generell sehr trocken. Ein Waldbrand wäre verheerend."

Lennebergwald bei Instagram

Wer Kontakt zum neuen Stadtwaldranger aufnehmen will, kann das über die Instagram-Seite des Zweckverbands machen. Diese Seite zu betreuen, gehört auch zu den neuen Aufgaben von Fabian Emde.

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