Die Stadt Mainz will um ihre Kaufhof-Filiale kämpfen. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Mehr als 100 Jobs bedroht

Stadt will um Mainzer Kaufhof kämpfen

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Christiane Spohn

Zwei Jahre konnten die Mitarbeitenden der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof durchatmen. Jetzt drohen wieder Schließungen - auch in Mainz. Das will die Stadt verhindern.

Die Mainzer Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) hat sich in die Diskussion um die Zukunft der Kaufhof Filiale in Mainz eingeschaltet. 105 Mitarbeiter zittern dort um ihre Jobs, seitdem der Konzern erneut Insolvenz angemeldet hat. Laut Insolvenzverwalter drohen mehr als 40 der 131 Kaufhäuser in Deutschland das Aus.

Matz kündigt in einer Pressemitteilung an, dass sich die Stadt Mainz für den Standort einsetzen will. Sie habe in einem Schreiben an den Geschäftsführer von Galeria Karstadt Kaufhof appelliert, die Mainzer Kaufhof Filiale nicht zu schließen.

Galeria Kaufhof ist wichtig für Mainz

Die Mainzer Wirtschaftsdezernentin Matz betont, dass Galeria Kaufhof seit vielen Jahrzehnten einen festen Platz in der Stadt habe und ein wichtiger Anlaufpunkt sei.

"Die Filiale wird seit jeher gut besucht. Das liegt (...) am attraktiven Standort im Herzen der Innenstadt, (...) aber auch an der Produktvielfalt (...)."

Dazu komme das Engagement der mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihrer sehr guten Beratung. Außerdem sei Mainz für die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof ein optimaler Standort. Die Landeshauptstadt sei wirtschaftlich erfolgreich und dynamisch, liege mitten im Rhein-Main-Gebiet und habe einen weiten Einzugsbereich bis tief nach Rheinhessen hinein.

Keine Auskunft von Galeria Karstadt Kaufhof zu Mainz und Bad Kreuznach

Auf SWR-Anfrage hat die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof mitgeteilt, dass noch nicht feststehe, welche Häuser geschlossen werde. Die Zukunft der Häuser in Mainz und in Bad Kreuznach ist also offen.

Laut Konzernleitung gibt es bald Gespräche mit den Vermietern. Neben der Miete selbst, gehe es auch um Fragen wie z. B. Flächennutzung, energetische Sanierungen, Modernisierungs- und Baumaßnahmen.

Online-Händler will kleine Kaufhof Filialen übernehmen

Auch zu dem Angebot des Onlinehändlers buero.de äußert sich die Konzernleitung von Galeria Karstadt Kaufhof. Es werde bald ein persönliches Treffen zwischen dem Generalbevollmächtigten von Galeria Karstadt Kaufhof, Arndt Geiwitz, und dem buero.de-Chef, Markus Schön, geben. Inhaltlich will das Unternehmen zu den Gesprächen aber nichts sagen.

Der Büroartikelhändler buero.de hatte Interesse bekundet, 47 kleinere Galeria Kaufhäuser mit knapp 6.000 Mitarbeitern zu übernehmen. Laut T-Online steht auf der Liste von buero.de auch die Kaufhof Filiale in Bad Kreuznach.

In der Branche wird allerdings der Online-Händler kritisch gesehen. Er habe keinerlei Erfahrung im Warenhausgeschäft, heißt es.

Ver.di will gegen Kaufhof Schließung kämpfen

Die Gewerkschaft ver.di sieht das Angebot von buero.de auch sehr kritisch. Petra Kusenberg vom ver.di-Landesverband Rheinland-Pfalz-Saarland sagte dem SWR, sie kenne buero.de nicht und traue dem Angebot nicht.

Die Gewerkschaft ver.di hat bis jetzt auch keinerlei Informationen, wie es für die Galeria Kaufhof Filialen weitergeht. Petra Kusenberg sagte dem SWR, dass es Aktionen geben werde, sobald ver.di wisse, welche Kaufhäuser geschlossen werden.

Standortschließungen und Jobverlust bei Kaufhof schon 2020

Schon vor zwei Jahren hatte Galeria Karstadt Kaufhof Insolvenz angemeldet. Der Konzern war damals auch schon in einem sogenannten Schutzschirmverfahren. Dabei übernimmt ein gerichtlich bestellter Sachverwalter die Aufsicht. Die Unternehmensführung behält aber weiterhin die Kontrolle.

2020 mussten die Mitarbeiter schon Einschnitte hinnehmen: zahlreiche Kaufhof-Standorte wurden geschlossen. Tausende verloren ihren Job. In Rheinland-Pfalz betraf das Landau und Worms.

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