In Mainz wurde ein modernerer Sirenentyp getestet.  (Foto: SWR, C. Spohn)

Neue Technik im Test

Sirenen-Probe in Mainz - Stadt wertet nun Daten aus

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Die Mainz will künftig die Bevölkerung verstärkt mit Sirenen warnen. 54 funktionierende Sirenen gibt es im Stadtgebiet. Am Donnerstag wurden sie getestet.

Die Sirenen waren im Stadtgebiet zu hören, gegen 11:20 Uhr gab es dann einen durchgängigen Ton, der "Entwarnung" bedeutet. Auch die Apps Katwarn und Nina meldeten den Probealarm. Ob tatsächlich alles reibungslos funktioniert hat, wird sich zeigen, wenn die Stadt die Daten vom Donnerstag ausgewertet hat.

Mainz modernisiert Warnsystem

Seit der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen wird viel über Warnsysteme diskutiert. Was eignet sich besser, um Menschen vor Gefahren zu schützen? Sind es moderne Apps, die auf dem Smartphone warnen, oder sind klassische Sirenen auf Hausdächern effektiver? Die Stadt Mainz hat sich ganz klar für Sirenen entschieden. Allerdings sind diese in die Jahre gekommen. Die Stadt will deshalb nach jetzigen Planungen 30 ältere Sirenen gegen modernere, elektronische Sirenen austauschen. Diese erzielen nach Angaben der Stadt unter anderem eine größere Reichweite und können auch für Durchsagen genutzt werden.

In Mainz-Drais wird eine moderne Sirne für einen Testlauf mit eine Kran über ein Schuldach gehalten. (Foto: SWR, C. Spohn)
In Mainz-Drais wurde am Donnerstag eine moderne Sirne für einen Testlauf mit einem Kran über ein Schuldach gehalten. C. Spohn

Zivilschutzsirenen haben ausgedient

Derzeit verfügt Mainz überwiegend über Sirenen des Typs E57. Dabei handelt es sich laut Stadt um klassische Zivilschutzsirenen, bei denen ein elektrisch angetriebener Rotor Luft durch ein Gehäuse mit Öffnungen presst und hierdurch den charakteristischen Sirenenton entstehen lässt.

Sirenen sollen Bevölkerung warnen (Foto: SWR, SWR)
Sirenen sollen Bevölkerung warnen. SWR

Neue Sirenen stehen auch auf privatem Gelände

Nach Angaben der Stadt befinden sich etwa 50 Prozent der neuen Standorte auf stadteigenen Gebäuden. Die andere Hälfte befinde sich in privatem Eigentum. Deshalb schließe die Stadt derzeit Gestattungsverträge mit den Eigentümern ab. An einigen wenigen Standorten müsse man auch den Denkmalschutz berücksichtigen, heißt es von Seiten der Stadt.

717.000 Euro im Haushalt angemeldet

Was genau die Umrüstung kostet, kann die Stadt erst sagen, wenn alle neuen Sirenen-Standorte feststehen. Für die gesamte Maßnahme seien aber 717.000 Euro im Haushalt angemeldet. Es seien auch Zuschussanträge vorbereitet worden, die beim Bund eingereicht werden sollen. Die ersten neuen Sirenen sollen im kommenden Jahr in Mainz in Betrieb gehen. Im Jahr 2023 soll die Umrüstung dann abgeschlossen sein.

Um die Bevölkerung für die Signaltöne der Sirenen zu sensibilisieren, soll es künftig in Mainz zwei Mal im Jahr einen Probealarm geben.

Mainz-Bingen setzt auch auf digitale Warnungen

Auch der Kreis Mainz-Bingen will vor dem Hintergrund der Hochwasserkatastrophe im Kreis Ahrweiler gemeinsam mit den Kommunen prüfen, ob es bei den Warnsystemen im Kreis Verbesserungsbedarf gibt. Allerdings verweist ein Sprecher des Kreises auf SWR-Nachfrage vor allem auf die Kommunen, die für die Sirenen zuständig seien. Der Kreis setze aber auch auf digitale Warnungen über Smartphones.

Im Kreis Alzey-Worms gebe es insgesamt 100 Sirenen, teilte die Kreisverwaltung auf SWR-Anfrage mit. Ein Großteil davon sei bereits erneuert und auf dem neuesten Stand, so eine Sprecherin. Die Kreisverwaltung könne aber keine Auskunft darüber geben, welche Pläne es zur Erneuerung von Sirenen gebe, weil dafür die Kommunen ebenso zuständig seien.

Wo müssen Sirenen ertönen?

In der Verbandsgemeinde Rhein-Selz wird das Sirenensystem gerade auf den Prüfstand gestellt. Wie die Allgemeine Zeitung Mainz berichtet, hat der Verbandsgemeinderat beschlossen, ein Beschallungskonzept für Sirenen in Auftrag zu geben. Mit diesem Konzept soll ermittelt werden, an welchen Orten in der Verbandsgemeinde im Katastrophenfall Sirenen benötigt werden. Nach Informationen der Zeitung seien die aktuellen Sirenen technisch veraltet und benötigen dringend eine Erneuerung.

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