Archivfotos zeigen einen Polizeibeamten zwischen Einsatzfahrzeugen der Polizei (oben l), die Leitzentrale eines Kraftwerks (oben r), Müllabfuhr (unten l) und Feuerwehrleute bei einer Übung.  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Kritische Infrastruktur

So bereiten sich Feuerwehr, Stadtwerke und Co. in der Region auf Omikron vor

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Was tun, wenn in Unternehmen und Behörden der kritischen Infrastruktur wegen Omikron viel Personal ausfallen sollte? Viele sind vorbereitet.

Wasser, Strom, Lebensmittel oder der öffentliche Nahverkehr sind alltägliche Dinge. Da sie lebensnotwendig sind, wird die Versorgung nach Angaben des Bundesamtes für Katastrophenhilfe und Bevölkerungsschutz in Deutschland von der sogenannten Kritischen Infrastrukturen (KRITIS) übernommen. Dazu zählen zum Beispiel Krankenhäuser, Feuerwehren, Polizei, Abfallentsorgungs- und Telekommunikationsunternehmen, das Transportwesen oder Medien.

Wird Personal wegen Omikron knapp?

Wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus befürchtet der Expertenrat der Bundesregierung nun, dass es in diesen Unternehmen und Behörden zu vielen Krankmeldungen kommen könnte und dass sich viele in Quarantäne begeben müssen.

"Notfallpläne gibt es nicht erst seit Corona"

Bei den Stadtwerken in Mainz ist man nach eigenen Angaben vorbereitet. Es werde sichergestellt, dass Menschen, die anrufen, geholfen werde, sagte ein Sprecher. Das gelte Tag und Nacht. Wichtige Teams würden zudem räumlich voneinander getrennt arbeiten. So sollen Ansteckungen vermieden werden. Sollten dann doch sehr viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausfallen, könnten die Stadtwerke Mainz im Rahmen eines Notfallplans die Schichten von acht auf zwölf Stunden aufstocken. Dann bräuchte man weniger Teams am Tag. Außerdem könne man Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückholen, so der Sprecher weiter.

Beim Energieversorger EWR sind viele im Homeoffice

Auf SWR-Nachfrage schreibt der Energieversorger EWR mit Sitz in Worms: "Aktuell befinden sich alle Mitarbeiter, bei denen eine Arbeit vor Ort nicht zwingend betriebsnotwendig ist, im Homeoffice. Seit dem 23. Dezember sind unser Kundencenter in Worms sowie die Energieläden in Alzey und Kirchheimbolanden bis auf Weiteres geschlossen." Zu Beginn der Corona-Pandemie sei eine Taskforce ins Leben gerufen worden. Für den Fall, dass viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausfallen, gebe es einen mehrstufigen Notfallplan. Die Impfquote im Unternehmen liege bei etwa 88 Prozent. Der Energieversorger habe seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schon mehrmals ein Impfangebot machen können.

Hohe Impfquoten auch bei den Feuerwehren

Der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Werner Hofmann ist verantwortlich für die Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Bad Kreuznach. Es gebe zwar keine genauen Zahlen, sagt er, man schätze aber, dass etwa 90 Prozent der Feuerwehrleute gegen das Coronavirus geimpft seien. Im Kreis gebe es 113 Feuerwehren, auf die man bei einem Personalengpass zurückgreifen könne, sagte Hofmann dem SWR. Das könne allerdings zu längeren Anfahrtszeiten führen.

Tägliche Corona-Tests bei der Berufsfeuerwehr Worms

Bei der Berufsfeuerwehr in Worms sei inzwischen jeder gegen Corona geimpft, sagte Michael Hetzel. Er ist der stellvertretende Leiter. Aktuell gebe es einen Hygieneplan. Dieser beinhaltet unter anderem, dass jeder, der die Wache betritt, sich testen lassen muss. Egal, ob geimpft oder genesen. Auf den Fluren müssen auch alle Maske tragen. Um zu verhindern, dass sich viele Feuerwehrleute bei der Arbeit mit Covid-19 anstecken, arbeiten auch hier Teams, sogenannte Wachabteilungen, getrennt voneinander. Sollte das Personal dann doch knapp werden, greift auch bei der Berufsfeuerwehr Worms ein Notfallplan.

Auch Polizei ist vorbereitet

Von Seiten des rheinland-pfälzischen Innenministeriums heißt es, sollte es auf regionaler Dienststellenebene zu einer Verdichtung von Krankheitsfällen kommen, könnten die Polizeipräsidien zunächst durch interne Personalverschiebungen die Funktionsfähigkeit sichern. Im Bedarfsfall könne zusätzlich eine Unterstützung durch die Bereitschaftspolizei erfolgen.

Kontaktlose Übergaben und FFP2-Maskenpflicht

Um zu vermeiden, dass sich Polizistinnen und Polizisten überhaupt erst bei der Arbeit mit Omikron anstecken, dürfen sich in Mainz keine Dienstgruppen mischen. Übergaben an ein neues Teams werden nach Angaben eines Sprechers kontaktlos abgewickelt. Diese Vorsichtsmaßnahmen werden auch in Bad Kreuznach getroffen. Hier gilt auch: Bei mehr als einer Person im Büro gilt eine FFP2-Maskenpflicht. Bei der Polizei wird zudem, dort wo es geht, auch im Homeoffice gearbeitet.

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SWR