Der Spürhund Drago soll in einer Studie der Uni Mainz Corona erschnüffeln. (Foto: SWR)

Feldstudie gestartet

Uniklinik Mainz setzt auf Corona-Spürhund

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Nach einer viel versprechenden Vorstudie beginnt die Universitätsmedizin Mainz mit einem größer angelegten Feldversuch: Spürhunde sollen Corona-Infizierte schneller erkennen können als PCR-Tests.

Der vierjährige Schäferhund Drago steht vor einer Metallkiste mit vielen Löchern. Hinter jedem Loch verbirgt sich eine andere Probe mit einem menschlichen Hautabstrich. Drago steckt seine Schnauze in alle Löcher. Wenn er länger darin schnüffelt, schlägt ein Sensor an: Die Probe ist coronapositiv!

"Wir wollen mit dieser Studie schauen, ob Hunde bessere Diagnostiker sind als wir."

Auswertung der Proben innerhalb von Sekunden

Während die Auswertung eines PCR-Tests im Labor einen Tag oder sogar länger dauert, können Hunde sofort positive von negativen Tests unterscheiden, so Professorin Petra Staubach-Renz. Denn Hunde könnten Covid riechen. Das habe die Vorstudie deutlich belegt.

Feldstudie mit 200 Probanden

Auch die Ethik-Kommission in Hessen habe dies überzeugt, weshalb sie jetzt die Genehmigung für eine größer angelegte Feldstudie mit 200 Probanden erteilt hat. Die Tests beginnen in einem Altenheim in Wiesbaden. Es könnten bei Bedarf jedoch auch noch weitere hessische Altenheime dazu kommen.

Wenn eine Person einen positiven Schnelltest hat, soll Drago oder einer seiner tierischen Kollegen ins Spiel kommen. Es werden zur Kontrolle Proben von allen Kontaktpersonen genommen.

Hautprobe aus der Armbeuge genügt

"Das geschieht über einen Abstrich auf der Haut", erklärt Professorin Staubach-Renz. Mit Wattestäbchen wird mehrmals über die Armbeuge gestrichen. Diese Geruchsprobe kommt in die Schnüffelbox für die Hunde.

Im Moment gibt es erst zwei Corona-Hunde, die für die Mainzer Wissenschaftler arbeiten. Sie waren ursprünglich auf Sprengstoff abgerichtet. Hunde könne man gut auf Gerüche abrichten, sagt Hundeausbilder Daniel Jannett. Der Nachwuchs sei bereits in der Ausbildung, um die erfahrenen "Schnüffler" zu unterstützen.

Junge Corona-Spürhunde werden ausgebildet. (Foto: SWR)
Junge Corona-Spürhunde werden ausgebildet.

Erster Einsatz bereits im Herbst?

Wenn die Studie mit 200 Personen erfolgreich ist, könnten die Corona-Spürhunde schon bei einer möglichen nächsten Infektionswelle im Herbst eingesetzt werden. Alles hängt von Drago und seinem Kollegen ab. Ziel ist es, dass die Corona-Hunde später coronapositive Menschen in einer Menschenmasse erschnüffeln. Zum Beispiel am Flughafen, ähnlich wie ihre vierbeinigen Kollegen von der Sprengstoff-Fahndung.

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