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Rettungskräfte und Helfer aus der Region Rheinhessen und aus dem Kreis Bad Kreuznach sind weiter in den Katastrophengebieten im Einsatz. Bei einigen gab es inzwischen einen Schichtwechsel, ans Ausruhen ist kaum zu denken.

Der THW Ortsverband Wörrstadt hat zum Beispiel eine Trinkwasseraufbereitungsanlage nach Schuld transportiert. Wie ein Sprecher dem SWR mitteilt, haben etwa 15 Ehrenamtler die Anlange am Wochenende aufgebaut. Diese Gruppe sei anschließend wieder nach Wörrstadt im Kreis Alzey-Worms zurückgekehrt. Nach Angaben des Sprechers wird die Anlage nun von vier Einsatzkräften vor Ort betreut. Sie wechseln sich nach zwölf Stunden mit Kolleginnen und Kollegen ab.

Das THW in Wörrstadt wurde direkt nach der Flutkatastrphe alarmiert. Das Team lud in Wörrstadt (Kreis Alzey-Worms) eine zerlegte  Trinkwasseraufbereitungsanlage auf. Inzwischen steht die Anlage in Schuld im Kreis Ahrweiler und versorgt Menschen mit Wasser.  (Foto: SWR, A. Dietz)
Das THW in Wörrstadt wurde direkt nach der Flutkatastrophe alarmiert. Das Team lud in Wörrstadt (Kreis Alzey-Worms) eine zerlegte Trinkwasseraufbereitungsanlage auf. Inzwischen steht die Anlage in Schuld im Kreis Ahrweiler und versorgt Menschen mit Wasser. A. Dietz

Wer helfen kann, ist im Einsatz. Ob das die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Nieder-Olm ist, die am Freitag noch als eine der ersten Wehren Spenden sammelte oder die Freiwilligen Feuerwehren in Worms, Sprendlingen, die Werkfeuerwehr Boehringer oder die Freiwillige Feuerwehr Worms: Alle haben von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) den Einsatzbefehl erhalten, in den Flutgebieten in Rheinland-Pfalz zu helfen.

Am Nürburgring sammeln sich die eintreffenden Einsatzkräfte und Fahrzeuge des THW (blau), der Feuerwehren (rot) und der Sanitätsdienste (weißrot), sowie geeignete Fahrzeuge privater Unternehmen. (Foto: THW/Lukas Hannig)
Am Nürburgring sammeln sich eintreffende Einsatzkräfte und Fahrzeuge des THW (blau), der Feuerwehren (rot) und der Sanitätsdienste (weiß/rot), sowie geeignete Fahrzeuge privater Unternehmen. THW/Lukas Hannig

Nach Angaben der Stadt Mainz waren bis zum jetzigen Zeitpunkt über 100 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren und der Berufsfeuerwehr mit knapp 30 Fahrzeugen im Einsatz. Sie haben unter anderem nach vermissten Personen gesucht und Keller ausgepumpt. Führungskräfte der Mainzer Berufsfeuerwehr besetzten zudem weiterhin verschiedene Funktionen in der Gesamteinsatzleitung im Kreis Ahrweiler. Darüber hinaus seien permanent mehrere Organisatorische Leiter und Leitende Notärzte sowie Sanitätseinheiten des Katastrophenschutzes der Stadt Mainz entsandt worden. Auch die Mainzer Universitätsmedizin hatte direkt nach Bekanntwerden des Ausmaßes Ärztinnen und Ärzte nach Ahrweiler geschickt.

DRK und Malteser aus Mainz vor Ort

Helferinnen und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus Mainz haben unter anderem mit Helfern der Malteser aus Mainz in Pflegeeinrichtungen in Bad Neuenahr-Ahrweiler geholfen. Gemeinsam mit Helfern aus anderen Städten und Regionen haben sie nach Angaben des DRK fast drei Tage lang mehrere hundert Bewohnerinnen und Bewohner aus Pflegeeinrichtungen in der Betreuungsstelle für Betroffene in Graftschaft im Kreis Ahrweiler unterstützt. Der Einsatzstab der Malteser des Bistums Mainz wurde zwischenzeitlich in die Geschäftsstelle der Malteser in Mainz-Hechtsheim verlegt.

Die luftgestützte Höhenrettung der Wiesbadener Feuerwehr macht sich bereit für den Hochwassereinsatz im nördlichen Rheinland-Pfalz.  (Foto: Feuerwehr Wiesbaden)
Die luftgestützte Höhenrettung der Wiesbadener Feuerwehr ist seit Beginn der Bergungsarbeiten in den Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen im Einsatz. Feuerwehr Wiesbaden

Wiesbadener Höhenretter noch im Einsatz

Die Höhenretter und eine Führungskraft der Feuerwehr Wiesbaden sind weiterhin am Flugplatz Ahrweiler im Einsatz. Hubschrauber aus dem gesamten Bundesgebiet unterstützen dort insbesondere die Versorgung der schwer erreichbaren Gebiete im Ahrtal.

Bad Kreuznach sagt Bad Neuenahr Unterstützung zu

Die Bad Kreuznacher Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer (SPD) bedankte sich bei den Helferinnen und Helferinnen, die sich auch von Bad Kreuznach aus auf den Weg gemacht haben. In einer Mitteilung sprach sie den Angehörigen und den Betroffenen ihr tiefes Mitgefühl aus. Sehr betroffen sei sie von dem Ausmaß der Zerstörungen in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das sei ein Partner der Stadt Bad Kreuznach in der Sektion Heilbäder. "Ich wünsche den Kollegen viel Kraft für die nächsten Monate und sage von unserer Seite jede Unterstützung zu".

Das Hochwasser hat in Bad Neuenahr-Ahrweiler ein Bild der Verwüstung hinterlassen (Foto: SWR)
Massive Regenfälle haben auch im Heilbad Bad Neuenahr-Ahrweiler für große Schäden gesorgt.

"Wir hören die Atemgeräusche von Kindern ab, da die Eltern Angst haben, dass die Kinder eine Lungenentzündung haben"

Der Mainzer Arzt Gerhard Trabert hatte sich am Samstag mit seinem Arztmobil in das Hochwassergebiet aufgemacht. Zusammen mit seinem Team verteilte er unter anderem Asthmasprays und Bluthochdrucktabletten an Menschen, die ihre Medikamente in den Fluten verloren haben oder schlicht keine Zeit hatten, diese mitzunehmen. Bei Facebook schreibt Trabert nach seiner Rückkehr in Mainz: "Das wichtigste ist allerdings dass Zuhören, dass vor Ort bei den Menschen zu sein, die Solidarität und Fürsorge für das Erlittene, authentisch zu vermitteln, und immer wieder zuzuhören."

Winzer haben Spendenaktion gestartet

Der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) mit Sitz in Mainz hat eine Spendenaktion für Winzer in den Hochwassergebieten an der Ahr gestartet. Mit dem Geld soll das nördlichste Weinanbaugebiet in Rheinland-Pfalz wieder aufgebaut werden. Die Spenden seien für alle Winzerinnen und Winzer im Ahrtal, nicht nur für Mitglieder des VDP, sagte ein Sprecher. An der Spendenaktion hätten sich schon zahlreiche Weingüter, Händler und Privatpersonen beteiligt. Außerdem seien zwei Mitarbeitende des VDP ins Ahrteil gereist, um die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Viele Winzer an der Ahr haben durch das Hochwasser nicht nur ihre gesamten Weinbestände verloren, sondern auch Flaschen, Fässer oder Maschinen.

Mainzer Bürgerstiftung sammelt Geld

Die Mainzer Bürgerstiftung und die Volksbank rufen gemeinsam zu Spenden auf. Nach Angaben der Stiftung ermöglicht das Projekt auch mit Kleinstspenden, einen Beitrag zur Unterstützung der rheinland-pfälzischen Flutopfer zu leisten. Damit sollen die Betroffenen schnell und unbürokratisch Hilfe erhalten.

DRK ruft zu Blutspenden auf

Das Rote Kreuz ruft zum Blutspenden auf. Die ausreichende Versorgung mit Blutkonserven sei akut gefährdet, teilte der Blutspendedienst des Roten Kreuzes mit. In den vom Unwetter betroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sei die Infrastruktur dermaßen geschädigt, dass vielerorts auf absehbare Zeit keine Blutspendetermine mehr organisiert werden könnten. Die Folge sei ein gravierender Mangel an Blutkonserven.

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